Ein Schiff wird kommen – adé Insel Mull

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Siebenundzwanzigster Tag, Dienstag, 07.06.2022

Wir wachten auf bei bedecktem Himmel, das schöne Wetter hatte uns verlassen. Die morgendlichen Aktivitäten waren erledigt, es ging ein paar Kilometer weiter nach Tobermory. Unterwegs ein Hinweisschild auf eine Farm, wo originaler Käse von der Insel Mull gekauft werden kann. Also abgebogen und nach kurzer Fahrt geparkt. Wir blickten auf ein nettes, innen grün bewachsenes gläsernes Gewächshaus, das sich als schönes Café erwies. Eine riesige Kiwirebe hatte soviele Verzweigungen und Blätter gebildet, dass man wie in einer großen, grünen Weinlaube saß. Schön gestaltete Kuchentheke und eine Einrichtung mit etlichen unterschiedlich zusammengewürfelten rustkalen Tischen und Stühlen. In einem Nebenraum eine Kühltheke mit Käse und Wurstwaren. Wir packten einiges ein – beim Bezahlen wurde mir ganz komisch ob der Preise – dann entschieden wir uns noch, hier einen Cappucino zu trinken. Wir konnten nicht allzu lange bleiben, da wir noch kurz Tobermory anschauen wollten und spätestemns um 12:00 Uhr Richtung Fähranleger aufbrechen mussten.

Sgriob-raudh Farm
Sgriob-raudh Farm
Sgriob-raudh Farm

Tobermory ist ein nettes kleines Hafenstädtchen mit bunten Häuschen an der Uferstraße, vielen Souvenirläden und einem größeren Hotel mit Restaurant und Bar. Eines dieser bunten Häuser beherbergte auch eine Microbrauerei, man roch es schon auf der Straße, vergorenes Getreide gemischt mit Hefe.

Tobermory
Hafenstädtchen Tobermory

Wenn Schottland uns mit seinen vielen Whisky-Destillerien leider nichts bringt, weil Whisky uns nicht schmeckt, so freue ich mich umso mehr über die vielen kleinen Brauereien, auf die wir bisher gestoßen sind oder zu denen wir Hinweisschilder gesehen haben. Also rein in den Laden und vier Flaschen Bier gekauft. Sicher werde ich es daheim bedauern, nicht mehr mitgenommen zu haben, so wie ich schon jetzt bedaure, nicht mehr Bier bei der Cuilin Brauerei auf Skye mitgenommen zu haben. Die brauen dort ein Bier und lagern es in alten Rotweinfässern. Das fertige Bier läuft ins Glas wie Altöl und sieht auch so aus, komplett schwarz und lichtundurchlässig, geschmacklich aber hervorragend.

Tobermory

Wir verließen Tobermory zur Zeit und fuhren die zum Teil gute, zum Teil schlechte Straße die 20 Meilen nach Craignure zum Fähranleger. Pünktlich legte das Schiff Richtung Oban ab und jetzt kam auch wieder die Sonne heraus, die Wolken verzogen sich und der Resttag versprach sehr schön zu werden. Noch ein paar Einkäufe bei Lidl in Oban, dann hieß es weiter nach Süden, zunächst um eine der wenigen Tankstellen mit LPG anzufahren. Unser Kühlschrank arbeitet leider nicht mehr mit 12Volt während der Fahrt, was er eigentlich tun sollte, hier ist aber ein Fehler aufgetreten. Somit verbrauchen wir mehr Gas, und das ist bei einem so dünnen Tankstellennetz mit LPG ziemlich unschön. Aber wir wurden fündig und konnten die Gasflasche wieder füllen.

Tobermory
Briefkasten in Tobermory
Schottland
Piratenschiffe
Schottland

Nun ging es weiter Richtung Tarbet am Loch Lomond, dem schönsten Loch in Schottland. Wunderschöne Landschaften begleiteten uns, herrlicher Sonnenschein beleuchtete Berge und Täler, einfach traumhaft.

Schottland

Kurz vor dem Ziel dann das lang Befürchtete, auf einer engen Straße in einer Linkskurve kam uns ein entgegen kommender Lieferwagen zu nahe, Beate fuhr schon soweit links wie möglich, die Spiegel trafen sich, es flogen Fetzen und unser rechtes Rückspiegelglas war weg. Schnell angehalten, zum Glück nur das Spiegelglas kaputt, nicht der komplette Spiegel. Ich schnell in Richtung des gegnerischen Autos gelaufen, nicht mehr zu sehen. Gewartet. Nichts. Auf der Straße die Brocken eingesammelt, unser Spiegelglas ziemlich kaputt, aber im Notfall noch zu gebrauchen. Das andere Fahrzeug hat seinen Spiegel komplett mit Gehäuse verloren, die Reste lagen auf der Straße und Beate sammelte sie ein. Der gegnerische Wagen immer noch nicht zu sehen. Was nun, eigentlich müsste er sich doch um den Schaden kümmern, und bemerkt haben muss er es auch, schließlich hat es ihm den Fahrerrückspiegel weggerissen.

Da sich nichts tat, fuhren wir weiter zum ausgesuchten Stellplatz direkt am Loch Lomond. Hier standen schon so viele Wohnmobile, dass wir fast keinen Platz mehr bekommen hätten. Ein Paar aus Bremervörde war so freundlich, ihren PKW etwas zur Seite zu fahren, sodass wir noch daneben einparken konnten.

Nun erstmal genau den Schaden am Spiegel begutachten. Das Gehäuse hat nichts abbekommen, hier haben sich meine zusätzlichen Schutzhauben bewährt. Seit dem ersten Crash des rechten Außenspiegels, wo das gesamte Gehäuse zersplitterte, aber nicht die Spiegelscheibe, hatte ich diese für den Fall der Fälle im Fahrzeug mitgeführt. Und siehe da, nun konnten wir ihn brauchen. Kabel für die Spiegelheizung angeschlossen, Spiegelscheibe wieder ins Gehäuse gedrückt, fertig, Schaden behoben. Jetzt darf das natürlich nicht nochmal passieren.

Loch Lomond
Loch Lomond
Loch Lomond
in Schottland

Nach dem Abendessen gingen wir noch zu einem Restaurant mit Bar auf ein Feierabendbier. Leider kein uriger Pub, aber immerhin Bedienung im Schottenrock. Pläne für den kommenden Tag wurden gemacht, doch leider gab es keine gute Wetterprognose.

Gefahrene Kilometer: 187 km

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