Zurück aufs britische „Festland“

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Zweiundzwanzigster Tag, Donnerstag, 02.06.2022

Wunderbar ruhig war die Nacht an diesem herrlichen Stellplatz. Wieder konnten wir draußen frühstücken, nur beobachtet von den Schafen mit ihren Lämmern.

Wohnmobil
Schottland
Oyster Shed
Oyster Shed

Dann ging es weiter, Tagesziel war heute Fort William am Ben Nevis, dem höchsten Berg Großbritanniens. Der Weg führte uns zunächst bis zu dem Abzweig, wo es zum einen zu den Fairy Pools geht und zum anderen zur Talisker Whisky Destillerie. Hier sollte es auch Wasser geben, mussten wir nämlich auffüllen. Doch leider Fehlanzeige. Ich sah dann aber, dass der von mir markierte Punkt „Oyster Shed“ ganz in der Nähe liegt. Hierbei handelt es sich um eine einfache Halle, in der Austern und Fisch verkauft wird, aber auch entsprechende Speisen angeboten werden. Wir parkten dort, ich bestellte eine Portion geräucherte Makrelen mit Pommes und sah dann, dass an der Hütte ein Wasserhahn angebracht war mit Aufschrift „Trinkwasser“. Wunderbar, dachte ich, Wasserproblem gelöst. Kurz einen vom Personal gefragt, natürlich kein Problem, und schon wanderten 80 Liter frisches Trinkwasser in unseren Tank.

Nach Speis und Tank ging es weiter, wieder kamen wir an einen Ort, den wir schon zweimal vorher aufgesucht hatten, die Cuillin Brauerei. Also wieder anhalten und ein Schächtelchen des leckeren Bieres gekauft. Nächster Stopp dann Broadford, die Tankstelle war schon auf unserer Herfahrt billig, war sie immer noch. Also gleich mal Diesel nachgefüllt, im angegliederten Coop – Markt eingekauft und weiter nach Armadale zur Fähre rüber nach Mallaig aufs britische „Festland“.gefahren. Eine Tafel am Straßenrand zeigte die nächste Fährabfahrt um 15:00 Uhr an. Sehr rechtzeitig waren wir am Hafen, Platz auf der Fähre war auch noch, also Tickets gekauft und kurz vor 15:00 Uhr rauf aufs Schiff. Die Fähren verkehren hier wie auf dem Bodensee zwischen Meersburg und Konstanz, immer zwei die sich begegnen, aber mit weniger Transportkapazität.

Armadale Fähre
Armadale Fähre

Nach 40 Minuten Überfahrt kamen wir in Mallaig an. Das Wetter hier leider wieder grau und trüb, wir hatten das schöne Wetter auf Skye gelassen. Mein erstes Ziel galt dem Bahnhof, auf dem tatsächlich der Westcoast – Express stand, eine rauchende Dampflok am vorderen Ende. Dieser Zug verkehrt zweimal täglich zwischen Fort William und Mallaig und er ist bekannt geworden aus den Harry-Potter-Filmen. Höhepunkt der Fahrt ist die Überquerung des Glenfinnan – Viadukts, auch zusehen bei Harald Töpfer.

Westcoast – Express
Westcoast – Express
Westcoast – Express
Westcoast – Express

Einen kurzen Regenschauer in Mallaig hatten wir zu überstehen, dann ging es weiter Richtung Fort William. Da der Zug um 17:00 Uhr Mallaig verlässt, hatten wir gute Chancen, ihn bei der Überfahrt über das Glenfinnan – Viadukt zu sehen und zu fotografieren. Die Straße dorthin führte durch phantastischen Landschaften, die mich immer wieder mal an Neuseeland erinnerten.

Halb sechs steuerten wir den Parkplatz am obligatorischen Besucherzentrum des Viadukts an. Ich glaube, vor den Harry-Potter-Filmen hat sich hierfür niemand interessiert, jetzt ist hier der Teufel los. Sechs Pfund Parkgebühr verlangt man für ein Wohnmobil, da hab ich gestreikt und nicht bezahlt. Wir liefen dann zum Viadukt und zum Aussichtspunkt oberhalb desselben. Hier waren schon unzählige Menschen versammelt, die alle den Zug fotografieren wollten. 40 Minuten mussten wir warten, dann kam er dampfend an, überquerte das Viadukt und verschwand. Das Ganze dauerte weniger als eine Minute, dann erhoben sich alle Wartenden wieder und strömten zu ihren Autos.

Glenfinnan – Viadukts
Glenfinnan – Viadukts
Glenfinnan – Viadukts

Fort William war bald erreicht, auf der Fahrt dorthin wunderbare Ansichten auf den Ben Nevis, der Angaben zufolge die Mehrzahl der Tage im Jahr in Wolken gehüllt sein soll. Wenn das so ist, haben wir ja jetzt Glück, kein Wölkchen umspielte den Gipfel. Wir fuhren einen Platz an, von dem aus Wanderungen zur Spitze möglich sein sollen. Als wir ankamen, war dort alles voll, nebenan gibt es das Ben Nevis Inn, ein Lokal mit Alpenhüttencharme. Anscheinend wollen viele Wohnmobilfahrer, aber auch andere Personen, am morgigen Tag aufbrechen, um den Ben Nevis zu erobern. Wir quetschten uns zwischen zwei Fahrzeuge, sodass wir nur noch zur Fahrertür heraus konnten. Da das Lokal sehr gut sein soll, gutes Bier und gutes Essen, gingen wir rein und nahmen unser Abendessen zu uns. Erstmals Haggis, die schottische Nationalspeise, ähnlich wir Pfälzer Saumagen, alles drin, was nicht anderweitig verarbeitet werden kann. Tatsächlich alles sehr lecker.

Wir entschlossen uns, da die Wettervorhersage gutes Wetter morgen versprach, früh aufzustehen und den Gipfelsturm zu wagen. Also am Abend noch Vorbereitungen getroffen und dann früh ins Bett, der Wecker wird bald klingeln.

Gefahrene Kilometer: 179 km

 

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ruth

    Sehr schön, das Viaduct, auch schon ohne Zug. Bin nun gespannt, ob Ihr am Freitag den Gipfel gestürmt habt🥳

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