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Tara Nationalpark

Im Tal der Tara -Nationalpark Montenegro

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Montenegro- Einundfünfzigster Tag, Donnerstag, 11.06.2026

Zum Kloster Dobrilovina

Wir verließen den schönen Waldstellplatz um 10:00 Uhr und schlugen die Route weiter nach Norden ein. Zunächst ging es bis zur Ortschaft Mojkovac, denn schwenkte die Straße nach Nordwesten ins Tal der Tara.

Hier ging es immer entlang des Flusses mit zum Teil wunderschönen Ausblicken auf das klare, blaugrüne Wasser. Das Taratal gilt als die tiefste Schlucht Europas und die zweittiefste der Welt. 

Hoch ragen die Bergflanken rechts und links auf, man fährt allerdings fast immer ziemlich nahe der Talsohle, sodass man erst sehr weit oben im Talverlauf tiefe Einblicke bekommt.

Unterwegs ein Hinweisschild auf das Kloster Dobrilovina, dem wir folgten und für ein kurzes Stück Weg die Hauptstraße verließen. Eine hübsche, wohl sehr alte Kirche stand da im hellen Sonnenschein. Der Glockenturm aus Holzbalken ist wohl viel später ergänzt worden. Hinein konnte man nicht, nur ein paar Fotos außen herum waren möglich.

Nach etwa 20 Minuten fuhren wir weiter.

Spontanes River Rafting

Es ging weiter durch wunderschöne Landschaft mit herrlichen Ausblicken auf die Berge. Dann erreichten wir eine Stelle mit einer Hütte rechts am Flussufer und links davon einem großen Parkplatz. 

Wir hielten an und stiegen aus, da Beate ein paar Fotos vom Fluss und den im Wasser liegenden drei Schlauchbooten machen wollte. Eine Busgruppe jüngerer Leute traf ein, die sich sofort bei der Hütte Neoprenanzüge anzogen und Helme aufsetzten. Sie machten sich fertig für eine Fahrt mit den Schlauchbooten auf dem Fluss.

Auch Beate bekam wohl Lust darauf und bat mich, doch mal den Ranger in der Hütte zu fragen, ob eine Bootsfahrt möglich wäre. Er verstand mich nur bruchstückhaft, rief aber sofort jemanden an, mit dem ich über Telefon unseren Wunsch vortragen konnte.

Ja, eine Bootsfahrt sei möglich, in fünf Minuten ist jemand da, um uns abzuholen. Tatsächlich war wenige Minuten später ein Wagen da, der uns ein paar Kilometer bis zur beeindruckenden Brücke über die Taraschlucht mitnahm. 

Hier befand sich die Raftingstation. Nachdem das Geld den Besitzer gewechselt hatte konnten auch wir Neoprenanzüge anziehen und den Helm aufsetzen. Dann ging es mit einem Schlauchboot auf dem Anhänger zurück zum Parkplatz, wo unser Wohnmobil stand. Das Boot wurde zu Wasser gelassen und los ging es.

 Zwei junge Leute waren unser Kapitän und Steuermann, wir saßen vorn, sie hinten. Mit kräftigen Paddelschlägen brachten wir das Boot voran.

Sehr aufgewühlt war der Fluss zunächst nicht, dann kamen die ersten, schwächeren Stromschnellen. So paddelten wir auf dem Fluss dahin bis zu einer Stelle, wo ein reißender Gebirgsbach in die Tara mündete.

Hier hielten wir an und stiegen ein wenig den Bachlauf hinauf. Dieser Sturzbach kam weiter oben aus den Felsen heraus, also ein unterirdisch durch den Berg fließender Fluss.

Sehr interessant anzusehen, wie plötzlich ziemliche Wassermassen aus dem Gestein der Berge hervortreten.

Dann ging es weiter, wir unterquerten die hoch über uns den Canyon überspannende Tarabrücke und kamen dann in Bereiche, in denen immer heftigere Stromschnelle auftraten.

Hier kam das Boot ordentlich in Bewegung, Wasser spritze herein und wir wurden recht nass. Es machte Spaß, hier den Fluss zu befahren.

Eiskaltes Bad im Fluss

An einer sehr tiefen Stelle erklärte uns unser Führer, dass hier gebadet werden könne, wenn wir Lust hätten zu schwimmen dann hier. 

Das Wasser sah so kristallklar aus, dass ich schon die ganze Zeit daran dachte, wie schön es doch wäre, ein Bad zu nehmen. So setzte ich den Helm ab und ließ mich rückwärts ins Wasser fallen. 

Eiskalt war es, die Arme, die nicht vom Anzug bedeckt waren, wurden sofort schmerzhaft kalt, sodass ich so schnell es ging mich wieder am Boot festhielt, um sie aus dem Wasser zu bekommen. Dann schwamm ich zum Ufer und stieg heraus.

Doch noch einmal wollte ich probieren zu schwimmen, aber schon Sekunden später war ich zurück am Ufer. Das Wasser war doch zu kalt zum Baden.

Jetzt ging es weiter, noch einige kleinere Stromschnellen waren zu durchfahren, dann hatten wir die Endanlegestelle erreicht. Wir zogen uns um, das Boot wurde verladen und zurück ging es bis zur Brücke. Hier mussten wir aussteigen, die Überfahrt über die Brücke war gesperrt.

Chinesen überall

Die Tarabrücke, von 1938 bis1940 erbaut und zwei Jahre später wieder gesprengt, um den Vormarsch deutscher Truppen aufzuhalten und nach dem Krieg wieder hergestellt, gilt mit ihren 129 Metern über dem Talgrund als höchste Brücke der Welt. 

Jetzt hat die Regierung sechs Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um sie zu sanieren. Diese Arbeit wurde an eine chinesische Firma vergeben, die die Brücke nun erstmal komplett einrüsten. Da die Fahrbahn sehr schmal ist, wird sie nur zu bestimmten Zeiten für den Verkehr freigegeben. Deshalb stauen sich auch viele Fahrzeuge vor der Brücke.

Schon seltsam, die Montenegriner gehen zum Arbeiten ins Ausland, die heimische Arbeit wird dann von Chinesen erledigt. Auf diese Weise wird Europa möglicherweise langsam aber sicher von China übernommen.

Weiterfahrt zum Nachtquartier

Nachdem wir zu unserem Wohnmobil zurückgebracht worden waren fuhren wir weiter, nicht über die Brücke sondern links ab gen Westen. Unser Ziel war die Stadt Zabljak am Beginn der Panoramaroute 2 durch den Durmitor Nationalpark. 

Dort fanden wir auch einen guten Stellplatz, doch leider zogen dunkle Wolken auf mit und Blitz und Donner. Schon bald mussten wir uns ins Wohnmobil zurückziehen, den es begann heftigst zu regnen, ja gar zu hageln.

Der Regen war auch den Großteil der Nacht zu hören, doch wir hatten es ja trocken und warm und konnten gut schlafen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 79,2 km

Google – Landkarte: Taraschlucht

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 43.151 588
Längengrad: 19.102 404

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