Erster Tag, Freitag, 26.12.25
Die halbe Anreise - Stopp in Würzburg
Unser erster Abschnitt der Anreise in den Harz führte über die Autobahn an Stuttgart vorbei bis nach Würzburg. Dort fanden wir in der Nähe des Zentrums einen guten, sehr großen Parkplatz, auf dem wir unseren Wagen abstellen konnten.
Beate hatte eine gute Brauereigaststätte in gar nicht so weiter Entfernung zu unserem Stellplatz gefunden, die wir bald nach unserer Ankunft aufsuchten.


Nach dem guten Essen bummelten wir noch etwas durch die dunkle Stadt und über den leeren Platz, auf dem bis kurz vor Heilig Abend der Weihnachtsmarkt stattfand.
Über die Alte Mainbrücke ging es zurück zum Wohnmobil und am späteren Abend dann ins Bett.
Zweiter Tag, Samstag, 27.12.25
Weiter in Richtung Harz
Da ich aufgrund des kalten Wetters kein Wasser in den Wohnmobiltank gefüllt hatte und wir nur wenig Mineralwasser zum Zähneputzen hatten, entschlossen wir uns in der Nähe eine Bäckerei für das Frühstück aufzusuchen. Schnell wurden wir fündig, genossen ein gutes Frühstück und kehrten zum Wohnmobil für die Weiterfahrt zurück.
Beate hatte am Vorabend Freunde in Kaufungen angeschrieben und um einen Besuch nachgefragt. Gern würde man uns sehen und so steuerten wir auf unserer Fahrt weiter nach Norden einige Kilometer östlich von Kassel den Ort Kaufungen an und trafen kurz nach 12 Uhr bei unseren Freunden ein.
Nach etwas über eineinhalb Stunden und einem üppigen zweiten Frühstück ging es weiter, die letzten einhundert Kilometer dem Ziel entgegen. Das Wetter war bisher recht sonnig gewesen, doch schon sahen wir über dem Harz tief hängende, graue Wolken. Und so war es dann auch, die letzten Kilometer am Südharzrand entlang nach Bad Lauterberg hüllten uns ins Nebelgrau.
Am Campingpark Wiesenbeker Teich angekommen sahen wir erstmal nichts von einem See, meldeten uns an und bezogen den uns zugewiesenen Stellplatz. Nun hieß es erstmal die nähere Umgebung erkunden, dann zogen wir uns in Wohnmobil zurück, da es draußen doch arg kalt wurde.
Dritter Tag, Sonntag, 28.12.25
Wanderung zum Brocken im Harz – Eindrücke, Reisetipps und Naturzustand
Am Morgen leuchtete die Sonne vom klarblauen Himmel herab und wir beeilten uns fortzukommen. Eine Brockenbesteigung stand heute auf dem Programm.
Wir fuhren über Braunlage zum Bahnhof nach Drei Annen Hohne, da wir vorhatten, von hier aus mit der Brockenbahn zum Gipfel zu fahren und anschließend zu Fuß wieder herunter zu laufen
Noch nie war ich mit dem Zug auf dem Berg gewesen und es schien so, als ob heute eine Zugfahrt wieder nicht klappen würde.
Aufgrund des Sonntags und des schönen Wetters waren Massen von Ausflüglern unterwegs und so hieß es dann, dass der nächste Zug komplett ausgebucht sei und der übernächste erst in einer Stunde kommen sollte.


So entschlossen wir uns dann bei herrlichstem Wanderwetter zu Fuß die 12 Kilometer bis zum Gipfel zurück zu legen.
Der früher so herrlich grüne Fichtenwald ist hier im Harz zu 95% tot, abgestorbene, entrindete Bäume mit kahlen, kurzen Ästen ragen wie Spargelstangen aus dem Boden in den Himmel, ein erschütterndes Bild.
Die jahrzehntelange Monokultur gab dem Borkenkäfer ausreichend Nahrung, dazu kamen Wetterextreme durch Klimaveränderungen, die diesen Wald absterben ließen. Nun überlässt man ihn sich selbst, Wiederaufforstungsarbeiten oder solche zur Entnahme der umgestürzten Bäume bleiben aus, es entsteht ein Biotop, dass sich selbst regulieren soll.
In 30 bis 40 Jahren, so hofft man, ist hier wieder ein gesunder Mischwald entstanden. Bis dahin muss man mit diesem grausigen Anblick eines toten Waldes vorlieb nehmen.
Der Weg zum Brocken zog sich hin, nicht wirklich anstrengend, nur sehr lang.
Die letzten vier Kilometer ging es dann auf der Asphaltstraße nach oben, das nun sehr ermüdend war und es schien mir, als kämen wir gar nicht voran.
Irgendwann so ca. 1000 Meter vor dem Gipfel trennte ich mich von Beate und ging schnelleren Schrittes allein dem Brockenplateau entgegen, da ich Fahrkarten kaufen wollte für den nächsten Zug ins Tal. Einen erneuten Fußmarsch wieder zurück hätten wir im Dunkeln antreten müssen.
Ich war noch gar nicht solange oben, da sah ich Beate schon kommen. Obligatorisch kehrten wir beim Brockenwirt ein und ich genehmigte mir eine Erbsensuppe mit Bockwurst, Beate Bratwurst mit Pommes.



