Kosovo - Zweiundvierzigster Tag, Dienstag, 02.06.2026
Der Himmel weint
Der Blick heute morgen aus dem Fenster auf die Berge schockierend. Alles neblig, Regenspitzer an der Scheibe und bald darauf heftiges Prasseln auf’s Wohnmobildach.
Na, der Besuch im Kosovo fängt ja gut an. Der Blick auf die Wettervorhersage verhieß auch für die kommenden Tage nichts Gutes. So ließen wir uns Zeit und das wurde belohnt. Der Regen hörte auf, die Wolken hoben sich, die Sicht wurde besser.
Besuch in Prizren
Wir fuhren dem schönen Wetter entgegen, die Passstraße hinunter Richtung Prizren. Kurz vorher ein Schlenker hoch in die Berge zu einem schönen Aussichtspunkt auf die Stadt.
Neben einer Kurve der Serpentinenstraße hatte man einen Aussichtspunkt hinunter auf Prizren geschaffen, früher wohl mal mit Geländer und Fahne am Mast, heute alles weg. Leider auch hier keine Pflege der vorhandenen Einrichtungen.
Aber die Sicht war trotzdem wunderschön, zumal Richtung Nordwesten und über Prizren sich blauer Himmel zeigte.
Es ging wieder hinunter und in die Stadt. Gar nicht so einfach war es, hier einen Parkplatz zu finden. Wir suchten lange, um dann etwas am Rand der Stadt auf einem großen Supermarktparkplatz doch noch etwas zu finden.
Von dort ging es nun bei schönem Sonnenschein hinein ins Zentrum. Die Stadt unterscheidet sich nicht sehr von anderen Städten auf dem Balkan, ist aber im Zentrum sehr hübsch mit vielen Geschäften und Restaurants.
Wir kamen zur Kirche Bogorodica Ljeviska, der Mutter Gottes von Ljeviska, einer Kirche mit viel Geschichte. Wir traten ein, eine junge Frau war anwesend mit einem Ausweis um den Hals und ich fragte sie, ob sie die Kirchenführerin sei.
Sofort begann sie mit ihren Erklärungen. Interessant war, dass diese serbische Kirche im Kosovo 2004 von albanischen Separatisten im Inneren in Brand gesetzt wurde und dadurch viele Fresken beschädigt wurden oder unwiederbringlich verloren gingen. Heute leben Serben und Kosovaren friedlich miteinander in der Stadt.
Der weitere Weg führte uns zum NATO-Denkmal, das zur Erinnerung und aus Dankbarkeit für den NATO-Einsatz im Juni/Juli 1999 errichtet wurde. NATO Luftstreitkräfte, vor allem Amerikaner, griffen damals ohne Mandat in den Konflikt zwischen Serbien und Kosovo mit massiven Bombardements auch von Belgrad ein und verhinderten so den serbischen Genozid am kosovarischen Volk.
Auch wir spüren eine unglaubliche Freundlichkeit der Menschen uns gegenüber.
Danach bummelten wir noch durch die hübschen Geschäftsstraßen zurück zum Wagen. Hier gibt es eine Einkaufsstraße auf der auf der einen Seite sich ein Laden mit unglaublichen Hochzeits- und Festkleidern nach dem anderen reiht und auf der anderen Seite ein Goldschmuckladen neben dem anderen ist. Was hier an festlicher Kleidung selbst für Kleinstkinder und Schmuck angeboten wird ist fast unbeschreiblich. So etwas hatten wir noch nie gesehen.
Auch viele Metzger, in deren Schaufenstern riesige Rinder- und Schafhälften hingen und in deren Verkaufsräumen es ein großes Warenangebot gab, waren in der Innenstadt ansässig.
Auf der anderen Seite des Flusses Drin reihte sich Café an Café und Straßenrestaurant an Straßenrestaurant.
Im Supermarkt, auf dessen Parkplatz wir standen, kauften wir noch ein. Auch dies ein riesiger Markt mit einem unglaublichen Warenangebot. Mehr als wir ursprünglich vor hatten zu kaufen landete in unserem Einkaufswagen.
Die Preise hier vergleichbar mit denen in Deutschland, 250 Gramm deutsche Markenbutter für 2,09 Euro. Auch im Kosovo ist wie in Montenegro der Euro die staatliche Währung, obwohl beide Länder nicht zum Euro-Raum gehören und die Geldpolitik nicht von der EZB überwacht wird.
Aus der Stadt hinaus zum Tagesende
Wir verließen Prizren und fuhren bei herrlichstem Wetter Richtung Nordwesten. Da hatte meine vielgelobte Wetter-App heute versagt.
Etwas nördlich der Ortschaft Rogove steuerten wir einen kleinen Campingplatz direkt am Fluss Drin an. Wir benötigten heute Abend eine gute und kostenfreie Internetverbindung, weswegen wir es unterließen, einen freien Stellplatz irgendwo anders zu suchen.
Neben dem Campingplatz lagen zwei schöne Restaurants und da Beate hier wieder Fisch essen wollte, steuerten wir eins davon an.
Danach saßen wir noch etwas draußen am rauschenden Fluss, doch die nervigen Stechinsekten vertrieben uns schließlich ins Wohnmobil.
Ein guter Raki zum Abschluss, dann rief das Bett.
Touren – Informationen
Google – Landkarte: Von Prevala über Prizren nach Rogove
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:349 657
Längengrad: 20:543 724













Albaner, aber auch Serben, Kroaten etc. machen meistens Riesenhochzeiten, manchmal über mehrere Tage. Da braucht es natürlich festliche Kleidung. Und die Braut bekommt reichlich Gold geschenkt 🤷🏻♀️😊
Der Fisch sieht lecker aus 😊… die Pizza 🍕 aber auch.