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Brücke über den Ulzes Stausee

Von den Bergen ans Meer zum Kepi i Rodonit

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Albanien - Zwanzigster Tag, Montag, 11.05.2026

Es geht gen Westen

Wir verließen unseren herrlichen kleinen Campingplatz nach einem guten Frühstück draußen auf der schönen Sitzgruppe, die sonst von keinem anderen der Mitcamper genutzt wurde. 

Die Wirtin brachte uns noch eine kleine Schale mit wohlschmeckender, selbstgemachter Pflaumenmarmelade. Ein überaus liebevoll betriebener kleiner Campingplatz.

Für uns ging es nun raus aus der Stadt zunächst nach Süden, und hier führte das Navi dann durch enge Straßen, an denen rechts und links Autos parkten. 

Das war nun wieder gar nichts für Beate, die heute das Steuer übernommen hatte. Ausgerechnet und immer wenn sie fährt müssen wir durch so enge Straßen. Aber es führen nun mal nicht überall Autobahnen aus der Stadt hinaus, aber sicherlich gäbe es eine andere Durchgangsstraße.

Zur historischen Moschee

Unser erstes Ziel heute war die Allajbeg Moschee oder Xhamia e Allajbegise im kleinen Dorf Burim. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist heute ein bedeutendes Zeugnis der fortschreitenden Islamisierung Albaniens.

Kurz vor der Ziel nahm ich google maps als Navigationshilfe zur Hand und führte Beate Richtung Moschee. Doch hier gerieten wir wieder auf so enge, unbefestigte Wege, dass es besser schien umzudrehen. Ein Bewohner des Ortes, in dem wir uns befanden, erklärte uns den richtigen Weg ins Nachbardorf.

Hier parkten wir den Wagen auf einer großen Wiese, auf dem sich eine Gruppe Kinder aufhielt, die natürlich sofort wieder ihre Englischkenntnisse anwenden mussten und uns in gewohnter Weise ausfragten. 

Die Kinder hier sind alle nett und freundlich und nicht, wie wir es in der Türkei, insbesondere bei Jungs erlebt hatten, aggressive, vulgäre, unfreundliche Paschas, die nur Geld haben wollen.

Die Moschee selbst war geschlossen, wir konnten nur drumherum laufen und ein Foto vom Inneren durch ein Fenster machen. 

Als wir das Gelände wieder verlassen hatten kam aus dem angrenzenden kleinen Laden eine Frau mit Schlüssel und bot an, uns auch das Innere der Moschee zu zeigen, doch wir lehnten dankend ab, hatten ja alles schon durch die Fenster gesehen.

Dafür kaufte ich bei ihr noch Eier und Milch.

Durch die Berge nach Westen am Ulzes Stausee entlang

Nun ging es auf einer in der Karte rot gezeichneten Nationalstraße weiter westwärts durch wunderschöne Berglandschaft. 

Doch die Farbe auf der Landkarte ist kein Hinweis auf die Beschaffenheit der Straße. Oft so schlecht und eng wie wir es zuvor bei kleinen, gelb oder weiß gezeichneten Sträßchen erlebt hatten. Aber die Aussicht über die Landschaft entschädigte alles.

Wir fuhren am Ulzes Stausee vorbei und an einem Aussichtspunkt auf den Fluss Ulzes, eine Art Skywalk, der über das Ufer hinausragte, konnten wir wunderschöne Fotos vom grünen Wasser des Flusses machen. Hier erinnerte die Landschaft an die kanadische Wildnis.

Chaos am Flughafen Tirana

Wir verließen dann die schlechte Straße durch die Berge und gelangten in die Küstentiefebene. Nun ging es auf der Autobahn A1 in schneller Fahrt Richtung Tirana. 

In der Nähe des Flugplatzes von Tirana mussten wir die Autobahn verlassen, hier waren dann 4,30 Euro zu entrichten. Nun gerieten wir in den Zubringerverkehr zum und vom Flughafen, es ging chaotisch zu, natürlich Verkehrsstau und stockendes Weiterkommen. 

Alles drängte sich in einen Kreisverkehr, sodass es höchste Aufmerksamkeit bedurfte, mit niemandem zu kollidieren. Doch Beate brachte den Wagen hier souverän durch.

Nachdem wir dem Verkehrstrubel entkommen waren ging es nun auf kleinen, aber zum Teil sehr schlechten Straßen weiter, steil hinauf auf einen Bergrücken, der das Kap Rodon bildet, unser heutiges Ziel.

Stellplatz mit Meerblick

Kurvig auf Straßen, wie wir sie in der Ukraine erlebt hatten, ging es immer weiter bergauf und westwärts. Die Straße schlängelte sich den Bergrücken des Kaps entlang, dann ging es wieder hinunter in ein kleines Dorf, um gleich darauf wieder hinaufzuführen. 

In einem einsam gelegenen Geschäft kaufte ich noch etwas Brot, dann kamen die letzten Kilometer zum anvisierten Stellplatz. 

Hier ging es dann über einen durch Starkregen in der Vergangenheit sehr ausgewaschenen Lehmweg ein Stück Richtung Meer hinunter und hier wollte Beate fast streiken, hatte sie doch heute schon viel leisten müssen, doch auch die letzten Meter schaffte sie. Nun standen wir auf einer schönen Wiese mit herrlichem Blick auf’s Meer.

Noch ein kleiner Spaziergang, um die Füße zu vertreten, war jetzt notwendig. Am Strand entlang ging es zu einem gebrechlichen Landungssteg. Einige Fischer fuhren noch hinaus oder kamen zurück. Am Strand viel Müll und verrottete Gegenstände früherer Strandbars, aber vielleicht werden sie in der Saison wieder hergerichtet.

Ein Brautpaar ließ sich am Strand vor dem herrlichen Sonnenuntergang in vielen Einstellungen ablichten, wir aber gingen zurück zum Wohnmobil, um unser Abendessen einzunehmen.

Viel hatten wir heute gesehen, beeindruckende Landschaften, schlechte Straßen erlebt und am Ende des Tages die Ruhe am Meer genossen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 217,3 km

Google – Landkarte: Von Peshkopia ans Meer

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.565 546
Längengrad: 19.462 127

Was uns sonst so in Albanien aufgefallen ist

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