Glen Coe – Schauplatz der Geschichte und des Films

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Vierundzwanzigster Tag, Samstag, 04.06.2022

Der heutige Tag war wettermäßig der bisher schönste der ganzen Reise. Von morgens bis abends wolkenloser Himmel, Sonnenschein und Wärme. Und dazu sollte es ins schönste Tal Schottlands gehen, ins Glen Coe.

Zunächst Frühstück draußen im gleißenden Sonnenschein mit Blick auf den unverhüllten Gipfel des Ben Nevis. Wären wir heute hoch, die Sicht wäre unvergleichlich gewesen. Aber weiß man`s vorher? Unten im Loch Eil vor Fort William lag eine große Yacht, zunächst dachte ich an eine der russischen Oligarchen – Yachten, aber später konnte ich den Namen lesen: Le Dumont d´Urville, ein Kreuzfahrtschiff der absoluten Luxusklasse für 184 betuchte Passagiere mit einem Glasboden, sodass der Reisende den Meeresgrund während der Kreuzfahrt inspizieren kann. Nun, wer´s braucht, für uns ist der wahre Luxus hier am Morgen Frühstück mit Blick auf den Ben Nevis bei herrlichstem Wetter mit dem Wohnmobil im Hintergrund.

Schottland
Unser Frühstücksplatz
Le Dumont dÙrville
Le Dumont d´Urville das Kreuzfahrtschiff

Halb zwölf ging es dann weiter, das Loch Linnhe entlang bis hinunter nach North Ballachulisch und dann hinein ins Glen Coe. Hier war ich 1977 schon mal, allerdings bei regenverhangenem Himmel und nahezu keiner Sicht. Heute erstrahlte alles so schön wie es nur ging. Aufgrund eines nachzulesenden tragischen geschichtlichen Ereignisses 1692 wird das Tal in Schottland auch das „Tal der Tränen“ genannt. Aber auch in der Neuzeit spielte es filmgeschichtlich eine Rolle, auch hier begegnet uns wieder Harald Töpfer und sein „Gefangener von Askaban“, der in Teilen hier gedreht wurde, aber auch Sequenzen irgend eines Films der James-Bond-Reihe spielten hier.

Die Landschaft war zu Beginn unvergleichlich schön, wir machten eine kurze Pause für einen kleinen Spaziergang, dann ging es weiter über die einsame Hochfläche des Tales. Überall dort, wo es schöne Aussichten gab, waren die Parkplätze übervoll, keine Chance zu halten. Am Donnerstag und Freitag war in England Feiertag, heute Samstag und morgen Sonntag, Alles, was Beine hat im Königreich und vielleicht den Feierlichkeiten zum 70. Thronjubiläum ihrer Majestät Königin Elisabeth der Zweiten zu entgehen, ist mit Wohnmobilen oder anderweitig unterwegs. Dennoch fanden wir immer wieder kleine Plätzchen für einen Fotostopp.

Schottland
Schottland
Schottland
Wohnmobil
Unser Womo
Radarmobil
Radarmobil in Schottland

Beate hatte Nachmittagsküchlein eingekauft und uns war nach einer Teepause mit Gebäck. Und da an der Hauptstraße kein freies Plätzchen zu finden war, bogen wir irgendwann rechts ab und gerieten auf eine sehr, sehr schmale Straße. Sie führte immer an einem schönen Fluss entlang und überall da, wo man hätte halten können, stand schon einer. Viele Engländer hatten Zelte am Flussufer aufgebaut oder ihre Wohnmobile für`s Wochenende vorbereitet. Also fuhren wir weiter, bis wir endlich ein geeignetes Plätzchen gefunden hatten, wo wir die Stühle auspacken und den Tee genießen konnten. Eine ganze Weile verbrachten wir dort, dann verschwand die Sonne hinter den Bäumen und wir saßen im Schatten. Obwohl die Sonne wärmte, war der Schatten kühl. Also wieder zusammen gepackt und weiter ging es.

Schottland
single track road

Wir fuhren das Sträßchen noch eine ganze Weile weiter, dann trafen wir wieder auf die Hauptstraße Richtung unseres Tageszieles Oban.

Beate hatte bei der Vorbereitung der Reise von dem kleinen Eiland Staffa erfahren, zu dem Bootstouren von der Insel Mull aus durchgeführt werden. Dort wollten wir hin.

Am Fähranleger erkundigte ich mich hinsichtlich Passagen, doch alles ausgebucht, nächste garantierte Überfahrt für uns und unser rollendes Heim morgen, Sonntag, viertel nach drei. Also die Überfahrt gebucht, Rückkehr Dienstag Nachmittag. Somit hieß es nun, ein Plätzchen für die Nacht in Oban zu suchen. Da die Sache mit der Dusche ja noch aktuell war, steuerten wir einen Campingplatz etwas außerhalb der Stadt an in der Hoffnung, hier etwas zu finden. Und zum Glück für uns war tatsächlich noch Platz. Schnell war eingeparkt, dann ging es schon zur lange erwarteten Dusche.

Frisch gesäubert wurde erstmalig gegrillt und solange es ging draußen verweilt. Kurz nach 22:00 Uhr allerdings zogen wir uns zurück ins Mobil, erstens wurde es recht kühl und zweitens plagten uns die Mücken zusehends.

Gefahrene Kilometer: 132 km

Achtungsschild
Achtungsschild nicht nur für Kinder

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