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Carnaval Venitien d’Annecy

Carnaval Venitien d’Annecy

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Erster Tag, Donnerstag, 26.02.26

Kurzreise zum venezianischen Karneval ins Venedig der Alpen

Unsere erste Etappe zum knapp 450 Kilometer entfernten Annecy in Frankreich startete kurz vor Mittag. Wir hatten nur vor, bis nach Schachen, wenige Kilometer hinter Luzern zu unserem Sohn mit Frau und Enkel zu fahren und dort die erste Nacht zu verbringen. Kurz vor 14 Uhr erreichten wir unser Ziel.

Den Rest des Tages verbrachten wir bei Ihnen. 

Zweiter Tag, Freitag, 27.02.26

Weiter geht's nach Annecy

Nach dem Frühstück ging es auf zur zweiten Etappe nach Annecy. Zunächst auf Landstraßen durch das schöne Emmental nach Bern und dort durch die Stadt. 

Dann auf die Autobahn Richtung Genf, vorbei am Lac Neuchâtel und Lac Leman, dem Genfer See. Bei Genf dann der Grenzübergang nach Frankreich und weil die Autobahnen hier kostenpflichtig sind, wechselten wir auf die Landstraße, was allerdings 15 Minuten mehr Zeit kostete.

Blick auf den Lac d'Annecy und die Berge
Blick auf den Lac d'Annecy und die Berge

Aufreibende Parkplatzsuche

Kurz vor 14:00 Uhr erreichen wir Annecy und fuhren sogleich den vorher ausgesuchten Parkplatz an. Doch oh Schreck, der Platz war voll, ein anderer mit einer Höhenbeschränkung versehen. 

Was nun? Also andere Plätze auf unserer App gesucht und angefahren, doch entweder waren die Stellplätze schief oder schräg, höhenbeschränkt oder komplett voll. Egal wo wir hinfuhren, wir hatten kein Glück.

Dann noch ein Versuch weit außerhalb des Stadtzentrums, hier dann endlich nach einer Stunde nervenaufreibender Herumfahrerei ein freier Parkplatz, den wir natürlich sofort für uns einnahmen.

Die Altstadt war von hier allerdings fast dreieinhalb Kilometer entfernt. Aber laufen macht uns nichts aus.

Wundervolle Altstadt und festliche Kostüme

Kaum hatten wir den Wagen geparkt, ging es auch schon zu Fuß ins Zentrum. Die Sonne leuchtete vom klarblauen Himmel und es war frühlingshaft warm. 

Wir marschierten den langen Weg hinab in die Altstadt und durchstreiften die engen Gassen von Annecy. Ein wunderschönes Städtchen mit vielen Lokalen an den Ufern des durch den Ort fließenden Fluss, der sich mehrfach an kleinen, bebauten Inseln vorbei schlängelt und so den Eindruck von einer von Kanälen durchzogenen Stadt erweckt. 

Daher wird Annecy auch „das Venedig der Alpen“ genannt.

Defilée der Kostümträger und Kostümträgerinnen

Die Lokale waren voll, viele Menschen unterwegs. Ab 17:30 Uhr sollte das Defilée der Kostümträger und Kostümträgerinnen beginnen, einem vorgegebenen Weg folgend. Zur entsprechenden Zeit sahen wir viele Leute die Umzugsstrecke säumen und auch wir gesellten uns dazu. 

Die kostümierten Personen waren schon unterwegs, man fotografierte und bestaunte die kunstvolle Vielfalt der bunten und sehr aufwändig gestalteten Kostüme.

Dann endete der Umzug und wir schauten, dass wir schnell zum vorgesehenen Endpunkt des Umzuges kamen, wo wir noch einmal die Menge und Vielfalt der Kostüme bewundern und fotografieren konnten.

Fastenbrechen mit savoier Kulinarik

Nach Ende des Umzuges verteilten sich die Kostümierten in der Stadt an den verschiedensten Orten und ließen sich in unterschiedlichsten Posen ablichten. 

Es wurde inzwischen langsam dunkel und kalt und wir dachten daran, trotz der von uns seit über einer Woche praktizierten Fastenzeit mit ganz wenig Nahrungsaufnahme und ohne Alkohol heute Abend eine Ausnahme zu machen und in einem der vielen netten Restaurants zum Essen zu gehen. 

So wählten wir ein recht hübsch anzusehendes Restaurant mit typisch savoier Küche und einem halben Liter Wein.

Halb neun waren wir mit dem Abendessen fertig und machten uns auf den Weg zum Bahnhof, denn bei der jetzt herrschenden Kälte und der dünnen Oberbekleidung wollten wir nicht den Weg zu Fuß zum Wohnmobil antreten. Am Bahnhof angekommen nahmen wir den Bus, der uns in kurzer Zeit warm bis zu unserem Ziel brachte.

Dritter Tag, Samstag, 28.02.26

Flanieren am See

Heute Morgen erstmal Sonnenschein, doch im Westen sah es schon recht dunkel aus, die Wettervorhersage hatte es angedeutet, Bewölkung im Laufe des Tages. Wir liefen hinunter in die Stadt, kalt war es, das gestrige Frühlingswetter war gewichen. 

Nach ca. 30 Minuten erreichten wir die große Freifläche am Seeufer, la Paquier genannt. Hier spazierten schon viele Menschen umher, man hätte meinen können, es wäre Sonntag. Etwas weiter, über die Pont d’Amour hinweg im Jardin l’Europe, sahen wir schon etliche Personen in den herrlich bunten und phantasievollen Kostümen herumspazieren. 

