Fazit über unser Balkanreise
Der Kosovo überraschte uns mit seiner bewegten Geschichte, außergewöhnlichen Gastfreundschaft und einer entspannten Atmosphäre – für uns eines der spannendsten und zugleich am wenigsten bekannten Reiseziele auf dem Balkan.
Fazit Albanien
Über Albanien als Land für Wohnmobiltouristen muss eigentlich nicht mehr viel gesagt und geschrieben werden. Es ist ja momentan das Land auf dem Balkan, in das wohl jeder oder fast jeder Wohnmobilist schon einmal gereist ist oder reisen will.
Landschaft
Das Land besticht durch wunderschöne Landschaften, fast durchgängig bergig, nur einmal auf der Fahrt nach Gjirokaster hatten wir ein breites, weiters Tal gesehen, ansonsten nur Berge.
Die Küste hatten wir nur im Süden des Landes erlebt, hier aber den brutalen Bauboom gesehen, der in den kommenden Jahren die Massen an sonnenhungrigen Touristen anziehen soll. Ob das Konzept aufgeht, wagen wir zu bezweifeln.
Doch auch anderswo rüstet sich Albanien für den Massentourismus. Wo nach Schilderung anderer Reisender vor wenigen Jahren noch nichts war, entsteht nun Touristenzentrun um Touristenzentrum mit großen, kostenpflichtigen Parkplätzen und allem, was man meint,was der Tourist will und braucht.
Natürlich hat das Land über 40 Jahre unter kommunistischer Knute eines paranoiden Diktators gelitten und versucht nun, der unsäglichen Vergangenheit zu entfliehen, doch wer noch etwas ursprüngliches Albanien aus der Zeit nach 1990 erleben will, sollte das Land bald besuchen, denn in wenigen Jahren wird es auch der Globalisierung zum Opfer gefallen sein.
Die Hauptstadt Tirana ist sehenswert, hier trifft man noch sehr häufig auf die kommunistische Vergangenheit in Form von Bauwerken und die unvermeidlichen Bunker, die überall im Land anzutreffen sind.
Ca. 700.000 solcher Bunker sollen gebaut worden sein.
Sprache, Schrift und Religion
Im Land wird Albanisch gesprochen, ein eigener, unabhängiger Zweig innerhalb der indoeuropäischen Sprachfamilie, die nicht direkt mit anderen europäischen Sprachen verwandt ist. Weltweit wird sie von über sechs Millionen Menschen gesprochen, hauptsächlich in Albanien, dem Kosovo und in Teilen Nordmazedoniens.
Albanien ist überwiegend muslimisch geprägt, es gibt aber auch noch andere religiöse Gruppierungen. Das Land gilt in dieser Hinsicht als Musterbeispiel des friedlichen Zusammenlebens aller Religionen.
Preise
Albanien war kein billiges Reiseland, so wie wir in den Jahren zuvor andere Länder auf dem Balkan erlebt hatten. Nur selten, in abgeschiedenen Bergdörfern, konnten wir im Restaurant ein üppiges Essen für wenig Geld genießen, ansonsten fast Preise wie bei uns. Lediglich Brot war extrem billig.
Albanien hat wie Nordmazedonien eine eighnene Währung, vielfach wird in Touristengebieten auch gern der Euro genommen.
Stellplätze für das Nachtquartier
Auch hier wie in anderen Balkanstaaten ist das freie Stehen mit dem Wohnmobil überall möglich. Kein Einheimischer hat sich je um unseren Wagen, egal wo er stand, gekümmert. (siehe hierzu das Fazit Nordmazedonien)
Campingplätze und kostenpflichtige, einfachere Wohnmobilstellplätze gibt es sehr viele in Albanien. Hier ist die App „Park4Night“ hilfreich.
Versorgung mit Betriebsstoffen
Die Versorgung mit Diesel, LPG (Autogas) und Wasser ist in Albanien problemlos möglich, überall im Land trifft man auf Brunnen und Wasserstellen, wo man den Wasservorrat ergänzen kann. LPG ist an fast allennTankstellen verfügbar, man benötigt einen Dish – Adapter. Das bei uns übliche Selbsttanken ist nicht möglich, immer kommt ein Tankwart und übernimmt den Tankvorgang.
