Montenegro- Dreiundfünfzigster Tag, Samstag, 13.06.2026
Die Durmitor Runde beginnt
Erwartungsgemäß heute morgen strahlender Sonnenschein vom blauen Himmel. Lediglich über den Berggipfeln ein paar Wölkchen. Um draußen zu frühstücken war es zu kalt, also drinnen das üblich gute Morgenmahl eingenommen.
Kurz bevor wir abfahrfertig waren kamen ein paar Leute, die wohl gestern Abend schon frische Blumen ins Lokal gebracht hatten. Wahrscheinlich ist ab diesem Wochenende Saisonbeginn und Lokaleröffnung. Sie störten sich überhaupt nicht daran, dass wir praktisch vor der Eingangstür des Gasthauses geparkt hatten, würdigten uns keines Blickes.
Dann ging es für uns um viertel vor zehn los. Zunächst übernahm ich das Steuer und lenkte den Wagen über die enge, einspurige Straße und musste dabei natürlich auch viel herumschauen, um die herrliche Bergwelt zu genießen.
Um mir das noch mehr zu ermöglichen, setzte sich dann Beate ans Steuer, damit ich auch viele Fotos machen und mich uneingeschränkt der herrlichen Landschaft widmen konnte.
Zum Glück war heute morgen noch nicht viel los, es kamen uns nur ganz wenige Autos entgegen, manchmal wurde es etwas eng, aber immer kam man ohne Schramme aneinander vorbei. Oft mussten wir halten und aussteigen, die Weitsichten auf die Umgebung waren einfach fantastisch.
Kurz hinter der kleinen Ansiedlung Mala Crna Gora dann ein Aussichtspunkt hinunter in den tiefen Suscko Canyon, hier stand man völlig ohne eine Sicherung am Abgrund.
Dann kamen zahlreiche Kehren steil hinunter zum relativ kleinen Suscko See, der nur wenig Wasser enthielt und im Sommer stets austrocknet. Die Straße hier hinunter voller Steine, bei Regenwetter sollte man diese Strecke besser meiden, der Steinschlag ist nicht zu unterschätzen.
Auf der Talsohle angekommen legten wir beim idyllisch gelegenen See eine kurze Pause ein. Die Umgebung und die Berge am Ende des Tales erinnerten an die Alpen in Österreich.
Vor der Weiterfahrt hatten wir dann an einem Kassenhäuschen unsere heutige Nationalparkgebühr zu zahlen, die Tickets gelten immer nur einen Tag. Könnte man ja auch bei uns einführen, Eintritt für die deutschen Nationalparks zu verlangen, aber darauf kommt bei uns niemand.
Mittagsrast im Durmitor Nationalpark
Wir erreichten den Umkehrpunkt der Strecke, von hier ab ging es zunächst südwärts und später dann wieder zurück Richtung Zabljak.
In der kleinen Ortschaft Trsa, die genau auf der Hälfte der Route liegt, gab es zwei Wirtschaften, eine davon gut besetzt, alle sonnigen Tische belegt. Also zum anderen Lokal gegangen und hier einen Platz in der Sonne gefunden. Wir befanden uns nämlich in ziemlicher Höhe und da war es doch noch recht kühl.
Nach einer kleinen Erfrischung und etwas Erholung ging es weiter. Die Landschaft änderte sich nun, die größeren Waldgebiete waren verschwunden, es ging nur noch durch grüne, hügelige Wiesenlandschaft.
Doch die hatte es in sich, überall felsige Berge und Einschnitte, wir kamen aus dem Staunen über die Wunder der Natur nicht mehr heraus. Teilweise führte die Straße dicht an einem Abhang entlang und jetzt, am Nachmittag, wurde der Gegenverkehr stärker.
Es mussten immer wieder enge Ausweichmanöver gefahren werden, die Beate volle Konzentration abverlangten. Aber immer ging es gut.
Hinter jeder Kurve, jeder Biegung eröffnete sich vor uns ein neues, unbeschreibliches Naturpanorama. Die Bergwelt hier so einzigartig, wie wir sie noch nie gesehen hatten.
An allen schönen Aussichtspunkten standen jetzt viele Autos und Motorradfahrer, die Strecke ist ideal für sie. Fotos um Fotos wurden gemacht, man konnte sich nicht lösen von diesen Naturschönheiten.
Über den Sedlo Pass hinunter zum Ziel
Langsam ging es weiter bergauf und dann plötzlich in der Ferne der Höhepunkt der Strecke, die Bergformation am Sedlo-Pass, der „Sattel der Götter“.
Dieser Berg ist tatsächlich wie ein riesiger Sattel geformt und erhebt sich aus grünen Wiesen majestätisch in die Höhe. Entsprechend viele Autos und Leute auch hier am Aussichtspunkt auf den Berg. Hier wie auch schon an anderer Stelle vorher hat man einen riesigen Holzrahmen aufgebaut, durch den man dann schon gerahmte Fotos des Berges machen konnte.
Ein paar Kilometer weiter dann der höchste Punkt der Durmitor Runde, der 1905 Meter hohe Sedlo – Pass direkt am Fuß des sattelförmigen Berges. Auch hier machten wir kurz halt für Fotos.
Dann ging es hinunter und in die Stadt Zabljak hinein. Hier kauften wir noch etwas ein und fuhren dann wieder zu dem Stellplatz in der Nähe des schwarzen Sees, auf dem wir schon eine regnerische Nacht verbracht hatten.
Verdientes Abendessen
Nach dieser anstrengenden und hervorragend bewältigten Fahrt hatte Beate es sich verdient, kein Abendessen mehr zubereiten zu müssen, sondern wir gingen die 15 Minuten zum Restaurant am See zum Essen.
Jetzt zeigte sich die vor zwei Tagen so schmerzlich vermisste Bergkulisse im Hintergrund in ihrer vollen Pracht. Auf der Terrasse des Restaurants sitzend konnten wir bei diesem herrlichen Anblick unser Abendessen und das verdiente Bier genießen.
Ein wundervoller Tag und die Krönung der bisherigen Reise neigte sich dem Ende.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 78,4 km
Google – Landkarte: Durmitor Nationalpark Runde 2
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 43.151 460
Längengrad: 19.102: 548
































