Auf der Suche nach gutem Whisky

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Dreizehnter Tag, Dienstag, 24.05.2022

Heute sollten wir den schottischen Malt Whisky Trail erreichen, ein Gebiet, verbunden mit einer touristischen Route, in dem sich Destillerie an Destillerie reiht. Vor allem Beate hatte es auf ausgedehnte Whiskyproben abgesehen, ich konnte ja nicht, da ich heute Fahrer war. Zunächst jedoch ging es zum ehemaligen Bahnhof von Ballater, wo früher die Königin ankam, um dann mit ihrem Hofstaat die restlichen 14 Meilen zum Balmoral Castle per Kutsche zurück zu legen. Der Bahnhof und die umliegenden Gebäude sind noch so erhalten wie zu Victorias Zeiten.

Bahnhof von Ballater

Dann ging es hoch in die Highlands, das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, allerdings war es immer noch kalt, nicht Ende Mai gemäß.

Herrliche Landschaften taten sich vor uns auf, weite, mit Heidekraut (leider noch nicht blühend) bedeckte Berge und schier unendliche Weiten. Dazwischen immer wieder satte grüne Wiesen und wunderschöne gelbe Farbtupfer des Stechginsters, der hier überall, vor allem an den Straßenrändern blüht. Immer wieder mussten wir anhalten, um Fotos zu machen. Man konnte sich nicht satt sehen.

Schottland
Schottland
Schottland
Schottland
Schottland

Dann steuerten wir über kleine Sträßchen die erste Whisky-Destillerie an, die Glenlivet Destillerie.

Großzügiger Parkplatz, moderne Empfangsgebäude, im Inneren elegante Verkaufs- und Showräume. Leider waren weder Termine für eine Betriebsführung noch für eine Whiskyprobe verfügbar. Schade, aber so ist es, fast nichts ist heutzutage mehr spontan möglich, immer muss man lange vorher buchen. Aber einen Whisky wollten wir wenigstens probieren, man schenkte uns ein, aber geschmeckt hat er nicht. Dennoch kauften wir zwei kleine Probierfläschchen für 7,50 Pfund.

Glenlivet Destillerie
50 Jahre alter Glenlivet Whisky 19.500 Pfund
Glenlivet Destillerie

Es ging weiter nach Dufftown, der Heimat des bekanntesten Single Malt Whiskys Schottlands, des Glenfiddich. Destillerie aber erst von Mittwoch bis Samstag geöffnet. Also weiter, nächste Station Rothes mit der Glen Grant Destillerie. Hier hatten wir Glück, Betriebsbesichtigung mit kleiner Whiskyprobe für 15 Pfund für beide. Da ich als Fahrer nichts trinken konnte, gab man mir zwei kleine Fläschchen, wo hinein ich dann meine Whiskyproben geben konnte, um sie am Abend zu „genießen“. Betriebsführung war ok., dann die Probe draußen bei Sonnenschein. Der erste Whisky, 10 Jahre alt, rief wenig bis gar keine Begeisterung bei Beate hervor. Verdünnt mit Wasser ging es. Ein zweiter, den Worten der erklärenden Lady zufolge weichere Whisky rief auch keine entzückten Geschmacksregungen hervor. Fazit jetzt schon: Whisky ist was für andere.

Glen Grant Destillerie
Glen Grant Destillerie
Glen Grant Destillerie

Tagesendziel für heute Inverness bzw. Loch Ness. Über kleine, landschaftlich wunderschöne Sträßchen ging es gen Westen Richtung Inverness. Die Stadt mieden wir, sie bietet wenig Sehenswertes, fuhren stattdessen das rechte Ufer des Loch Ness entlang nach Drummnadrochit. Hier in der Nähe liegt auch die Ruine des Urquhart Castles, das ich vor 45 Jahren schon einmal besucht hatte. Ich war 1977 bei einer Frau in Inverness untergekommen und fuhr am nächsten Tag am Loch Ness entlang. Heute frage ich mich, wie es mir damals möglich war, nur mit einfacher Landkarte ohne Mobiltelefon und Navigationsgerät raus aus Inverness zum Loch Ness gefunden zu haben. Aber es ging. Für viele heute unvorstellbar.

Loch Ness
Loch Ness
Loch Ness
Loch Ness, wo ist das Ungeheuer?

In Drumnadrochit, dem Zentrum des Loch-Ness-Tourismus, suchten wir eine Übernachtungsmöglichkeit, doch leider überall Parkverbot für Wohnmobile über Nacht. Ein teurer Campingplatz schien uns nach mehrfachem Hin- und Herfahren die einzige Möglichkeit, doch wurden wir dann doch noch in einer kleinen, abseits des Ortes gelegen Straße fündig. Offensichtlich will man hier keine Wohnmobile, außer auf dem Campingplatz.

Urquhardt Castles
Urquhardt Castles am Loch Ness

Ernüchtert wurde ich wieder durch die Preise zum Besuch des Urquhardt Castles. 13 Pfund will man pro Person dafür, nur um eine alte Ruine anzuschauen. Natürlich wieder das obligatorische Besucherzentrum mit einem Haufen teuren Müll, den ohnehin niemand braucht und zuhause im Kasten verschwinden lässt. Die Ruine kann man auch nicht sehen, alles eingewachsen und abgesperrt, nur ja kein Foto machen ohne den Geldbeutel entleert zu haben.

Als ich vor 45 Jahren hier war, war nichts, vielleicht noch nicht mal Eintritt, und wenn, dann allenfalls ein Pfund.

Zeiten, wie habt ihr euch gewandelt.

Gefahrene Kilometer: 219 km

Landkarte

Ungeheuer von Loch Ness
Da ist es ja. Ungeheuer von Loch Ness

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