Albanien -Siebenundzwanzigster Tag, Montag, 18.05.2026
Fahrt zum Kloster
Nachdem wir alle Arbeiten zur Vorbereitung unserer Abfahrt getroffen hatten ging es los. Unser erstes Ziel war das Kloster Zvernec etwas südlich von Vlore, der früheren Hauptstadt Albaniens.
Die Fahrt führte ein ganzes Stück den Weg zurück, den wir am Samstag gekommen waren. In der Stadt Fier bogen wir dann allerdings auf eine neue Route ein.
Wir erreichten Vlore und nach nur wenigen Kilometern fuhren wir an der Küste durch einen wunderschönen Pinienwald. Überall nach rechts und links zeigten Hinweisschilder den Weg zu Strandbars, Restaurants oder Campingplätzen.
Wir verließen den Wald und gelangten auf die Zufahrtsstraße zum Parkplatz beim Kloster Zvernec, das über einen gewundenen Holzsteg auf einer Insel liegend erreichbar war.
Die Klosterkirche war klein, stammte sie doch aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Im Garten vor dem Gebäude viele Olivenbäume, ein idyllischer Anblick. Erstaunlicherweise kostete weder der Parkplatz Gebühr noch der Zugang zum Kloster.
Zur Bucht Plazh Dalan
Weiter ging es jetzt auf Schotterstraße zur wunderschönen Bucht Plazh Dalan, die beliebt war als herrlicher Übernachtungsort für Wohnmobilisten.
Doch jetzt steht am Beginn der Straße schon ein Übernachtungsverbotsschild. Über Nacht bleiben wollten wir ja nicht, so fuhren wir vor bis zur Bucht. Hier sahen wir nun Arbeiter damit beschäftigt, Zaunpfosten aufzustellen und somit einen bereits begonnenen Zaun von der Steilküste bis zum Wasser der Lagune weiterzubauen.
Warum hier ein Zaun gebaut wird wissen wir nicht, evtl. will man in Zukunft Camper abhalten, aber dafür würde ein Tor auf der Zufahrtsstraße reichen. Oder aber hier ist größeres geplant, denn dutzende Lastwagen brachten Schottersteine zum Strand der Bucht, wo damit eine festere Straße gebaut wird.
Zurück nach Vlore und zum Zahnarzt
Schon seit fast vier Tagen plagte mich ein leichter Zahnschmerz, der mal weniger mal heftiger wurde. Ich überlegte, was zu tun sei angesichts unserer weiteren Reiseplanung.
Wahrscheinlich wird der Zahnschmerz nicht von selbst wieder verschwinden, also riet Beate mir, hier in der Stadt Vlore einen Zahnarzt aufzusuchen.
Zahnbehandlungen in Albanien sind in den letzten Jahren sehr populär geworden und es hat sich ein gewisser Zahntourismus entwickelt, da die Kosten hier noch sehr viel geringer sind als in Deutschland.
Dementsprechend viele Zahnkliniken gibt es in Albanien, zum Teil rund um die Uhr geöffnet.
Auch in Vlore, der letzten größeren Stadt im Süden Albaniens, fanden wir im Internet eine große Auswahl an Kliniken. So entschlossen wir uns, in der Stadt einen Parkplatz zu suchen und eine davon aufzusuchen.
Zuerst allerdings hieß es mal wieder, sich durch den massiven Stadtverkehr zu kämpfen. Die Albaner haben die Angewohnheit, wenn sie irgendwo hin müssen, aber keinen Parkplatz finden, das Auto einfach in der zweiten Reihe auf der Fahrbahn abzustellen und die Warnblinkanlage anzumachen. Jetzt muss sich der restliche Verkehr hier vorbeizwängen, manchmal stehen rechts und links Autos in zweiter Reihe.
Etwas abseits der Innenstadt fanden wir dann doch einen Parkplatz und suchten die erste Zahnklinik auf. Leider hatte diese angesteuerte Praxis geschlossen, obwohl laut Hinweisschildern geöffnet sein müsste. Also die nächste aufgesucht. Hier war zwar geöffnet, aber kein Zahnarzt anwesend. Erst um 17:30 Uhr könnten wir wiederkommen für eine Behandlung.
So gingen wir zurück, kauften in einem Supermarkt noch ein und mussten hier über 50 Euro hinlegen. Einkaufen in Albanien ist teuer, fast alle Produkte außer Brot kosten hier mehr als in Deutschland. Sehr viele Produkte stammen aus dem Ausland, vor allem Italien. Zwar erwirtschaftet Albaniens Landwirtschaft fast ein fünftel des BIP, dennoch muss Vieles importiert werden.
Zeit für die Behandlung
Um 17:00 Uhr machten wir uns auf, um zur Praxis zu gehen. Die behandelnde Zahnärztin war jung und sehr nett, leider konnte sie mir nicht helfen, verschrieb aber Schmerzmedikamente. Nun, werd ich wohl mit Zahnschmerzen weiterreisen müssen.
Für die Untersuchung hatte ich 15,- Euro zu zahlen, dann konnten wir gehen. Merkwürdigerweise waren meine Schmerzen plötzlich verschwunden und traten auch den Rest des Tages nicht mehr auf.
Platz für die Nacht
Wir fuhren nun aus der Stadt heraus an der Küste entlang Richtung Süden. Jetzt sahen wir, warum Vlore auch das „Miami Albaniens“ genannt wird.
Ein breiter Boulevard mit Palmen bestanden führte aus der Stadt hinaus, dazu links und rechts noble Geschäfte, Hotels und Wohnhäuser. Am Meeresufer wurde viel gebaut, die Promenade für die Sommersaison hergerichtet.
Wir folgten dem Navi Richtung eingegebenen Stellplatz und mussten dafür dann eine extrem steile Straße hoch, die aber irgendwann endete.
Also umgedreht und woanders neu versucht. Ganz bis zum ausgewählten Stellplatz fuhren wir nicht, es war schon spät und so bogen wir kurzerhand auf eine neben der Straße liegende Wiese ein und blieben hier. Zum Grillen hatten wir nun auch keine Lust mehr, also gab es wieder köstliche Spaghetti.
Weit waren wir heute nicht gekommen, der Zahn hatte was anderes mit uns vor, und als er das erreicht hatte, meldete er sich nicht mehr.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 86,9 km
Google – Landkarte: Poran bis Vlora
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 40.365 143
Längengrad: 19.489 638





















