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Burg Rozafa in Shkodra

Erst Burg, dann Brücke, dann Berge

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Albanien - Dreizehnter Tag, Montag, 04.05.2026

Hoch zur Burg in Shkodra

Unser erstens Ziel heute war die Burg Rozafa am südlichen Stadtrand. Nun hieß es also wieder durch die halbe Stadt fahren, und das im morgendlichen Berufsverkehr. Entsprechend langsam kamen wir voran.

Unterhalb der Befestigungsanlage gab es überall kleine Parkmöglichkeiten für zwei Euro, dann mussten wir noch ca. 500 Meter zu Fuß den Berg hoch bis zum Kassenhäuschen. Auch hier nur je vier Euro Eintritt, alles also sehr moderate Preise, nicht so überhöht, wie wir es in anderen Ländern schon erlebt hatten.

Mit Ausnahme der nach wie vor soliden Befestigungsmauern, die hauptsächlich aus venezianischer Zeit stammen, sind die meisten Gebäude der Burg, zu denen auch die umgewidmete Kirchenmoschee St. Stephan zählt, zerstört. 

Der Zugang zur Burg führt durch mehrere Tore und die wuchtige Außenmauer. Das davon eingeschlossene Areal umfasst drei Höfe, die durch gesicherte Mauern voneinander abgetrennt waren. An mehreren Stellen kann die Außenmauer bestiegen werden, wovon man die Aussicht über die Stadt Shkodra und den Skutarisee genießen kann.

Wir hielten uns eine Weile in der Burg auf, machten Fotos, genossen die Aussicht und das schöne Wetter und gingen dann wieder zurück zum Wagen.

Nächstes Ziel war die Ura e Mesit, eine vermutlich im 18. Jahrhundert erbaute Brücke über den Fluss Kir, der hier aus den Bergen in die Küstenebene rund um Shkodra tritt. Aufgrund ihrer Länge gilt sie als bedeutendste und am besten erhaltene osmanische Brücke in Albanien.

Zwecks Parkplatzsuche mussten wir zunächst die daneben neu errichtete breitere Fahrzeugbrücke überqueren, doch da parkte am Anfang ein dicker LKW, sodass es schien als würden wir nicht vorbeikommen. 

Doch als ein Motorradfahrer sah, dass es eng für uns wurde, betätigte er sich sofort als Einweiser und lotste uns millimetergenau durch. Eine nette Geste. Überhaupt sind die Albaner alle sehr freundlich und hilfsbereit.

Wir inspizierten die Brücke genau, gingen runter zum Flussufer, wo sich einige Leute in Badebekleidung sonnten und sogar das kühle Nass des Gebirgsbaches zum Baden nutzten.

Leider mussten wir danach ein längeres Stück die gleiche Straße zurück, die wir gekommen waren, um unser heutiges Tagesziel zu erreichen. 

Auch hier treffen wir diese in West- wie in Osteuropa verbreitete Unsitte an, den fließenden Verkehr durch ständige Bodenschwellen und erhaben erbaute Fußgängerüberwege einzubremsen. Ein konstantes, ruhiges Fahren innerhalb von Städten und Gemeinden ist so kaum möglich, immer wieder muss man abbremsen und über die Buckel fahren. Wenigstens etwas, was positiv in Deutschland ist, dass es sowas bei uns nicht gibt.

Wandersiedlung in den albanischen Alpen

Ein Hauptreiseziel für Naturliebhaber und Wanderfreunde ist der Bergort Theth in den albanischen Alpen. 

Von Shkodra aus sind es ca. 80 Kilometer auf gut ausgebauter, aber trotzdem nicht allzu breiter Straße. Man muss hier viele Serpentinen hoch zum Qafa Buni i Thores Pass mit phantastischer Aussicht auf die umliegende Bergwelt und dann wieder über noch mehr Serpentinen hinunter ins Dorf Theth. Allein die Anreise hierher ist ein unvergessliches Erlebnis.

Das langgezogene Bergdorf Theth ist ein äußerst beliebtes und angesagtes Reiseziel in Albanien. Theth liegt auf 770 Metern Höhe in traumhafter Natur, umrahmt von gewaltigen Bergen und schroffen Felswänden im Nationalpark Albanische Alpen. Ich fühlte mich ein bisschen an unsere Fahrt ins Karakorumgebirge in Pakistan erinnert, nur dass die Berge dort noch höher waren.

Besonders Wanderer, Kletterer, Naturliebhaber und Fotografen kommen im Tal von Theth und in der wilden, teilweise noch unberührten Umgebung auf ihre Kosten.

Auch wir hatten uns vorgenommen, hier zwei Nächte zu verweilen und eine der schönsten Wanderungen von hier aus zu unternehmen.

Nachdem wir endlich gegen halb vier angekommen waren, konnten wir den anvisierten Stellplatz nicht finden. In Theth gibt es eine Menge Campingmöglichkeiten, alle unterschiedlich teuer, wir strebten einen als günstig beschriebenen Platz an, doch den gab es offensichtlich nicht mehr.

Auf einer anderen Wiese neben einem Restaurant sahen wir ein Wohnmobil stehen, also dann dorthin.

Doch ein Angestellter des Restaurants erklärte mir, dass diese Wiese nicht zum Haus gehört aber man den Besitzer fragen könne, ob wir hier stehen dürfen, dem anderen Wohnmobil wurde es auch erlaubt.

Ich wollte schon wieder gehen da sah ich, wie eine junge Frau schon telefonierte und beim Wiesenbesitzer das OK einholte. Zu zahlen brauchten wir nichts, lediglich wenn wir im Restaurant duschen wollten.

Das hat ja wieder gut geklappt, wir waren sehr zufrieden.

Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Bummel durch das sehr lang gezogene Dorf, setzten uns dann in ein Restaurant mit Biergarten, tranken ein gutes Bier und gingen zum Wohnmobil zurück.

Die Sonne hatte sich schon hinter den umliegenden Bergen versteckt und es wurde kühl, dennoch saß ich noch etwas draußen, während Beate lieber das noch warme Wohnmobil vorzog.

Voller Erwartungen auf den nächsten Wandertag gingen wir nicht allzu spät ins Bett.

Kirche von Theth
Kirche von Theth

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 98,2 km

Google – Landkarte: Von Shkodra in die Alpen nach Theth

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.388 398
Längengrad: 19.782 374

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Sieker-Hoppmann, Ruth

    Dass Albaner sehr freundlich sind, bzw. zumindest weniger aggressiv als z.B. Serben durfte ich während meiner Berufstätigkeit auch lernen. Aber, es sind auch Schlitzohren, aber freundliche 🥳
    Ach ja, die Strassen Huppels, die es hier in D noch nicht gibt, werden schon noch kommen, keine Sorge 😉

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