Nordmazedonien Vierzigster Tag, Sonntag, 31.05.2026
Zeit am Mavrovosee
DasWetter war wieder herrlich und wir genossen das Frühstück mit Blick auf den See. Noch waren keine Leute hier, erst gegen neun kamen die ersten, ein Fahrzeug mit Boot auf Anhänger, das sie an geeigneter Stelle insWasser ließen.
Wir saßen lange am Frühstückstisch, dann kümmerte sich Beate um unsere Homepage und ich vertrieb mir die Zeit, indem ich etwas herumspazierte.
Erschreckend war der doch überall herumliegende Müll. Zwar hat man die verschiedensten Müllsammelbehälter aufgestellt, doch was nützt es, wenn sie voll sind und dann nicht geleert werden? Dann liegt natürlich Müll daneben.
Im Laufe des Vormittags kamen immer mehr Autos, deren Insassen sich auf der Wiese zum Picknick niederließen. Wird bei uns gar nicht mehr praktiziert, außer vor Jahren während der Corona-Pandemie, ist in östlichen Ländern aber sehr weit verbreitet. So gibt es auch überall im Land nette Picknickplätze.

Zum Markt und dem Milleniumkreuz in Skopje
Kurz vor halb eins fuhren wir los, ich hatte als Zielkoordinaten die des großen, eisernen Milleniumkreuzes oberhalb von Skopje auf dem Berg Vodno eingegeben.
Auf guten Landstraßen ging es zunächst wieder Richtung Tetovo. Hierbei durchfuhren wir so ganz typische Provinzstädtchen und Dörfer, in die sich fast kein westlicher Tourist verirrt. So schaute man unserem Wagen auch immer erstaunt hinterher, wenn wir durchfuhren und mancher winkte uns zu. Wir sahen, wie hier die Menschen leben, ohne Tourismus.
In der Ortschaft Negotino fuhren wir am Straßenmarkt vorbei und blieben kurzerhand stehen, um uns umzuschauen und evtl. etwas zu kaufen.
Hier hatte man uns auch schon durchfahren sehen, denn wir wurden zweimal angesprochen, ob wir einen Parkplatz gefunden hätten und wo wir herkämen. Mit einem Händler entwickelte sich sogar ein nettes Gespräch.
Es gibt immer wieder Leute, die auch Deutsch sprechen, da sie oft viele Jahre in Deutschland oder Österreich gearbeitet haben.
Wir kauften Gemüse, Eier und für mich und Beate günstige Schuhe, dann ging es weiter.
An Tetovo vorbei gelangten wir an den Stadtrand von Skopje und dann über kurvenreiche Straßen hoch Richtung des Milleniumkreuzes. Dieses riesige gregorianische Kreuz wurde im Jahr 2000 auf dem Berg Vodno neben dem Fernsehturm aufgestellt und ist aus der ganzen Stadt gut sichtbar. Bei Dunkelheit wird es hell beleuchtet.
Die Straße führte zum Parkplatz der unteren Station der Bergbahn, da die letzten sechs Kilometer Straße zum Gipfel gesperrt sind. Doch auch die Bergbahn fährt nicht, angeblich Wartungsarbeiten bis Anfang nächsten Jahres.
So machten wir uns wanderfertig, um auf einem Fußweg durch den Wald zum Kreuz zu gelangen. Der Weg war zunächst recht gut, führte aber in praller Sonne steil bergauf.
Dann ging es in den Wald und er wurde immer schwerer erkennbar, es ging wieder durch Gestrüpp und Unterholz. Irgendwann waren wir wohl auch nicht mehr auf dem richtigen Pfad, es wurde unmöglich weiterzugehen.
So drehten wir um, der Versuch, das Kreuz auf dem Gipfel zu erreichen war gescheitert. Merkwürdigerweise ist auch die andere Zufahrtsstraße zum Gipfel laut google maps gesperrt.
So kommt man derzeit nicht zum Kreuz und wir fragten uns, ob da vielleicht irgendein Grund dahinter steckt. Ich las nämlich, dass viele Muslime in der Stadt über das riesige Kreuz hoch über ihren Köpfen nicht erfreut seien.
Nach Skopje zum Abendessen
Wir fuhren jetzt nur noch ein kurzes Stück zu einem in der Nähe des alten Stadtviertels Debar Maalo liegenden Parkplatzes am Rande des Stadtparks.
In Debar Maalo gibt es viele alte und schöne Restaurants und heute wollten wir mal wieder essen gehen.
Am Parkplatz angekommen sahen wir, dass hier gerade aufgebaut wurde für ein Konzert, also möglicherweise keine ruhige Nacht. Doch da Sonntag war, gab es auch Hoffnung, dass die laute Musik nicht allzu lange die Nachtruhe stören wird.
Zunächst aber gingen wir ca. 20 Minuten Richtung Innenstadt und bogen ein in die als Ulica Boemia bekannte Straße in Dedbar Maalo mit ihren vielen Restaurants. Hier konnten wir gut essen, ich bestellte das mazedonische Nationalgericht Tavce Gravce, ein Bohneneintopf, und Beate einen Fleischtopf mit Pilzen und Gemüse.
Nach dem Essen suchten wir noch ganz in der Nähe nur für ein Bier das Kafeana Idadija auf, ein Restaurant das seit 1928 ununterbrochen existiert und alle politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Land überstanden hat.
Um 22:00 Uhr waren wir am Wohnmobil zurück, tranken noch einen Raki und machten uns dann langsam bettfertig. Die Musik dröhnte laut, mit Ohrstöpseln wird es schon irgendwie gehen. Doch kaum lagen wir und die Uhr zeigte 23:00 Uhr verstummte die Musik und es war Grabesruhe. Selbst die vielen noch auf dem Parkplatz stehenden Autos wurden leise weggefahren.
Die Nachtruhe konnte ungestört beginnen.

Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 111,9 km
Google – Landkarte: Von Skopje an den Mavrovosee
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:009 115
Längengrad: 21:413 189






