Montenegro - Elfter Tag, Samstag, 02.05.2026
Immer am Skutarisee entlang

Unsere weitere Fahrt führte uns wieder entlang der engen Straße am Skutarisee immer höher hinauf in die Berge. Ein herrlicher Blick hinunter auf den See mit seinen vielen Inselchen in relativer Ufernähe.
Der Skutarisee ist der größte See des Balkans und gehört zum Teil zu Montenegro und zum Teil zu Albanien. Seine Größe variiert zwischen 370 Quadratkilometer im Sommer und 550 Quadratkilometern im Frühjahr nach der Schneeschmelze. Er ist dann so groß wie der Bodensee.
Zum Glück kamen am heutigen Vormittag nur wenige Autos entgegen, die wir problemlos passieren konnten. An einer Straßenkehre hielten wir an, denn hier war man erstens ganz dicht an der Grenze zu Albanien, allerdings ohne Übergang, und zweitens konnte man von hier sowohl auf den See als auch auf die Adria blicken.
An einer Tankstelle im kleinen Ort Vladimir füllten wir unseren Gasvorrat auf und hier stand auch ein Mann, der unzählige Plastikkanister und Flaschen mit Benzin füllte.
Wo er herkam konnte ich nicht sehen, möglicherweise aus Albanien, denn dort in das Benzin deutlich teurer als in Montenegro, sodass es sich wohl lohnen muss, hierher zu fahren und dann aber den ganzen Kofferraum mit Benzinkanistern zu füllen.

Letzte Stadt in Montenegro - Ulcinj
Ein paar Kilometer weiter erreichten wir Ulcinj, die letzte Stadt in Montenegro und gleichzeitig die mit der größten albanischen Bevölkerung.
Hier herrschte schon reges Treiben am Strand, obwohl noch viel hergerichtet werden musste. Vorbei an den vielen Hotels, Restaurants und Bars auf der Promenade ging es zur Altstadt.
Diese besteht in der Mehrheit allerdings nur noch aus Hotels, Apartmenthäusern und Restaurants. Wohnen wird hier kaum noch jemand, die Lage auf einem Felsvorsprung hoch über dem Meer und die engen Gassen machen es nicht leicht, hier noch dauerhaft ein Haus oder eine Wohnung zu haben. So wurde das Meiste umgewandelt zu Unterkünften und Restaurants für Touristen.
Zum alten Olivenbaum in Bar
Alsbald schon kehrten wir zum Wagen zurück und setzten unsere Fahrt fort, nun wieder an der Adriaküste entlang aber gen Norden. Die alte Stadt Bar stand noch auf dem Programm, eine Ruinenstadt.
Doch zuvor hieß es noch den alten Olivenbaum zu besichtigen, auf den die Bewohner von Bar besonders stolz sind. Er steht in einem kleinen Park und man muss zwei Euro Eintritt entrichten, um ihn aus der Nähe zu sehen.
Beate weigerte sich hierfür zu zahlen und so ging ich allein in den Park. Der Baum soll einem Gutachten nach etwa 2250 Jahre alt sein, er hat schon zweimal ein Feuer überstanden und lebt immer noch. Schon beeindruckend wenn man sich vorstellt, wie lange dieser Baum hier schon steht und jedes Jahr wieder grün wird und sogar noch Früchte trägt.

Ruinenstadt Stari Bar
Dann ging es hinauf zur alten Stadt Bar bzw. zu dem, was noch übrig ist. Es war viel los, viele Autos drängten sich auf den Parkplatz, sodass wir uns einen etwas abgelegeneren Platz suchen mussten, um den Wagen zu parken.
Wie wir bereits zuvor festgestellt hatten, als wir noch etwas einkaufen wollten und alles geschlossen war, ist auch der 02. Mai, der Tag nach dem „Tag der Arbeit“ in Montenegro arbeitsfrei. Da sind dann natürlich alle auf den Beinen, zumal der 3. Mai dieses Jahr noch ein Sonntag ist.
Hinauf zur Altstadt ging es durch eine Souvenir- und Gaststättenstraße, wo sich Unmengen von Menschen tummelten und im warmen Sonnenschein aßen oder ein Getränk zu sich nahmen.
Der Eintritt in die alte, ruinierte Stadt war moderat, fünf Euro pro Person, das konnte man akzeptieren und so gingen wir hinein.
Die Stadt Bar wurde erstmals im 9. Jahrhundert urkundlich als “Antibarium” erwähnt. In den folgenden Jahrhunderten wechselte Bar häufig ihren Besitzer und fiel im Jahr 1528 unter osmanische Herrschaft. Diese währte, bis die Stadt 1877 von den Montenegrinern angegriffen und ein großer Teil währenddessen zerstört wurde.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Bar Teil Jugoslawiens und während des Zweiten Weltkrieges zum italienischen Besatzungsgebiet. Im Jahr 1979 erlebte Bar ein schweres Erdbeben, wodurch die Stadt völlig zerstört wurde. Danach wurde sie aufgegeben und das neue Bar an der Küste erbaut.
Der Besuch war sehr interessant, wir erkundeten fast jeden Winkel der Ruinenstadt und machten viele Fotos.
Irgendwann dann hatten wir genug, verließen die Stadtmauern und setzten uns in ein Straßenlokal, um ein gutes Glas Bier mit Granatapfelsaft zu probieren. Ist halt eine andere Art Radler.
Zum Übernachtungsplatz
Da es schon recht spät war wollten wir nicht mehr sehr weit fahren, noch eine halbe Stunde, dann hatten wir in einem kleinen Ort einen großen, asphaltierten Parkplatz erreicht, auf dem wir ganz allein und abgeschieden unseren Wagen abstellen konnten. Man fragt sich, warum in diesem Dorf ein so großer Parkplatz gebaut wurde, den niemand nutzt.
Die Nacht jedoch versprach absolut ruhig zu werden.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 103,7 km
Google – Landkarte: Vom Skadarskosee wieder an die Adria
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.028 738
Längengrad: 19.167 398

























Touristischer als ich gedacht hätte 🧐😊