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Sveti Nedjelja auf dem Felsen

Von der Kirche Sveti Nedjelja auf dem Felsen und der engen Straße am See

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Montenegro - Zehnter Tag, Freitag, 01.05.2026

Schöne Inselsiedlung unerreichbar

Der heftige Wind, der manchmal zum Sturm wurde und das Wohnmobil wie ein Schiff auf hoher See schwanken lies, verstummte auch in der Nacht nicht und nicht am Morgen.

Nach dem Frühstück erkundigte zunächst ich allein die Reste der früheren österreichisch-ungarischen Festung Mogren, von der nur ein paar Mauern noch stehen, und ging dann mit Beate einen steilen Weg hinunter, von dem wir dachten, er führe bis ans Meer. 

Doch dem war nicht so, er endete an der hohen Steilküste, aber mit tollem Blick auf die Altstadt von Budva.

Unsere weitere Fahrt führte uns dann nur wenige Kilometer südlich nach Sveti Stefan, einem Küstenort wie jeder andere auch, nur mit einer vorgelagerten Insel, auf der sich einst die Altstadt von Sveti Stefan befand.

Die ehemalige Fischersiedlung aus dem 15. Jahrhundert ist durch einen Damm mit dem Festland verbunden und bekannt für ihre roten Dächer, engen Gassen und luxuriösen Suiten. Die Insel wurde im 20. Jahrhundert zu einem exklusiven Rückzugsort für Prominente und Königshäuser umgestaltet.

Man konnte nur über den Damm bis zum verschlossenen Tor gehen, eine Besichtigung ist nicht mehr möglich. Wahrscheinlich ist zu dieser Zeit auch kein Gast anwesend, denn sämtliche Fensterläden waren geschlossen.

So blieb uns nur übrig ein paar Fotos zu machen und uns über die vielen meist asiatischen jungen Frauen zu amüsieren, die sich in allen möglichen Fotomodellposen fotografieren ließen. Hatten wir ja auch schon anderswo gesehen.

Eingangstor zur Hotelinsel
Eingangstor zur Hotelinsel

Bootsfahrt zum Felsen

Weiter südlich erreichten wir den Ort Petrovac, an sich wenig bedeutend und wir wollten schon weiterfahren, da erblickte ich in der Bucht die kleine Kirche hoch oben auf einem spitzen Felsen. 

Dies Motiv hatte ich schon mal gesehen und da wollte ich hin. Also parkten wir den Wagen und gingen hinunter zum Hafen. Vorbei ging es an Bauruinen für große Hotels oder Apartmenthäuser, der Bauboom macht auch an Montenegros Adriaküste nicht halt, doch auch hier geraten die Investoren mit ihren Riesenprojekten ins Straucheln und müssen aufgeben. Es bleiben hässliche Rohbauten, die Ort und Küste verschandeln.

Promenade in Petrovac
Promenade in Petrovac

Am Hafen dann zahlreiche Werber für Bootsrundfahrten zur Felseninsel und durch die Bucht, erstaunlicher Weise zu moderaten Preisen, eine Stunde für 10,- Euro pro Person.

Das ließen wir uns nicht entgehen, ein gerade abgelegtes Boot kehrte nochmal zurück, wir konnten einsteigen und los ging es.

Die Fahrt führte zunächst zu einer Höhle in der Steilküste und einer Bucht mit herrlich blauem Wasser, dann ging es hinüber zur Insel mit der Kirche.

Der Weg über eine Treppe mit schon arg verrostetem und teilweise fehlendem Geländer führte steil hinauf. 

Auf der Felsspitze, auf einem winzigen Plateau thronte dieses kleine Kirchlein und trotzte wohl bisher jedem Sturm und jedem Wetter. Die Kirche Sveti Nedjelja wurde von gestrandeten Seeleuten erbaut, aber 1979 durch ein Erdbeben zerstört. Die jetzige Kirche hat man dann im späten 20. Jahrhundert neu errichtet.

Der Innenraum ist klein und orthodox eingerichtet, viel Geld unterschiedlichster Währungen lag an den unterschiedlichsten Stellen, alles Spenden der Besucher.

Über die Berge an den See

Weiter ging es über die alte Passstraße hoch über die Berge mit phantastischer Aussicht auf’s Meer zum Skadersee, dem größten See des Balkans. Ein zentraler Ort hier ist die Siedlung Virpazar, die aber tatsächlich nur aus Restaurants und Anbietern für Bootstouren über den See besteht.

So liefen wir etwas herum, auch weil Virpazar für den in der Region angebauten Wein Cremeniza gepriesen wird, eine neben dem Vrnac weitere autochthone Weinsorte in Montenegro. Leider fand sich kein Geschäft und so konnte ich keine Flasche erwerben.

Nun folgte die Weiterfahrt auf der engen Straße nahe des Seeufers entlang, ähnlich wie die Passstraße von Kotor aus, nur dass diesmal Beate am Steuer saß. 

Und wieder kamen fast immer an Engstellen Autos entgegen, Millimeterarbeit war gefordert, manchmal Rückwärtsfahrt, damit man aneinander vorbei kam. Leider können etliche Autofahrer nicht gut fahren, bleiben einfach stehen oder haben Angst. 

So blieb es oft bei uns mit unserem großen Wagen in eine kaum ausreichende Bucht zu fahren, um den Entgegenkommenden vorbei zu lassen. Doch auch Beate gelang dies gut, wir schafften es, stets ohne Schramme oder Kratzer den Wagen an anderen vorbei zu bugsieren. 

Wobei die in die Straße hängenden Äste und Zweige der Bäume und Büsche oftmals schreckliche Kratzgeräusche am Wagenkasten und den Fenstern verursachten und doch leichte Schrammen zurück ließen. Aber die hat es auch schon auf vorhergehenden Reisen gegeben.

Da wir gestern Grillfleisch gekauft hatten, suchten wir abseits der Straße einen guten Platz mit toller Sicht auf See und Berge und bereiteten unser Abendessen. 

Zu unserer Überraschung gesellte sich noch ein Wohnmobil zu uns auf den engen Platz, ein junges Pärchen aus Australien, die sich aber trotz des herrlichen Sonnenwetters und der phantastischen Aussicht nicht draußen blicken ließen.

Bei einem guten Glas Wein und einem Spiel beendeten wir am späteren Abend diesen wieder wunderschönen Tag.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 61,7 km

Google – Landkarte: Von der Küste auf der engen Straße zum See

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.202 009
Längengrad: 19.162 241

Alter Olivenbaum
Alter Olivenbaum
Eine beinlose Eidechse
Eine beinlose Eidechse

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ruth

    Sveti Nedjelja – Heiliger Sonntag 😊
    Nettes Kirchlein.
    Sehr schöne Landschaft.

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