Viertel nach vier fanden wir uns auf dem Bahnsteig ein, später als im Fahrplan angegeben kam der Zug fauchend und pfeifend den Berg hinaufgekrochen und am Bahnsteig an. Nun konnte alles einsteigen was Platz im Zug fand, ich blieb auf der Plattform direkt hinter der Lokomotive stehen und genoss die Talfahrt bei eisigem Wind. Der Himmel zeigte sich schon rot als der Zug den Brockenbahnhof verließ. Die Fahrt bis hinunter nach Drei Annen Hohne über Schierke dauerte etwas über eine Stunde, dann waren wir zurück und am Wohnmobil.
Durch dunkle Nacht ging es zurück zum Campingpark, Abendessen gab es nicht mehr, die Mahlzeit beim Brockenwirt hatte uns ausreichend gesättigt.
Den Abend verbrachten wir beim Fernsehen, dann beendeten wir diesen herrlichen Wandertag, leider mit der Gewissheit, dass der kommende Tag wenig gutes Wetter bringen wird.
Vierter Tag, Montag, 29.12.25
Nebel am See – Erkundungsfahrt durch den Südharz
Wie erwartet zeigte sich am Morgen dicker Nebel über dem See. An Wandern war nicht zu denken, heute sollte eine Erkundungsfahrt durch die Ortschaften des Südharzes stattfinden.
Zunächst ging es nach Herzberg und dort zum Welfenschloss, der großen Sehenswürdigkeit des Ortes. Leider war das Schloss komplett wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet, und das schon seit Jahren.
Schade, also hinunter in die Stadt, den Wagen geparkt und ein wenig die Hauptstraße entlang gebummelt.
Diese Fußgängerzone ist fast komplett ausgestorben, kaum Menschen unterwegs und nur noch ganz wenige Geschäfte ansässig.



Hier ist nicht mehr viel Leben im Zentrum, Wirtschaften gibt es gar keine mehr. Das trübe Wetter trug zur Totengräberstimmung bei.

Also weiter nach Clausthal-Zellerfeld zur dortigen Michaeliskirche, eine blau gestrichene Holzkirche, von der man aber aufgrund des Nebels nicht viel sah, zudem war sie geschlossen.
Nächstes Ziel Torfhaus über Altenau, doch von der Landschaft und vom Harzturm in Torfhaus, einem hohen, hölzernen Aussichtsturm, war wenig zu sehen. Hatte also wenig Sinn weiter in der Gegend herum zu fahren und so kehrten wir schon früh auf den Campingplatz zurück.
Für 19:00 Uhr hatte der Wirt zu einer Fackelwanderung um den See mit anschließendem Glühweinumtrunk geladen, doch wegen des heftigen Schneefalls und möglicher Glätte wurde die Wanderung abgesagt, es blieb der Glühweinausschank.
Etliche Wohnmobilisten fanden sich auf der Terrasse ein, man bekam ein Glas und Glühwein wurde eingeschenkt. Schnell kamen wir mit einem Ehepaar aus Ludwigsburg ins Gespräch, in das sich später auch eine Frau aus Oberhausen einklinkte. So hatten wir schon mal erste Kontakte geknüpft.
Nach etwa einer Stunde zog man sich so nach und nach zurück und auch wir verbrachten den Rest des Abends beim Fernsehen im Wohnmobil.
Fünfter Tag, Dienstag, 30.12.25
Bad Harzburg – Wanderung vom Burgberg zur Rabenklippe bei schönem Wetter
Der Himmel zeigte sich bereits am Morgen schon wieder sehr freundlich und recht schnell verschwanden die Wolken. Ein schöner Tag stand bevor und so eilten wir uns fort zu kommen.
Es ging quer über den Harz nach Bad Harzburg. Unterwegs auf den Wanderparkplätzen schon wieder Unmengen von Autos, die ihre Insassen in die Natur entließen.
Am Ortseingang von Bad Harzburg steuerten wir den Großparkplatz an, entrichteten die Parkgebühr und machten uns auf den Weg rauf zum Burgberg.
Es ging vorbei am Baumwipfelpfad und einer Flyline, einem Metallgerüst am Hang des Burgberges hinunter ins Kalte Tal, wo man von oben herab an Gurten hängend an den Baumwipfeln vorbei ins Tal schweben kann.
Wir stiegen auf zum Burgbergplateau und genossen von der Spitze des Berges bei der Canossasäule den Ausblick auf Bad Harzburg.
Dann ging es den Kaiserweg über die Säperstelle zu den Rabenklippen, allerdings auf einem Weg den ich nicht kannte, wohl neu angelegt damit auch der Bus Gäste zum Restaurant Rabenklippe bringen kann.
Kurz vor dem Ziel dann der mir bekannte Weg, der durch eine Felsenengstelle auf die Terrasse des Gasthauses führt.
Kurz vorher kann man noch über einige Stufen hinaufsteigen auf einen Aussichtsfelsen, von dem man einen guten Blick auf den Brocken und hinunter ins Eckertal werfen konnte, wo dereinst der eiserne Vorhang West von Ost trennte.