Für uns war Albanien ein fantastisches Reiseland, Wir haben drei Wochen Albanien genossen, es ausgiebig bereist und uns viel Zeit gelassen. Ein schönes, empfehlenswertes Land mit netten Menschen, interessanten Orten und wundervollen Landschaften.
Fazit Montenegro
Montenegro zeigte sich auf unserer Reise durch die vier von uns intensiv besuchten Balkanländer als das fortschritlichste und „europäischste“ Land. Montenegro war auch für uns insofern einfach zu bereisen, da dort mit dem Euro gezahlt werden kann, obwohl das Land nicht der Eurozone angehört und selbst kein Geld ausgibt.
Landschaft
Die Landschaft ist vielfältig vom Meer bis hin zu den Bergen mit alpinem Charakter. Als Höhepunkt für uns galt hier der Durmitor Nationalpark mit seiner fantastischen Bergwelt.
Aber auch außerhalb gibt es überwältigende Landschaften, tiefe Canyons und wunderschöne Flüsse.
Die Eisenbahnfahrt von Kolasin nach Podgorica sollte bei jedem Montenegrobesuch auf der Besuchsliste stehen, die Fahrtoberhalb der Moraca Canyons, des Grand Canyons Europas, ist beeindruckender als unten auf der Talsohle.
Die Hauptstadt Podgorica bietet keinerlei Sehenswürdigkeiten, sie zu besuchen ist keine Pflicht.
Sprache, Schrift und Religion
Im Norden Montenegros wird sehr häufig noch kyrillisch geschrieben, selbst Ortsnamen erscheinen oft nur in einer Schrift. Kenntnisse der kyrillischen Schrift sind hier von Vorteil.
Gesprochen wird Montenegrinisch, eine südslawische Sprache, die eng mit Serbisch, Kroatisch und Bosnisch verwandt ist.
Montenegro ist überwiegend serbisch-orthodox, aber in Teilen auch muslimisch geprägt.
Preise
Montenegro war kein billiges Reiseland, so wie wir in den Jahren zuvor andere Länder auf dem Balkan erlebt hatten. Nur selten, in abgeschiedenen Bergdörfern, konnten wir im Restaurant ein üppiges Essen für wenig Geld genießen, ansonsten fast Preise wie bei uns. Lediglich Brot war extrem billig.
Stellplätze für das Nachtquartier
Auch hier wie in anderen Balkanstaaten ist das freie Stehen mit dem Wohnmobil überall möglich. Kein Einheimischer hat sich je um unseren Wagen, egal wo er stand, gekümmert. (siehe hierzu das Fazit Nordmazedonien).
Es gibt aber auch zahlreiche und gut bis sehr gut ausgestattete und entsprechend teure Campingplätze sowie einfache, kostengünstige Stellplätze.
Zur Stellplatzsuche empfohlen wird die App „Park4Night“.
Versorgung mit Betriebsstoffen
Die Versorgung mit Diesel, LPG (Autogas) und Wasser ist in Montenegro problemlos möglich, überall im Land trifft man auf Brunnen und Wasserstellen, wo man den Wasservorrat ergänzen kann. LPG ist an fast allennTankstellen verfügbar, man benötigt einen Dish – Adapter. Das bei uns übliche Selbsttanken ist nicht möglich, immer kommt ein Tankwart und übernimmt den Tankvorgang.
Einreise und Meldepflicht
Die Einreise ins Land ist unkompliziert und schnell, an kleinen Grenzübergängen gibt es fast keine Wartezeit. Wir hatten stets Reisepässe, Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis zu Hand, hier sollte man schauen, ob die KFZ-Versicherung auch Montenegro mit abdeckt.
Von einer Meldepflicht haben wir nichts gehört oder gelesen, auf Campingplätzen jedoch wird stets der Reisepass vom Betreiber verlangt, um den Gast anzumelden.
