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Flagge von Montenegro auf dem Njegoš-Mausoleum

Auf’s Bergl nauf – Wanderung auf den Jezerski Vrh

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Achter Tag, Mittwoch, 29.04.2026

Schon eine Woche unterwegs

Vor einer Woche starteten wir zu unserer Balkanreise, jetzt saßen wir schon weit südlich in Montenegro im wärmenden Sonnenschein und genossen unser Frühstück draußen auf vom Platzbetreiber bereitgestellten Bänken und Tischen. 

Dann brachen wir auf wieder zurück in den Lovcen Nationalpark zum dortigen Nationalparkzentrum, da wir bei dem herrlichen Wetter in dieser wunderschönen Landschaft wieder einmal etwas Wandern wollten.

Unser Stellplatz
Unser Stellplatz

Herrlicher Weg hinauf zu Gipfel Jezerski Vrh

Auf dem Weg zum Nationalparkzentrum hatten wir bei der Einfahrt in den Park erneut sechs Euro zu entrichten, die gestern Abend gekauften Eintrittskarten galten nicht mehr. 

Wir parkten den Wagen direkt beim noch im Umbau befindlichen Gebäude des Parkzentrums. Hier hatte ich erhofft, Informationen und Unterlagen für Wanderungen zu bekommen, doch das war wohl jetzt nichts. Aber Beate fand auch so auf Komoot eine schöne Runde auf den Gipfel des Jezerski Vrh, eines 1670 Meter hohen Berges mit dem Mausoleum für Petar II Petrovic – Nejegos, einem bedeutenden montenegrinischen Philosophen, Dichter und Herrscher, der schon mit 38 Jahren verstarb.

Das Mausoleum wurde von 1970 bis 1974 neu erbaut, nachdem dort eine Kapelle aus dem Jahr 1925 abgerissen wurde. Es gilt als eines der bedeutendsten Wahrzeichen Montenegros.

 

Tiere am Wegesrand

Auf dem Weg dorthin setzte ich meinen Fuß kurz vor den Kopf einer Schlange, erschrak etwas und wich zurück. Die kleine Schlange blieb liegen und erst als Beate näher kam nahm sie Reißaus. Wie wir später feststellten handelte es sich um eine europäische Hornotter oder Sandviper, eine der giftigsten Schlangenarten Europas. Nun, ich hatte dicke Wanderstiefel an, mir hätte sie nichts anhaben können.

Etwas später konnten wir eine kleine Eidechse beobachten, die sich gerade einen Käfer schmecken lies, überhaupt huschten ständig Eidechsen vor uns nach rechts und links ins Gras oder unter Steine.

Der Weg war sehr moderat, nur ein kleineres steiles Stück musste bewältigt werden, dann waren wir auf der Straße, die hoch zu einem Restaurant unterhalb des Gipfels führt. Dieser Straße folgten wir nun und waren alsbald am Restaurant.

Viele Stufen und ein Tunnel

Zum Mausoleum hinauf ging es nun nach Zahlung eines Eintritts über 461 Stufen und in einem Tunnel den Berg hinauf. Beate sparte sich diese Anstrengung am Ende unseres Aufstieges und kehrte lieber im Restaurant ein und genoss die Aussicht.

Ich machte mich an den Aufstieg, der enorm in die Beine ging und viel Puste kostete. Endlich oben angekommen fand sich dort ein recht modernes Gebäude mit einer Kapelle, vor der zwei riesige steinerne Figuren standen und in der auch nur ein sitzender Mann in Landestracht vor einem Adler saß.

An der rechten Seite der Kapelle konnte man vorbei und hinaus auf eine Aussichtsplattform treten, von der aus man einen wunderbaren Blick hinüber auf den Lovcen und die Landschaft unterhalb hatte.

Links von der Kapelle ging es zwei Treppen hinunter in die Gruft, an deren hinterer Wand der Sarkophag des Verstorbenen stand. Der ganze Raum war sehr kalt und nüchtern gehalten, ich würde mich hier als Toter nicht sehr wohl fühlen.

Abstieg vom Berg und Rückkehr zum Wagen

Ich trat den Rückweg hinunter über diese vielen Treppenstufen an und unten, kurz vor dem Tunnel kam mir ein älteres Ehepaar entgegen, sie recht korpulent und schon arg aus der Puste. Eigentlich hätte ich zu ihnen gehen sollen und sagen, sie können sich die 16 Euro Eintritt sparen, hinauf schaffen sie es sicherlich ohnehin nicht, doch ich verkniff es mir.

Ich kehrte dann zu Beate ins Restaurant ein, gönnte mir eine heiße Schokolade, die eher an einen dünnen Schokopudding erinnerte, aber sehr gut war, und trat dann mit ihr zusammen den Rückweg an.

Wir nahmen jetzt den Wanderweg hinunter, nicht die Straße und schwenkten dann irgendwann auf den Weg zurück zum Wagen ein, diesmal ein anderer als der Hinweg.

Nach knapp fünf Stunden Wanderung in absolut traumhafter Natur fuhren wir zurück nach Cetinje und weiter zu einem Restaurant, da wir uns nach diesem herrlichen Wandertag ein gutes Abendessen gönnen wollten.

Wir durften auch gleich auf dem Parkplatz vor dem Restaurant über Nacht stehen bleiben und genossen sehr gute Cevapcici und Pljeskavica mit Pommes frites und zwei Bier für sagenhafte 21 Euro. In Drvenik in Kroatien hatten wir für ein ähnliches Abendessen 45 Euro bezahlen müssen.

In wunderschöner Tag neige sich dem Ende, leider mit der Aussicht auf einen Regentag morgen, doch den kann man verschmerzen, da die Vorhersage danach nur noch Sonne pur verspricht.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 48,8 km

Google – Landkarte: Lovcen Nationalpark mit Wanderung

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.370 151
Längengrad: 18. 953 741

Feierabendbier
Feierabendbier

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