Albanien - Zwölfter Tag, Sonntag, 03.05.2026
Der kurze Weg nach Albanien
Außer einem fast die ganze Nacht in der Ferne bellender Hund war es auf unserem Stellplatz absolut ruhig. Es kam auch kein Auto mehr, der riesige Parkplatz blieb leer.
Gebaut wurde er wohl für das daneben befindliche Restaurant, oder Geschäft das aber noch geschlossen hatte und eher wie eine Arbeiterkantine aussah. Mag sein, dass hier nichts los war, weil langes, freies Wochenende über den 01. Mai war. Wir wissen es nicht.
Heute nun peilten wir die Grenze nach Albanien an, keine lange Fahrt war mehr notwendig. Es ging über Vladimir, wo wir schon gestern waren und noch einmal günstig getankt hatten Richtung Grenze.
Ungefähr einen Kilometer vorher schon die erste albanische Fahne und Stau. Nur langsam schob sich die Fahrzeugkolonne vorwärts, vorbei an zahlreichen kleinen Verkaufsständen für Obst, Feigen und Gemüse. Manch ein Autofahrer kaufte etwas aus dem Wagen heraus, auch wir erwarben eine Schale Erdbeeren für vier Euro, wie sich später in Albanien herausstellte total überteuert.
Ohne Kontrolle über die Grenze
In zwei Reihen schoben sich die Fahrzeuge durch das Grenzkontrollgebäude, offenbar eins für die Aus- und Einreise.
Grenzbeamte mit Listen liefen herum, schrieben etwas auf und ließen uns ohne die Ausweise zu kontrollieren einfach durch. Und dabei hatte ich alles schön bereit gelegt, Reisepässe, Fahrzeugschein, Versicherungsnachweis, nichts mussten wir vorweisen.
Schon auf den ersten Kilometern durch Albanien zeigte sich ein Unterschied zum Nachbarland, irgendwie erschien alles ein wenig einfacher, rückständiger.
Wir sahen hoch mit Heu beladene Pferdefuhrwerke und andere seltsame Fahrzeuge, die es so in Montenegro nicht gegeben hatte.
Zudem fuhren die Albaner viel schneller und überholten riskanter.
Shkoder, erste Stadt in Albanien
Schon kurze Zeit später erreichten wir die Außenbezirke von Shkoder oder Shkodra. Hier hatte ich einen kleinen Campingstellplatz mitten in der Stadt ausgewählt, den wir alsbald erreichten. Ein kleiner, schöner Platz, sehr kostengünstig mit einfachen Duschen und Toiletten. Aber darauf legen wir weniger Wert, haben das ja alles im Fahrzeug.
Zu Fuß ging es nun direkt ins Stadtzentrum, zuerst aber hieß es Geld zu tauschen, hier kann nämlich nicht überall mit Karte gezahlt werden.
Dass erwies sich als nicht so einfach, da zwar am heutigen Sonntag fast alle Geschäfte geöffnet hatten, nicht aber Banken und Wechselstuben. Doch auch da hatten wir Glück, eine Wechselstube hatte geöffnet und wir konnten Geld einwechseln. Nun müssen wir wieder mit größeren Summen rechnen, Umrechnungskurs grob gesagt 100 zu eins.
Die Stadt selber hatte schon orientalisches Flair mit vielen Straßenhändlern und alles ein wenig heruntergekommener als in Montenegro. Vieles war schon schön hergerichtet aber vieles eben auch noch nicht.
Wir kamen an Schuhläden vorbei mit Bergen von übereinander getürmten Schuhen, wie man da ein passendes Paar, das einem auch noch gefällt herausfinden will, wissen wohl nur die Albaner.
Das Zentrum zu finden ist gar nicht so einfach, die Stadt ist groß, hat ca. 62.000 Einwohner und gilt als älteste Stadt des Landes. Ein zentraler Anlaufpunkt ist die große Moschee, Albanien ist mit ca. 57% mehrheitlich muslimisch geprägt, aber es gibt auch Christen und Orthodoxe.
So steht gleich neben der Moschee eine christliche Kirche und etwas weiter entfernt die St. Stefans Kathedrale. Alle Religionsgemeinschaften leben friedlich miteinander, das Land gilt als Vorbild für religiöse Koexistenz.
Im Telefonladen und der Fußgangerzone
In Shkodra gibt es ausgesprochen viele Läden mit Zubehör für Smartphones und auch in der Nähe der Moschee fanden wir gleich zwei nebeneinander. In einem besorgte sich Beate ein neues Schutzglas und eine neue Schutzhülle für ihr Smartphone, im anderen kaufte ich eine neue Hülle. Beides zusammen für kleines Geld.
Eher zufällig bogen wir danach in die Fußgängerzone der Altstadt ein, hier spielte sich das gesellschaftliche Leben ab. Es reihte sich Restaurant an Restaurant und Café an Café, wunderschön und sehr einladend.
Wir zogen noch etwas umher, kamen zur große, leider geschlossenen Kathedrale und liefen dann Richtung Moschee zurück. Von hier aus sahen wir in einer weiteren Nebenstraße viele Kunsthandwerker- und Blumenstände, die wir uns ansehen wollten. Es fand an diesem Sonntag hier ein kleines Fest der Blumen statt, daher auch etliche hübsch aufgebaute Stände, an denen man sich in schönem Umfeld fotografieren konnte.
Bis vor zum Rathaus gingen wir, dann drehten wir um und kehrten zurück in die hübsche Fußgängerzone. Hier in einer Bar genossen wir draußen ein gutes Bier und eine Kaffee.
Beobachtet man so die vorbeiziehenden Leute fällt auf, dass es gar keine länderspezifischen Unterschiede mehr gibt, überall sehen alle gleich aus, gleich angezogen, gleicher Habitus, immer mit dem Smartphone unterwegs. Das Einzige, was uns noch von den Albanern, Montenegrinern, Kroaten und anderen Europäern unterscheidet ist die Sprache, sonst nichts.
Aufgefallen sind uns des öfteren im Straßenbild an Bäumen oder Verkehrsschildern aufgehänge Vogelkäfige mit Singvögeln darin. Dies ist Tradition in Albanien, vor allem vor Geschäften nund Restaurants werden diese Käfige aufgehängt, das Singen und Zwitschern der Vögel soll für eine schöne Atmosphäre sorgen.
Abendessen - Albanische Spezialität
Ich hatte mich bei unserem Campingplatzbetreiber nach einem guten Restaurant mit traditioneller Küche erkundigt und er hatte mir eines empfohlen, zu dem wir nun gingen.
Obwohl es erst halb fünf war saßen hier schon viele Leute beim Essen. Wir konnten gerade noch zwei Plätze draußen bekommen. Hier wird anscheinend sehr früh gegessen.
Satt und zufrieden traten wir den Rückweg zum Campingplatz an und saßen dort noch etwas in der Sonne, bevor sie hinter den Häusern verschwunden war. Schon wurde es kühl und wir zogen uns ins Wohnmobil zurück.

Touren – Informationen
Google – Landkarte: Grenze Montenegro nach Albanien
Gefahrene Kilometer: 37,6 km
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.079 846
Längengrad: 19.512 412
















Trotzdem die Häuser am Verfallen sind, stehen Tische davor. Fussgängerzone, Moschee und Kathedrale sehen aber sehr gut aus.