Fünfzehnter Tag, Mittwoch, 06.05.2026
Adé, du wunderschönes Theth
Gestern hatten wir es nicht mehr geschafft, uns den „Blutracheturm“ von Theth anzuschauen, auch eine Sehenswürdigkeit des Ortes.
Dieser steinerne Turm ohne große Fenster mit nur einer kleinen Tür diente früher dazu, Straftäter solange zu verbergen und sie vor der in Albanien üblichen Blutrache zu schützen, bis sie vor ein ordentliches Gericht gestellt wurde. Hier im Turm waren sie vorerst sicher.
Danach versuchten wir noch einen Blick in die Kirche zu werfen, doch sie war geschlossen. Durch ein Fenster sahen wir, dass dies kein großer Verlust war, sie zeigte sich recht unscheinbar.
Dann ging es bei wunderschönem Sonnenwetter wieder auf der gleichen Straße zurück, auf der wir nach Theth gekommen waren.
Immer wieder musste ich die umliegende, in der Sonne leuchtende Bergwelt betrachten. Es fiel auf, dass sehr viele pakistanisch-indisch aussehende Menschen in Theth waren, wahrscheinlich, weil sie die Bergwelt hier so an die Berge des Kharakhorums oder Himalayas erinnern.
Dann, an einer sehr engen Stelle mit Gegenverkehr geriet der Wagen so dicht an den Bordstein, dass es knackte und knirschte.
Oh je, da scheint was gebrochen zu sein. Bei der nächsten Möglichkeit schauten wir nach, eine Plastikverkleidung unterhalb der Aufbautür hatte einige Bruchstellen und Kratzer erlitten. Halb so schlimm, kann daheim wieder repariert werden.
Zum großen Touristenbauernhof - Mrizi i Zavane
Von Beates Cousin hatten wir Kenntnis bekommen von einem seiner Meinung nach sehr schönen Bauernhof mit Restaurant, Hotel, Wohnmobilstellplätzen und Hofladen.
Dieser Hof lag nur 45 Kilometer südlich von Shkoder und wurde zu unserem ersten Ziel am heutigen Tag. Leider trübte sich das Wetter von Westen her ein, die strahlende Sonne war verschwunden.
Wir parkten auf dem Hof, wo schon viele PKW standen und davor zwei Reisebusse. In einem relativ kleinen Ziegenstall tummelten sich viele Tiere, zu viel wahrscheinlich für diesen Stall, ebenso hatten wir den Eindruck, dass auch die Gänse arg wenig Platz hatten.
In einem Gehege daneben liefen Gänseküken umher, alle schon sehr gerupft, wahrscheinlich haben sich die aufgrund der Enge ihres Stalls schon gegenseitig die Federn ausgerissen.
Der Hof selbst machte einen sehr touristischen Eindruck. Viele Leute saßen unter einem großen, begrüntem Dach und aßen zu Mittag. Die Bedienungen liefen hin und her, treppauf treppab, um den Gästen ihr Essen zu bringen.
Im Restaurant selber auch alles voll und sehr gediegen. Wir besuchten nur den Hofladen, kauften etwas Käse und Marmelade und fuhren dann weiter. So sehr gefiel es uns hier nicht.
Über Schotterstraßen zum Komansee
Es ging wieder nordwärts und etwa 31 Kilometer vor unseren eingegebenen Tagesziel wurde die Straße zur unbefestigten Schotterstraße.
Es schien aber so, als wären Vorbereitungen getroffen, sie alsbald zu asphaltieren. Doch noch hieß es recht langsam fahren, alles rüttelte und schüttelte. Doch gerade dafür hatte ich ja dem Wagen vorne neue Stoßdämpfer verpassen lassen und hinten Zusatzfedern.
Der Gegenverkehr staubte uns jedesmal ein, auch wir zogen eine Staubwolke hinter uns her. Erst etwa neun Kilometer vor der Ortschaft Koman, unseren Ziel, trafen wir auf Straßenbauarbeiter, die damit beschäftigt waren, die Straße zu asphaltieren. Ab hier ging es jetzt wieder geruhsam und flott weiter.
Stellplatzsuche
Der zunächst anvisierte Stellplatz in Koman schien verlassen bzw., geschlossen zu sein, so fuhren wir einen anderen Parkplatz an, auf dem wir einen guten Stellplatz unweit der Fähre über den Komanisee fanden.
Der Himmel hatte sich eingetrübt und zwischendrin regnete es auch etwas, aber gegen Abend lockerte sich der Himmel wieder auf.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 155,7 km
Google – Landkarte: Von Theth zum Komansee
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.102 664
Längengrad: 19.818 144