Wir haben zweieinhalb Wochen – mit Unterbrechung – genossen, es ausgiebig bereist und uns viel Zeit gelassen. Landschaftlich war es für uns neben Albanien das schönste Land, mit netten Menschen und interessanten Orten.
Fazit Nordmazedonien
Nordmazedonien ist als Reiseland eher unbekannt, sodass wir dort nur sehr wenige andere Camper getroffen hatten. Da das Land nur knapp so groß ist wie das Bundesland Brandenburg, ist keine lange Reisezeit notwendig.
Landschaft
Nordmazedonien verfügt nicht über diese Berglandschaften wie Albanien, es hat im Westen einen höheren Gebirgszug und auch im Nordosten, aber alles wenig spektakuläre Bergmassive. Der größte Teil des Landes ist relativ flach. Bei vielen Reisenden das Highlight ist der Ohridsee, den sich das Land mit Albanien teilen muss.
Überrascht hat uns die Hauptstadt Skopje, im Zentrum eine wunderschöne und moderne Stadt, in der es sich sicher gut leben lässt.
Sprache, Schrift und Religion
Gesprochen wird mazedonisch, eine Sprache die eng mit dem Bulgarischen und dem Serbischen verwand ist. Die Sprache nutzt das kyrillische Alphabet, sodass es von Vorteil ist, wenn man zumindest kyrillisch lesen kann, um sich zu orientieren.
Nordmazedonien ist überwiegend christlich – orthodox, doch auch Muslime gibt es hier, vor allem im Grenzgebiet zu Albanien.
Preise
Die Preise im Land wie in Albanien für uns nicht extrem billig, einzig Grundnahrungsmittel wie etwa Brot gibt es hier für wenige Cent. In kleinen Dörfern ist es in dortigen Wirtschaften noch möglich für wenig Geld sehr gut zu essen.
Nordmazedonien hat wie Albanien eine eigene Währung, allerdings wird auch hier überall der Euro gern angenommen.
Stellplätze für das Nachtquartier
Auch hier wie in anderen Balkanstaaten ist das freie Stehen mit dem Wohnmobil überall möglich. Kein Einheimischer hat sich je um unseren Wagen, egal wo er stand, gekümmert. Diese im Internet vorhandenen Aussagen, wild campen sein strengstens verboten, stimmen wohl nur insofern, als es eine Definitionsfrage ist, was denn unter „wild campen“ zu verstehen ist. Mit dem Wohnmobil irgendwo zu stehen, auch wenn man die Stühle und den Tisch herausgestellt hat, ist im Balkan jedenfalls nicht unter „wild campen“ einzuordnen. Hier gilt: keine Angst, es passiert schon nichts.
Campingplätze und kostenpflichtige, einfachere Wohnmobilstellplätze gibt es wenig in Nordmazedonien. Hier ist die App „Park4Night“ hilfreich.
Versorgung mit Betriebsstoffen
Die Versorgung mit Diesel, LPG (Autogas) und Wasser ist in Montenegro problemlos möglich, überall im Land trifft man auf Brunnen und Wasserstellen, wo man den Wasservorrat ergänzen kann. LPG ist an fast allennTankstellen verfügbar, man benötigt einen Dish – Adapter. Das bei uns übliche Selbsttanken ist nicht möglich, immer kommt ein Tankwart und übernimmt den Tankvorgang.
Einreise und Meldepflicht
Die Einreise ins Land ist unkompliziert und schnell, an kleinen Grenzübergängen gibt es fast keine Wartezeit. Wir hatten stets Reisepässe, Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis zu Hand, hier sollte man schauen, ob die KFZ-Versicherung auch Nordmazedonien mit abdeckt.
Die immer wieder angeführte Meldepflicht in Nordmazedonien spätestens 24 Stunden nach der Einreise kann man als Wohnmobilreisender getrost beiseite schieben. Niemand fragt beim Grenzübertritt danach.
Wir waren eine Woche in Nordmazedonien, für uns vollkommen ausreichend, da Sehenswürdigkeiten im Land sehr rar gesät sind. Dennoch hat es sich gelohnt, auch dieses Balkanland kennen zu lernen.
