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Fährfahrt auf dem Komansee

Wir fahren über’n See, über’n See – Komansee

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Sechzehnter Tag, Donnerstag, 07.05.2026

Merkwürdige Preisgestaltung bei der Fähre am Komansee

Wir hatten uns entschlossen, egal wie das Wetter sein wird, heute mit der Fähre über den Koman-Stausee nach Fierze zu fahren. Vorhersagegemäß fing es am frühen Morgen leicht an zu regnen, hörte aber alsbald wieder auf. 

Zum Fähranleger hatten wir es nicht weit, nur zwei Kilometer, doch die Abfahrt war schon um neun Uhr. Deswegen verzichteten wir auf unser Frühstück und verließen bereits kurz nach acht Uhr unseren Stellplatz.

Zunächst ging es bergauf, etwas verwundert waren wir schon, doch dann tauchte die Sperrmauer des Komansees auf. Es ist ein Stausee und da liegt die Wasseroberfläche halt nicht auf Meeresniveau. 

Vor der Staumauer ein Tunneleingang und davor ein Parkplatz, auf dem wir angehalten und gefragt wurden, ob wir eine Reservierung hätten. Wir verneinten dies und nun wurde unser Wagen vermessen für den Fahrpreis. Allerdings geschah dies durch Abschreiten der Länge des Wagens, meinen Angaben wurde nicht getraut. 

So kam am Ende als Länge 5,70 Meter und als Breite 2,60 Meter heraus, obwohl der Wagen nur 2,30 Meter breit ist, aber ich wollte nicht mehr diskutieren. Ein Preis wurde errechnet, die Euroscheine wechselten den Besitzer und wir konnten nach weiterer Wartezeit die letzten 500 Meter durch den Tunnel zum Anleger fahren.

Chaos am Fähranleger

Direkt nach dem Tunnel standen wir auf der Fläche vor den Fähren, zwei Stück fahren von hier gleichzeitig ab. Es herrschte ein großes Chaos, Autos parkten wild, Kleinbusse kamen, luden die Passagiere aus, die meisten für Ausflugsfahrten zum Shala – River, und Autos wurde verladen.

Unsere Fähre sah schon sehr voll aus und ich fragte mich, ob wir darauf wohl noch Platz finden. Wir mussten lange warten, dann wurde ich aufgefordert, den Wagen zu wenden und rückwärts auf die Fähre zu fahren. 

Gar nicht mal so einfach bei so wenig Patz, doch Beate und ein Mann des Fährpersonals wiesen mich millimetergenau ein, sodass der Wagen perfekt auf der rechten Seite der Fähre direkt an der Reling abgestellt werden konnte. Gute Arbeit.

Wunderschöne Seefahrt auf dem Komansee

Obwohl es leicht regnete war die Sicht auf die Berge gut. Natürlich hätte alles bei Sonnenschein und blauem Himmel noch strahlender ausgesehen, doch auch so sah man die hohen Berge ringsum und die schroffen Felsen, die bei den engen Passagen direkt in den See abfielen.

Der Koman-Stausee ist ein sehr schmaler, sehr langer Stausee, der Fluss, der ihn bildet, zieht sich quer durch ganz Albanien. Auf Deck war es recht kalt, doch die vorbeiziehende Landschaft, die engen Felsdurchfahrten ließen die Kälte vergessen. Mit einigen anderen Fahrgästen aus Deutschland und Österreich standen wir auf dem Oberdeck und unterhielten uns.

Die vorbeiziehende Landschaft erinnerte uns manchmal an Thailand, dichtes, dickes Grün zog sich die Berghänge hoch, dazwischen hin und wieder kleine Häuser und Hütten. Der Regen hörte auf, doch es wurde uns nun zu kalt und wir zogen uns ins Wohnmobil zurück. 

Da wir an vorderster Stelle auf Deck standen, konnten wir die weitere Fahrt bequem durch die Windschutzscheibe verfolgen.

Runter vom Schiff und Frühstück

Nach etwa zwei dreiviertel Stunden Seefahrt legte das Schiff in Fierze an. Wir waren nach einigen Fußgängern die ersten, die vom Schiff rollen konnten. Viertel vor zwölf war es und der morgendliche Hunger hatte sich schon längst eingestellt. So fuhren wir nur wenige Kilometer bis zu einer Parkbucht und machten erstmal ausgiebig Frühstück.

