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Fasnet in Basel

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Erster Tag, Sonntag, 22.02.26

Kurzreise zum Morgenstraich und der Cortège

Kurz vor 14:00 Uhr ging es los, das Wohnmobil war mit dem Nötigsten für ein gutes Frühstück gepackt, mehr mussten wir nicht mitnehmen.

Die Fahrt ging über Blumberg und Waldshut-Tiengen immer parallell zum Rhein, bei Laufenburg wechselten wir auf die schweizer Seite und gelangten dann via Landstraße hinein nach Basel. 

Bereits zweimal, zum Weihnachtsmarkt vor vier Jahren und zum Morgenstraich vor zwei Jahren waren wir hier und jedesmal konnten wir in der gleichen Straße nahe zum Zentrum parken. Auch jetzt steuerten wir sie an, doch zunächst sah es so aus, als hätten wir diesmal kein Glück. Ziemlich am Ende der Parkmöglichkeiten angekommen sahen wir, wie sich gerade eine Fahrzeugbesatzung fertig machte zur Abfahrt. Die Parklücke war groß genug für unseren kurzen Wagen und schon standen wir wieder da, genau wie die Jahre zuvor.

Erste Erkundungen in Basel

Etwa 30 Minuten später brachen wir auf, um die Strecke abzulaufen, die wir auch am nächsten Morgen zu gehen hätten, um den Startpunkt der Gruppen am Martinskirchhof zu erreichen, wo für uns das Erlebnis Morgenstraich beginnen sollte.

Dort angekommen sahen wir schon viele Leute sich um eine Gruppe Pfeifer einer Clique mit ihrem Sujet zu scharen, der großen Motivlaterne, die im Umzug mitgeführt wird.

Wir durchstreiften etwas die Altstadt, immer begleitet vom Pfeifen der Gruppen, die jetzt schon wohl probehalber umherzogen. Es wurde bereits dunkel, als wir zum Wohnmobil zurückkehrten.

Der Wecker wurde gestellt und nach einem kurzen Fernsehabend legten wir uns schlafen, wir müssen ja morgen schon vor drei Uhr aufstehen.

Abendstimmung in Basel
Abendstimmung in Basel
Zweiter Tag, Montag, 23.02.26

Früh aufstehen und los zum Morgenstraich

Um 02:45 Uhr war für uns die Nacht zu Ende. Draußen hörte man schon Stimmen und Fahrzeugbewegungen. Wir machten uns fertig und zogen halb vier los in die Innenstadt. Viele Menschen waren bereits unterwegs, die Straßenbahnen waren voll und der Autoverkehr ansehnlich.

Wir bogen ein in Richtung Münsterplatz, wo wir in Menschenmassenn gerieten. Überall standen schon Gruppen herum mit ihren bunten Sujets. Wir gingen hinunter Richtung Altstadt, wo bereits riesige Menschenmengen versammelt waren. Es ging die Fußgängerzone und Haupteinkaufsstraße hinab und kurz vor 04:00 Uhr suchten wir einen geeigneten Platz, von wo aus wir den Beginn des Umzugs gut sehen konnten.

Pünktlich geht’s los

Mit dem vierten Glockenschlag der Münsterkirche erlosch die gesamte Innenstadtbeleuchtung und mit einem großen Jubelschrei setzte sich der Zug der Maskenträger, Pfeifer und Trommler in Bewegung. 

Nur die bunten Lampen auf den Köpfen der Umzugsteilnehmer und der großen Laternen erhellten etwas die Nacht. Wir ließen den Zug an uns vorbeiziehen und gingen dann Richtung Altstadt, von wo auch aus allen Bereichen das Pfeifen herüberdrang. In der stockfinsteren Stadt sich nicht zu verlieren, schon gar nicht bei den großen Menschenmengen, war gar nicht so einfach.

Wir durchstreiften zunächst die Straßen der Unterstadt und gelangten dann in die engen Gassen der Altstadt. Überall pfiff und trommelte es, Gruppe um Gruppe zog an uns vorbei, aus allen Richtungen kamen sie. Manchmal begleiteten wir eine Gruppe ein Stück, um uns dann wieder in anderer Richtung einer anderen Gruppe anzuschließen. Das gesamte Stadtzentrum war eingehüllt in ein unentwegtes Pfeifen und Trommeln.

Frühstück nach einem langen Morgen in Basel

Langsam wurde es hell und wir holten unsere frischen Frühstücksbrötchen im nun bereits geöffneten Coop.