Fazit Kosovo
Die Republik Kosovo war auf unserer Reise das „exotischste“ Land, da sich hierher kaum ein Tourist verirrt. Ganz selten sahen wir mal ein anderes Wohnmobil, sehr oft aber PKWs mit deutschen Kennzeichen, die allerdings Kosovaren gehörten. Denn wir trafen recht häufig Leute, die zum Teil sehr gut Deutsch sprachen, da viele Bewohner des Kosovo im Ausland leben und arbeiten, häufig in Deutschland, der Schweiz und Österreich.
Das Gebiet Kosovo wird noch immer nicht von Serbien als eigenständiger Staat anerkannt. Ende der neunziger Jahre hatte Serbien sogar versucht, sämtliche Kosovo-Albaner, die die hauptsächliche ethnische Bevölkerungsgruppe bilden, gewaltsam aus der Region zu vertreiben. Nur dem beherzten Eingreifen der NATO unter der Führung der Amerikaner vom März bis Juli 1999 mit massiven Bombenangriffen auf Serbien ist es zu verdanken, dass es zu keinem Völkermord an den Kosovo-Albanern kam. Aus diesem Grund ist die grenzenlose Dankbarkeit gegenüber den Amerikanern überall hautnah spürbar. Es gibt im Land fast mehr amerikanische Fahnen als die der Republik Kosovo.
Die Folgen des Kosovo-Krieges sind überall zu sehen, im Land gibt es hunderte, ja tausende Gedenkstellen und Grabsteine für die Opfer des Krieges, hauptsächlich für die Kämpfer der UCK, einer albanischen paramilitärischen Truppe, die sich den serbischen Angreifern heldenhaft entgegengestellt hatte.
Aufgrund dieses Konfliktes mit Serbien gibt es hauptsächlich im Norden des Landes immer noch gelegentlich Spannungen. So kann man die im Norden liegende Stadt Mitrovica als geteilte Stadt ansehen mit einem Kosovo – albanischen südlichen und einem serbischen nördlichen Stadtteil, in dem noch serbisch gesprochen und kyrillisch geschrieben, aber immerhin doch mit dem Euro bezahlt wird, wenngleich es Gastronomiebetriebe geben soll, in denen der serbische Dinar akzeptiert wird.
Aufgrund dieser Situation spricht auch das deutsche Auswärtige Amt eine Reisewarnung für den Norden des Kosovo aus, was man aber ohne Weiteres ignorieren kann, es ist hier absolut sicher.
Auch die ebenfalls immer wieder angeführte Meldepflicht spätestens drei Tagen nach der Einreise kann man ebenfalls als Wohnmobilreisender beiseite schieben. Niemand fragt beim Grenzübertritt danach.
Das Land ist gemischt muslimisch, christlich-orthodox und katholisch. Gesprochen wird Albanisch, die Währung ist der Euro, obwohl das Land weder der EU noch dem Euro-Raum angehört.
Die Menschen sind auch hier wie auf dem gesamten Balkan jedem Fremden gegenüber aufgeschlossen und überaus freundlich. Mit dem Wohnmobil herumzureisen ist ebenso bedenkenlos möglich wie in den übrigen Balkanländern. (siehe hierzu das Fazit Nordmazedonien)
Wer lieber auf Campingplätzen übernachten möcht, findet auch im Kosovo zahlreiche Möglichkeiten mit zum Teil sehr guter Infrastruktur.
Die Hauptstadt Prishtina hatte außer der neuen Kathedrale und einer schönen Fußgängerzone mit vielen Restaurants und Cafés nichts zu bieten. Sie ist eigentlich keinen Besuch wert. Wenn man Prizren und Mitrovica besucht hat, kann man die Hauptstadt auslassen.
Kosovo war für uns das spannendste Land, aufgrund seiner Größe ist es aber in einer Woche gut zu bereisen. Wenn man schon mal im Balkan ist, sollte man dieses kleine Land auf keinen Fall auslassen.