Nordmazedonien / Kosovo Einundvierzigster Tag, Montag, 01.06.2026
Auf in die Werkstatt
Die Nacht war absolut ruhig, der Parkplatz heute morgen bis auf ein Wohnmobil aus Norwegen komplett leer. Heute standen Werkstattbesuch und Stadtbesichtigung auf dem Programm.
Kurz vor acht Uhr ging es ohne Frühstück los, wir wollten recht zeitig in der Werkstatt sein. Ca. sieben Kilometer mussten wir fahren, dann waren wir da. Wir besprachen alles mit dem Werkstattmeister, dann nahmen wir den Bus und fuhren ins Stadtzentrum.
Stadtbummel in Skopje
Das Stadtzentrum von Skopje ist im Gegensatz zu Tirana sehr schön, hier sieht alles sauber und ordentlich aus, strahlend weiße Gebäude im barocken und römisch-gotischem Stil rund um den zentrale Makedonia-Platz und entlang der Fußgängerzone.
Wir stiegen direkt neben dem Mazedonischen Tor aus, ein dem Triumphbogen in Paris nachempfundenes Bauwerk. Das erst 2012 erbaute Tor ist zwar nur halb so groß wie sein Vorbild in Paris, aber nicht weniger imposant und schön anzusehen.
Rechts und links davon thronen auf Sockeln riesige Statuen von wahrscheinlich Dichtern oder anderen Persönlichkeiten der jüngeren mazedonischen Geschichte. Überhaupt gibt es in Skopje überall gewaltige Denkmäler, große Reiterstatuen an jeder Ecke oder Brunnen mit riesigen Figuren rundherum.
Kurz vor dem zentralen Makedonia-Platz suchten wir uns ein Restaurant für ein gutes Frühstück.
Direkt gegenüber stehen sieben Zedern, zwei große, vier kleine und eine vertrocknete. Hier stand das Geburtshaus von Mutter Teresa, eine Frau, die weltweit durch ihre Arbeit als Schwester in Krankenhäusern in Kalkutta berühmt wurde und 1979 dafür den Friedensnobelpreis erhalten hat.
Das Geburtshaus wurde am 26.07.1963 bei dem großen Erdbeben, das fast ganz Skopje in Schutt legte, zerstört und nicht wieder aufgebaut. Nur noch ein paar Gedenktafeln und die freie, begrünte Fläche mitten im Zentrum der Stadt zeugen davon.
Wir bewunderten die riesige Reiterstatue auf einem hohen Brunnensockel, die Alexander den Großen darstellen soll.
Etwas weiter die schöne Fußgängerzone hinunter kamen wir zum „Mutter Teresa Gedenkhaus“, schon von außen ein recht eigenwilliger Bau. Im Inneren ein Museum für Agnes Gonxha Bojaxhiu, wie sie mit richtigem Namen hieß, mit Bildern und Dokumenten aus ihrem Leben. Vor dem Gebäude zwei Statuen von ihr, im Inneren eine lebensgroße Wachsfigur.
Mutter Teresa gilt in der katholischen Kirche seit 2016 als Heilige.
Beim Anblick der wunderschönen Bauten mag man sich gar nicht vorstellen, was ein mögliches kommendes Erdbeben hier anrichten würde, denn Skopje liegt in der tektonisch aktivsten Zone des Balkans. Aber wahrscheinlich denkt hierüber niemand nach.
Wir gingen weiter über die Brücke der Kulturen zum Nationalmuseum, dass mit seinen großen dorischen Säulen wie ein römischer Plast aussieht.
Auf der Brücke die unterschiedlichsten Figuren aus verschiedensten geschichtlichen Epochen und Kulturen. Von hier hatte man auch einen guten Blick auf das Wahrzeichen Skopjes, die alte Steinbogenbrücke Stari Most über den Fluss Vardar.