In der Gaststätte nahmen wir eine Kleinigkeit zu uns, ich wiederum eine Erbsensuppe mit Bockwurst, Beate einen Apfelkuchen. So gestärkt konnte es nach einiger Zeit weitergehen.
Immer die Straße entlang ging es zweieinhalb Kilometer bis zum Molkenhaus, das ich in ganz anderer Erinnerung hatte, und dann die frühere Rodelbahn hinunter, bis wir den Parkplatz wieder erreicht hatten.

Traditionell wollten wir in Bad Harzburg in das chinesische Restaurant „Golden Palace“ im Victoria Hotel am Berliner Platz gehen, doch es hatte noch geschlossen und so großen Hunger verspürten wir gar nicht.
Also nur ein Bummel durch die schöne Bad Harzburger „Bummelallee“, einmal rauf, einmal runter und dann zurück zum Wagen und zum Campingplatz.
Wieder einmal hatten wir eine herrliche Wanderung bei wunderschönem Wetter machen können, die aber weder so lang noch so anstrengend wie die zum Brocken war.

Sechster Tag, Mittwoch, 31.12.25 (Silvester)
Silvesterabend in Bad Lauterberg – gemütlicher Jahreswechsel im Schnee
Heute morgen wieder am Himmel alles grau und am Boden alles weiß. Es hatte bereits am gestrigen Abend angefangen zu schneien und über Nacht noch einiges hinzu gegeben. Und es schneite noch immer.
Zu Fuß traten wir den zweieinhalb Kilometer langen Weg ins Zentrum von Bad Lauterberg an.
Heute am letzten Tag des Jahres wollten wir uns den Ort ansehen, zu dem der Campingpark Wiesenbeker Teich gehört.
Hier in der Fußgängerzone war einiges los, mehrere Glühweinstände boten noch Heißgetränke an, ein kleiner Wintermarkt an der Kirche lud auch noch zum Verweilen ein. Viele Leute waren unterwegs und drängten sich an den Ständen.
Wir kauften nur etwas im Supermarkt ein, tranken einen Glühwein und wanderten dann durch den Schnee wieder zurück zum Wohnmobil. Noch war etwas Zeit um sich zu richten für die um 18:00 Uhr beginnende Silvesterfeier.
Kurz vor Beginn begaben wir uns zum Restaurant und waren gespannt auf die Tischnachbarn und das Abendprogramm. Und siehe da, am uns zugewiesenen Tisch saß bereits die Frau vom Glühweinabend zwei Tage zuvor mit ihrem Mann. Drei weiter Ehepaare gesellten sich zu uns und man kam sofort ins Gespräch.
Das Essen kam, die Gespräche wurden intensiver und es entwickelte sich ein wunderschöner, lustiger Abend in dessen Verlauf wir alle das förmliche „Sie“ ablegten und uns mit Vornamen vorstellten.
Nach dem Essen wurde zum Tanz aufgespielt und auch wir besuchten mehrfach die Tanzfläche.
Um 00:00 Uhr dann Sekt und Feuerwerk, anschließend ein äußerst üppiges Mitternachtsbuffet, dessen Köstlichkeiten man gar nicht alle probieren konnte.
Die Gespräche rissen nicht ab, es wurde gelacht, getrunken und getanzt. Kurz vor 03:00 Uhr brachen dann auch wir auf zum Wohnmobil, nicht ohne uns herzlich von den bis dann noch verbliebenen Tischnachbarn zu verabschieden. Ein wunderbarer Silvesterabend, der besser nicht hätte sein können, hatte sein Ende gefunden.
Kurz nach drei Uhr legten wir uns schlafen.

