Albanien - Achtzehnter Tag, Samstag, 09.05.2026
Oh Schreck, kein Netz
Es regnete vorhersagegemäß die ganze Nacht und auch am Morgen noch. So ließen wir uns viel Zeit bis zum Frühstück und danach. Plötzlich kein Internet mehr, was war geschehen? Die SMS, die wir bekommen hatten konnten wir nicht lesen, zum Glück hatten wir ein WLAN-Signal vom nahen Restaurant. Unser Datenvolumen war aufgebraucht.
Ich erkundigte mich beim Restaurantpersonal, wo es denn einen Telefonladen gäbe und mir wurde gleich sehr nett geholfen. Also auf, dahin. Es ging durch den morgendlichen Stadtverkehr in Kukes, hier wurde chaotisch rechts und links in zweiter Reihe geparkt, Autos hupten, manchmal musste man lange warten, um vorbeizukommen. Wir blieben gelassen, wenn es nicht weitergeht geht es nicht weiter, hupen hilft da auch nichts.
Am Telefonladen angekommen zeigten wir die SMS auf unserem Smartphone, doch die nette Dame hinter dem Tresen konnte sie nicht lesen. War kroatisch, nicht albanisch, außerdem befanden wir uns im Vodafoneladen und M:TEL wie in Montenegro gibt es hier nicht.
Einzige Möglichkeit bestand darin, eine neue SIM-Karte von Vodafone zu kaufen. Also wieder tief in den Geldbeutel gegriffen, eine Karte erworben und die dann von der freundlichen Frau gleich einlegen und aktivieren lassen.
Gefangen in Kukes
So wieder mit Internetzugang ausgestattet gingen wir zurück zum Wagen und gaben ins Navi unser neues Ziel ein. Wir fuhren aus Kukes hinaus und wurden dann auf die Autobahn geführt, was wir aber gar nicht wollten.
Also nächste Ausfahrt wieder runter, doch leider gab es keine Auffahrt auf der anderen Seite, um wieder zurück zu fahren. Also nochmal rein ins Zentrum von Kukes, wieder erneut durch das Verkehrschaos.
Jetzt sollte es ohne Autobahn zum Ziel gehen, doch wenige Kilometer außerhalb der Stadt kamen Beate und mir die Richtung und die Entfernung merkwürdig vor. Das Navi wollte uns jetzt über 300 Kilometer erst nach Norden und dann durch Kosovo südlich zu unserem nur ca. 80 Kilometer entfernten Ziel schicken. Was für ein blödes Navi.
Also umgedreht und erneut in die Stadt hinein. Wir befürchteten schon, gar nicht mehr aus Kukes heraus zu kommen, da auch Straßen, die das Navi uns vorgab, Einbahnstraßen waren, in die wir gar nicht einbiegen konnten. So irrten wir herum, bis wir dann doch die richtige Straße am Flughafen vorbei Richtung Süden fanden.
Durch wunderschöne Berglandschaft
Der Regen hatte aufgehört, doch die Wolken hingen tief und verbargen die Gipfel der Berge. Die kurvenreiche Straße führte die Berghänge hinauf bis auf über 1100 Meter, nur wenige Häuser und Siedlungen wurden passiert.
Hin und wieder mussten wir anhalten, um Fotos von dieser grandiosen Landschaft zu machen. An einem dieser Fotostopps begegnete uns ein Allrad-Wohnmobil, dass wir schon vor langer Zeit in Budva neben uns auf dem Übernachtungsplatz gesehen hatten.
Der Wagen hielt an und ich sprach ein wenig mit dem Fahrer. Dann entschwanden sie wieder. Ist uns auch auf anderen Reisen schon öfter passiert, dass man unterwegs immer mal wieder auf die gleichen Leute trifft.
Kaffeestopp in Peshkopi
Beate schlug unterwegs vor, dass man doch mal eine Geburtstagskaffeepause einlegen könnte. Inzwischen war auch die Sonne wieder hervor gekommen und alles sah viel leuchtender und schöner aus. Natürlich findet man nicht sofort nach Aussprechen einer Idee die passende Möglichkeit und so mussten wir bis in die Stadt Peshkopi fahren, um ein Café zu finden.
Draußen im Sonnenschein genossen wir unseren sehr kleinen türkischen Kaffee, immer serviert mit einem Glas Wasser. Als ich hineinging, um zu zahlen, schaute sich Beate die umliegenden Übernachtungsmöglichkeiten auf der App an.
Wunderschöner Übernachtungsplatz Camping Kapxhiu
Ganz in der Nähe fand sie einen kleinen, sehr schön beschriebenen Campingplatz, mit dem ich sofort einverstanden war. Durch die Stadt ging es dorthin und wir fanden einen hübschen Garten vor mit abgetrennten Parzellen unter Weinlaub.
Der freundliche Besitzer wies uns einen Platz zu und bot uns sogleich Kaffee, Saft und Raki an. Kaffee hatten wir schon, Saft und Raki nahmen wir gerne an.
Auf dem Platz stand noch ein niederländisches Ehepaar mit VW Bus und ein deutsches Paar aus Ludwigshafen. Ich ging zu ihnen hin, sprach sie an und sogleich entwickelte sich ein nettes Gespräch.
Dann wurde an einem schönen Sitzplatz der Saft und der Raki serviert und während wir die Getränke genossen, kam das Paar aus Ludwigshafen zu uns an den Tisch.
Bald darauf traf ein weiteres Wohnmobil aus Österreich ein und ein VW Bus aus den Niederlanden. Alle Neuankömmlinge setzten sich zu uns und wurden von der Wirtin mit den Begrüßungsgetränken versorgt. Ganz tolle Geste.
Abendessen in der Wohnungsküche
Wir saßen so lange zusammen, sprachen über Reisen und Politik und alles Mögliche, bis dann die Frau des Hauses uns und die zuletzt angekommenen Niederländer zu sich in die Küche zum Essen rief. Wir hatten vorher das Angebot eines Abendessen um 19:00 Uhr angenommen.
Es schmeckte herrlich, dazu gab es guten Hauswein und zum Abschluss Raki.
Gut gesättigt dankten wir und verabschiedeten uns. Jetzt war noch ein Abendspaziergang nötig, dazu gingen wir hinunter in die Stadt und trafen eher zufällig auf die breite, gut ausgeleuchtete Fußgängerzone, die an eine Flanierpromenade in einem Touristenort an der Küste erinnerte und nicht an eine in einem Provinzstädtchen. Viele Leute waren unterwegs, kalt war es ja nicht.
Wir gingen einmal die Straße hinunter, dann wieder hinauf und zurück zum Wohnmobil.
Irgendwie waren wir beide müde, obwohl es erst halb zehn Uhr war. So legten wir uns nach diesem tollen Tagesabschluss recht früh ins Bett. Einen Abschlussschnaps brauchten wir nun nicht mehr.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 92,4 km
Google – Landkarte: Von Kukes nach Peshkopi
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.685 807
Längengrad: 20.438 567