Vorbei an einem weiteren riesigen Brunnen mit Figuren und einer großen Statue des früheren Königs Philip II ging es zum alten Basar. Leider hier wie auch anderswo kein Basar, wie wir ihn in Istanbul erlebt haben, sondern touristisch geprägt mit unglaublich vielen Restaurants und Schmuck- und Souvenirläden. Man schlendert durch, bleibt mal hier stehen und mal dort, aber nichts beeindruckt einen oder regt zum Kauf an.
Zur East Gate Mall
Beate wollte noch ein Einkaufszentrum aufsuchen, im ein wenig zu shoppen. So machten wir uns auf den weiten Weg durch die Hitze der Stadt zur East Gate Mall, einem großen, modernen Einkaufszentrum.
Doch dieses war wie alle diese riesigen Konsumtempel nur vollgepackt mit Schmuck-, Parfüm- und Modegeschäften aller bekannten Nobelmarken. Langweilig ohne Ende und Preisen wie bei uns in Deutschland.
Wir bummelten kurz durch und nahmen dann am Ausgang ein Taxi zurück durch die sehr verkehrsreiche Stadt zur Fiatwerkstatt.
Auf zur Grenze in den Kosovo
Der Wagen war gerade fertig geworden, wir sprachen noch etwas mit dem Meister darüber, was repariert worden war. Hierbei merkten wir, dass wir hier sehr kompetent und fachkundig bedient worden waren.
Sie hatten aufwändig zwei festgerostete Bolzen aus dem Bremssattel entfernen und ersetzen müssen. Ersatzteilkosten 15,- Euro, mehrere Stunden Arbeit 65 Euro. Eine sehr zu empfehlende Werkstatt.
Wir wollten noch ein wenig Bier einkaufen, steuerten dazu den nächsten Supermarkt an doch mussten wir feststellen, dass es dort kein Bier gab. Anscheinen hat die Supermarktkette „Kipper“ in ganz Nordmazedonien keinen Alkohol in Bestand.
Da wir noch einmal für eine kleine Kontrolle zur Werkstatt zurückgerufen wurden, konnten wir dann unweit davon in einem kleinen Laden die gewünschten Biere einkaufen.
Dann konnte es endlich losgehen auf kleinen Nebenstraßen durch die Berge hin zur Grenze zum Kosovo.
Nach etwas über einer Stunde Fahrt erreichten wir einen kleinen Grenzübergang, an dem nichts los war. Der nordmazedonische Übergang war gar nicht besetzt, nur der kosovarische Kontrollposten.
Sicher freuten sich die Grenzer über ein einreisendes Fahrzeug, endlich etwas zu tun. Die Kontrolle ging schnell vonstatten, niemand wollte unsere polizeilichen Anmeldeformulare sehen, für die wir zweimal in Nordmazedonien bei der Polizei vorstellig waren. Das Ganze stammt wahrscheinlich noch aus vergangenen Zeiten, doch wie bei uns sind die Behörden entweder zu langsam oder nicht fähig, solche überholten Vorschriften abzuschaffen. Lediglich eine KFZ-Versicherung für 15 Tage für 15 Euro musste ich noch abschließen, da die HUK-Versicherung Kosovo nicht mit abdeckt.
Stellplatz auf dem Pass
Wir fuhren nun eine zunächst sehr schlechte und immer wieder aufgerissene Passstraße bergauf, bis wir auf der Passhöhe die kleine Siedlung Prevalla erreichten.
Hier umgeben von hohen, schneebedeckten Bergen suchten wir nach einem geeigneten Stellplatz für die Nacht. Wir fanden ihn abseits der Straße mit Blick auf das Tal Richtung Prizren. Leider war es hier recht kühl und windig, sodass wir unsere noch vorhandenen Hähnchenschnitzel zum Abendessen im Wohnmobil zubereiten mussten.
Ein neues Land war erreicht, nun hieß es das zu erkunden.

Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 121,7 km
Google – Landkarte: Skopje in den Kosovo
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41:997 276
Längengrad: 21:447 965