Siebter Tag, Donnerstag, 01.01.26 (Neujahr)
Fauler Tag in Bad Lauterberg – Glühwein und Teichrunde
Ganz so lange wie gedacht hatten wir dann doch nicht geschlafen. Das Wetter draußen grau, es hatte geschneit.
Heute war ein Faulenzertag angesagt, da unsere Planung, nach Altenau in die dortige Therme zu fahren, wegen des 14:00 Uhr Glühweins gekippt worden war.
Doch etwas an die frische Luft mussten wir, also warm angezogen und eine Runde um den Wiesenbeker Teich gelaufen. War ein kurzer Weg, nach einer halben Stunde waren wir zurück, genau richtig für eine oder mehrere Tassen Glühwein.
Der Wirt hatte zum Neujahrsempfang geladen, neben nicht sonderlich starkem Glühwein mit Orangenstücken darin gab es noch über dem Feuer geröstete Maronen.

Wir trafen unsere Tischnachbarn wieder und schon konnten wir erneut nette Gespräche führen. Auch nach der fünften Tasse Glühwein merkte ich nichts von seiner Wirkung, mehr gab es aber nicht, der Kessel war leer.
Die Rückkehr zum Wohnmobil war gekommen, wir verabschiedeten uns, nicht ohne ein gemeinsames Abendessen am 02. Januar auszumachen.
Der Rest des Tages war Faulenzen, fernsehen konnten wir nicht, da die Antenne in eingefahrenem Zustand eingefroren war. Nun, bei den anhaltenden Minusgraden besser als wenn sie ausgefahren wäre und wir damit abfahren müssten.
So verbrachten wir dann lesend und mit dem Surfen im Internet den Nachmittag und Abend, bis es Zeit wurde ins Bett zu gehen.
Achter Tag, Freitag, 02.01.26
Winterwanderung zum Ravensberg-Turm
Planung ist alles, der Plan ist nichts und so wurde auch heute nichts aus dem Thermenbesuch in Altenau.
Wir beide hatten nicht so rechte Lust dazu, uns stand eher der Sinn nach einer schönen Winterwanderung. Es hatte in der Nacht nochmal kräftig geschneit, zudem war der Himmel zwar grau, aber es war nicht neblig.
So zogen wir uns winterfest an und marschierten los. Es ging durch tiefen Schnee, doch zunächst in einer Spur anderer Wanderer vor uns. Dann aber zweigte der Weg ab und wir mussten uns durch den unberührten Schnee kämpfen.
Bald ging es ziemlich steil bergauf und entlang eines schmalen, kaum sichtbaren Pfades. Die schneebedeckten Äste der Bäume hingen tief herunter und wenn man den Schnee abschüttelte schnellten sie in die Höhe. Dein Beweis, wie enorm schwer Schnee doch ist.
Nach etwa zweieinhalb Stunden hatten wir den Turm auf dem Ravensberg erreicht.
Er wurde 1970 von der US Armee als Horchposten errichtet, da nicht weit entfernt die Grenze zur DDR verlief.
Heute dient er der Telekom als Mast für Mobilfunkantennen.
In der angeschlossenen Ravensberger Baude kehrten wir ein und gönnten uns eine Erbsensuppe, hier übrigens die Beste, die ich auf unseren Wanderungen gegessen hatte, und tranken heißen Schokolade und ein Bier.

Dann ging es fast auf dem gleichen Weg wieder zurück zum Campingplatz. Abwärts ging es natürlich ungleich schneller und einfacher, außerdem brauchten wir nicht mit Hilfe von Google Maps zu navigieren sondern konnten einfach nur unseren beim Aufstieg getretenen Spuren folgen.
Kurz vor 16:00 Uhr waren wir zurück. Nun hieß es erstmal den Schnee vor unserem Fahrzeug wegräumen, da wir ja morgen wieder heimfahren müssen. Danach noch ein paar Entsorgungstätigkeiten und dann machen wir uns fertig zum Abendessen.
Um 17:30 Uhr trafen wir uns dann im Restaurant nochmal mit drei der vier Pärchen vom Silvesterabend zu einem weiteren netten Abendessen mit guter Unterhaltung. Leider mussten wir gegen 20:00 Uhr das Lokal verlassen, man machte Feierabend.
Wir verbrachten den Rest des Abends noch mit etwas Fernsehen und gingen dann recht zeitig ins Bett, da wir am nächsten Tag nicht allzu spät aufbrechen wollten.
NeunterTag, Samstag, 03.01.26
Heimfahrt vom Harz ins Schwabenland
In der Nacht hatte es nochmal etwas geschneit. Wir frühstückten nicht im Wohnmobil sondern gingen gleich nachdem wir mit der Morgentoilette fertig waren ins Restaurant zum Bezahlen.
Danach hieß es dann nochmal kurz Einkaufen und dann Richtung Autobahn und zurück nach Stetten.
Kurz vor 17:00 Uhr trafen wir wieder wohlbehalten nach einer wunderschönen Woche und einer tollen Silvesterfeier zuhause ein.
