Dann ging es weiter, getankt werden musste, doch die zwei in Fierze befindlichen Tankstellen hatten keinen Sprit für uns. So steuerten wir die nächste größere Stadt an, Bajram Curri, und da gab es sowohl Diesel wie auch Autogas (LPG). 

Wir wurden von einem Tankwart bedient, der mit einem großen Bündel Geldscheinen herumlief und wir hier auch nur bar bezahlen konnten, entweder mit Leke oder Euro. Wir blätterten etliche Scheine in Landeswährung hin, der zweithöchste Wert sind hier 5000 Leke, also ca. 50 Euro, doch wir hatten nur 1000 Leke Scheine. Es ist gut in Albanien genügend Bargeld dabei zu haben. Man kann hier nicht immer mit Karte zahlen.

Nun war viel Geld weg und wir mussten an einem Geldautomaten neues ziehen, geht ja sehr komfortabel. Dann noch etwas Einkaufen und die letzten Kilometer zum Ziel im nördlichen Valbonatal.

Fierze Anlagestelle der Fähre
Fierze Anlagestelle der Fähre

„Verschlafenes“ Valbonatal – von wegen

Wir hatten uns hier ein enges, verschlafenes Gebirgstal vorgestellt, doch auch hier wie in Theth überall recht neue Hotels und andere Gästeunterkünfte, von wegen einsam und verschlafen. Viel Bautätigkeit war zu sehen, breite Straßen und gute Fußwege. Noch war zwar wenig los, aber in der Hauptsaison wird auch hier „der Bär toben“.

Unseren Nächtigungsplatz fanden wir im riesigen Schotterbett des derzeit ausgetrockneten Flusses Lumi i Valbones ganz am Ende der sehr langezogenen Siedlung.

Da die Sonne sich am Himmel zeigte, zogen wir unsere Wandersachen an und traten eine kleine Wanderung entlang des Flussbettes in den hinteren Teil des Tales an. Hier verläuft auch der Weg über den Pass nach Theth, das gar nicht so weit entfernt liegt. 

Er ist auch Teil des Weitwanderwegs „Peaks of the Balkans“, der von Theth aus 192 Kilometer durch die Berge Albaniens, Kosovos und Montenegros verläuft. Wir gingen nur etwas mehr als drei Kilometer in eine Richtung und kehrten dann wieder um. 

Die umliegenden, schroffen und hoch aufragenden Berge waren beeindruckend anzusehen und leuchteten im Sonnenschein. Immer mehr wichen die Wolken bis sie am Abend ganz verschwunden waren.

Unterwegs trafen wir auf einen kleineren streunenden Hund, der uns eine Weile begleitete, dann aber verschwunden war. Als wir nach ca. zwei Stunden zum Wohnmobil zurück kamen lag er im Kies vor dem Wagen. 

Er blieb auch den ganzen Abend beim Fahrzeug und zog noch andere Hunde an, wir mussten sie aber ignorieren. Wahrscheinlich hatte der Hund bei unserem Erstkontakt Witterung aufgenommen und war der Spur dann zurück bis zum Wohnmobil gefolgt in der Hoffnung, hier etwas zu Fressen zu bekommen. Wir hatten aber nichts für ihn.

Den Abend verbrachten wir wir üblich im Wohnmobil, tranken noch ein Schnäpschen als Tagesabschluss und legten uns dann schlafen.

Unser Stellplatz im Valbonatal
Unser Stellplatz im Valbonatal

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 48,6 km
Kilometer auf See: 34 km
Gewandert: 6 km

Google – Landkarte: Fährfahrt Komanstaustee ins Valbonatal

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.426 265
Längengrad: 19.871 233

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ruth

    Der Fluss, der sich im Stausee aus Shala und Valbona ergibt heisst also Drin. Nie vorher gehört.
    Aber den Namen „Berisha“, der auf der Fähre geschrieben stand, hab‘ ich schon oft gehört, wohl ein gängiger albanischer Name.
    Und dann standen da auf einmal ein Maultier und ein Pferd in der Landschaft 🧐

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