Überall große Menschentrauben mit gezückten Kameras und Smartphones, um die kostümierten Frauen und Männer in den unterschiedlichsten Posen abzulichten.

Ein Kostüm schöner als das andere, kunstvoller, bunter, phantasievoller. Überall standen, saßen und flanierten sie herum. Auch wir machten Foto um Foto, nur um hinterher etliche wieder zu löschen, da immer noch schönere dazu kamen.

venezianisches Kostüm in Annecy kommen übern See
venezianisches Kostüm in Annecy kommen übern See

Stadtspaziergang und Umzug

Wir durchstreiften erneut die Gassen und Straßen der wunderschönen, nicht überrenovierten Altstadt. Die alten Häuser zeigen noch viel alte Patina, was der Stadt eine gemütliche Atmosphäre gibt. 

Um 14:00 Uhr fanden wir uns dann am Beginn der Umzugsstrecke für das Defilée der Kostüme ein. Die Straße wurde gesäumt von unzähligen Zuschauern, genau wie bei uns an Fasnet. Und dann ging er los, der Zug, ganz leise, ohne die von uns gewohnte Musikbegleitung. 

Meist in Paaren zogen die Kostümträger und -trägerinnen an uns vorbei, aber auch viele Einzelfiguren. Ein wunderschönes farbiges Bild und ein ganz besonderes Erlebnis. Hin und wieder, für besonders schöne Kostüme, kam etwas Beifall auf. Wir schossen wieder etliche Fotos, insbesondere von den Kostümen, die wir noch nicht gesehen hatten.

Mehr als 200 kostümierte Personen sollen es gewesen sein, doch auch der längste Umzug geht mal zu Ende und wir wechselten erneut in die Altstadt. In einer der Gassen fand auch ein Flohmarkt statt mit dem üblichen Tand, so schön anzuschauen, aber nichts für uns zum Kauf dabei.

Kaffeepause

Es war recht kalt geworden und uns zog es in ein Café für einen heißen Cappuccino. Danach noch etwas Umherziehen durch die kleine, schnuckelige Altstadt, bevor wir den gleichen Weg zurück durch den Jardin l’Europe und die Straßen hoch zu unserem Wohnmobilparkplatz nahmen. Wir liefen zurück, den ganzen langen Weg, heute kein Bus, wir waren warm genug angezogen.

Abendroutine im Wohnmobil

Zunächst gab es im Wohnmobil einen heißen Tee, dann mussten Bilder sortiert und einige Internetrecherche durchgeführt werden. Ein wenig Fernsehen rundete diesen beeindruckenden Tag und Aufenthalt in Annecy ab.

Vierter Tag, Sonntag, 01.03.26

Käse und Wurst am Morgen

Heute Morgen wieder Sonnenschein und blauer Himmel, nachdem es gestern Abend vorhersagegemäß etwas geregnet hatte. Wir frühstückten und fuhren dann mit unserem Wagen hinunter in die Stadt. 

In einer Nebenstraße in der Nähe des Sees parkten wir und gingen dann zu Fuß am Seeufer Richtung Innenstadt. Wieder waren viele Leute unterwegs und da wo sich kostümierte Personen zeigten, versammelten sich zahlreiche Fotografen. 

Wir hatten Freitag und gestern genug fotografiert und strebten deshalb die Altstadt an, wo heute seit dem frühen Morgen ein Bauern- und Bekleidungsmarkt seine Verkaufsstände geöffnet hatte. 

Natürlich waren wir besonders interessiert an den Lebensmittelständen, hier insbesondere an den Käseständen. Es fiel mir schwer, nur wenige Käsesorten zu kaufen, am liebsten hätte ich von jeder Sorte ein Stück mitgenommen. 

Auch die französischen Salamis hatten es mir angetan, doch hier wanderten nur vier Würste in unsere Taschen.

Danach streiften wir noch ein wenig über den Bekleidungsmarkt, ohne allerdings etwas zu kaufen, und suchten dann wieder unser Wohnmobil auf, um die Rückreise anzutreten.

Käsestand auf dem Markt von Annecy
Käsestand auf dem Markt von Annecy
Église Saint-François de Sales in Annecy
Église Saint-François de Sales in Annecy

La Pont de la Caille

Etwa 45 Kilometer vor Genf, kurz nach der Ortschaft Allonzier-la-Caille, hielten wir kurz an, um uns die Usses-Schlucht mit atemberaubendem Tiefblick anzuschauen. 

Die über die Schlucht führende Hängebrücke von 1838 führt in einer Höhe von 147 m über den Fluss und wird nur noch von Radfahrern und Fußgängern genutzt. Sie ist eine der ersten Drahtseil-Hängebrücken Europas und galt bis zum Jahr 1912 als die höchste Brücke der Welt. 

Hängebrücke La Pont de la Caille
Hängebrücke La Pont de la Caille

Wir überquerten die Brücke zu Fuß hin und zurück und fuhren danach weiter. Kurz vor Genf überquerten wir fast unbemerkt auf einer schmalen Straße die Schweizer Grenze und gelangten bald darauf auf die Autobahn. 

Dieser folgten wir bis über Schaffhausen hinaus nach Deutschland hinein. Eigentlich hatte ich vor, noch einmal zu übernachten, aber die Fahrt verlief so gut ohne irgendwelche Staus oder Behinderungen, sodass wir in einem Stück durchführten.

Um viertel vor sechs erreichten wir wieder unser Zuhause nach einem herrlichen, bunten Erlebnis.

Gefahrene Kilometer: 920,2 km

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