Es ging zurück zum Wohnmobil, immer noch das Pfeifen und Trommeln im Ohr. Um halb acht waren wir zurück, dreieinhalb Stunden hatten wir uns im Dunkeln der Stadt verzaubern lassen. Ein unvergleichliches Erlebnis.

Nach dem Frühstück parkten wir den Wagen um, da am bisherigen Parkplatz Wochentags ab 08:00 Uhr Parkgebühren für max. drei Stunden zu zahlen gewesen wären. Etwas weiter von der Innenstadt entfernt fanden wir auf einem offiziell für Wohnmobile reservierten Parkstreifen einen guten Platz für unseren Wagen.

Auf zur Cortège

Kurz vor 12:00 Uhr gingen wir dann zu Fuß den etwas weiteren Weg in die Innenstadt zum Marktplatz am Rathaus. Bereits unterwegs begegneten uns viele der großen Wagen, auf denen die Waggis fahren, die Basler Narren, und die Zuschauer mit Obst, Gemüse und Blumen sowie Bonbons versorgen, aber auch tonnenweise Konfetti auf sie herabschütten.

Pünktlich um halb zwei setzte sich der Zug in Bewegung, nicht wie bei uns an einem Startpunkt, sondern von überall in der Stadt, wo die Wagen gerade standen. 

Dazwischen immer wieder Fußgruppen und Guggemusiken. Das Konfetti regnete auf uns herab, schnell waren Fußwege und Straßen von riesigen Mengen Papierkonfetti bedeckt. Der ganze Umzug, wobei wir sicherlich nicht alles sehen konnten, wurde nie langweilig, immer gab es Anderes zu sehen. Ein immer wiederkehrendes Motto auf den Sujets der Cliquen war der amerikanische Präsident Donald Trump und die Angst um den Weltfrieden, aber auch sehr lokale Themen wurden aufgenommen.

Jedes Jahr fertigen die Cliquen ihre Masken und Kostüme neu an. Es gibt in Basel extra Maskenbauer und solche Larven sind nicht gerade billig.

Eine Schoggi zur Stärkung

Gegen fünf Uhr mussten wir etwas ausruhen und suchten ein Café auf, wo wir uns eine heiße Schokolade mit Sahnehaube schmecken ließen. Vom Café aus konnten wir das bunte Treiben auf den Straßen gut beobachten.

Dann ging es weiter, überall in der Stadt waren noch Wagen und Trommler und Pfeifer unterwegs, auch solche, die wir noch nicht gesehen hatten. Der Umzug verläuft hier in Basel kreuz und quer durch die Stadt, ein unvergleichliches Erlebnis.

Der Tag neigt sich zu Ende

Cortège in Basel

Erst nach Einbruch der Dunkelheit suchten wir den Münsterplatz auf, wo viele Cliquen ihre Sujets zur genaueren Betrachtung aufstellen. 

Hier konnten wir die Laternen genau betrachen und die Sprüche im baslerischen Dialekt lesen.

Leider begann es jetzt etwas zu regnen, der frühe Morgen und der gesamte bisherige Tagen war trocken, sogar die Sonne hatte sich nachmittags gezeigt. Zum Glück hörte es schnell wieder auf und wir konnten trocken zur Bushaltestelle gelangen, von wo aus wir uns zu unserem Wohnmobil fahren ließen.

Der Abend endete nicht so spät, der Tag war lang und anstrengend genug gewesen.

24.02.26, Dienstag

Heimfahrt

Wir hatten gut direkt an der Hauptstraße geschlafen, in der Nacht war nicht viel Verkehr.

Frühstück wie gewohnt gut, dann ging es heimwärts. Diesmal führte uns das Navi direkt durch den Schwarzwald vorbei am großen Feldberg, auf dem noch etwas Skibetrieb stattfand, und dem Titisee nach Tuttlingen und weiter ins Donautal nach Haus.

Kurz nach 12 Uhr waren wir zurück von einem tollen, unvergesslichen Fasnachtserlebnis, ganz anderst bei uns.

Der Morgenstraich in Basel und der Umzug am Nachmittag sind absolut sehens- und einen Besuch wert.

Wir haben nicht alles gesehen, den Rest schauten wir uns im Fernsehen an.

Die Gefangenen vom letzten Jahr
Die Gefangenen vom letzten Jahr

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Rita Glasenhardt

    Herzlichen Dank für diesen beeindruckenden Bericht mit wunderbaren Bildern. Ein Erlebnis besonderer Art – auch für uns

  2. Udo

    toller Berich und klassd Bilder

    1. Beate

      Danke Udo,
      wir werden nächstes Jahr sicherlich wieder hinfahren.

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