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Köstüme in Remiremont bei venizianischen Karneval

Venezianischer Karneval in Remiremont (Frankreich)

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Erster Tag, Donnerstag, 26.03.2026

Wieder auf Wohnmobil - Tour in Frankreich – Anreise in die Vogesen

Nachdem wir Ende Februar den venezianischen Karneval in Annecy erlebt hatten, zog es uns um 11:00 Uhr erneut los, um ein ähnliches Erlebnis in Remiremont in den Vogesen zu genießen.

Der Morgen hatte uns noch etwa fünf Zentimeter Neuschnee beschert, doch unterwegs Richtung Freiburg war zunächst nichts mehr von Schnee zu sehen. Die Schwarzwaldhöhen allerdings zeigten sich wieder von der winterlichen Seite und dieses Wechselspiel begleitete uns bis zum Ziel.

Über Freiburg und Mülhausen erreichten wir zunächst das Elsass und später Lothringen. Anschließend ging es über den Col de Bussang hinauf in die Vogesen. Gegen 15:00 Uhr kam wir schließlich bei Sonnenschein in Remiremont an.

Wohnmibl-Stellplatz in Remiremont

Der kommunale Wohnmobilstellplatz in Remiremont war schon komplett mit Wohnmobilen belegt, doch etwas weiter boten sich zwei freie Parkplätze an, hier die Nächte zu verbringen. 

Glücklicherweise fanden wir noch zwei freie Parkmöglichkeiten, denn dort standen auch schon drei Wohnmobile aus Frankreich. Normalerweise darf man hier nicht über Nacht stehen, doch während der Karnevalstage wird es eduldet.

Stadtbesuch von bei Eiseskälte

Die Sonne schien zwar, doch trotzdem war es sehr kalt, lediglich drei Grad zeigte das Thermometer.

Dennoch brachen wir auf zu einer ersten Stadterkundung. Remiremont ist im Gegensatz zum im letzten Monat besuchten Städtchen Annecy nicht so besonders reizvoll. Wir gingen ins Zentrum der Stadt zur großen Abteikirche mit angeschlossenem Palais. 

Hier war schon viel aufgebaut für die am Abend und in den nächsten Tagen stattfindende Veranstaltung. Da es erst 17:00 Uhr war und die erste Veranstaltung erst um 19:30 Uhr beginnen sollte, zudem eisige Temperaturen herrschten, entschlossen wir uns zum Wohnmobil zurückzukehren und kurz vor 19:00 Uhr wieder in die Stadt zu gehen.

Venezianische Kostüme der anderen Art in Remiremont

Kurz nach sieben Uhr waren wir wieder an der Abteikirche, in deren Nähe sich ein gut bewertetes Restaurant befand, bei dem ich in elegant französischer Sprache für morgen Abend einen Tisch für das Abendessen reservierte.

Die Fenster der umliegende Gebäude wurden in verschiedenen Farben wechselweise beleuchtet und das bei jedem Haus immer gleich. Ein wunderbares Farbenspiel in der einbrechenden Dunkelheit. 

Dann zeigten sich schon die ersten kostümierten Personen, anders als in Annecy gekleidet und zum Teil mit reichlich LED – Lichtern ausgestattet. Hier konnten wir nun schon die ersten Fotos machen, doch bald schon wurden die Hände so kalt, dass wir uns sehr zeitig in die Kirche begaben, um dem um 20:30 Uhr beginnenden Bläserkonzert beizuwohnen. 

Zwar war es zunächst wärmer in der Kirche als draußen, aber auf längere Zeit gesehen eben doch nicht.

Beleuchtestes Kostüm in Remiremont
Beleuchtestes Kostüm in Remiremont

Wunderschönes Konzert in der Kirche

Pünktlich um halb neun begann das Konzert, abwechselnd Blechbläser- und Saxophongruppen mit bekannten italienischen Melodien. Auch ein Kinder- und Jugendchor trat auf und erfreute mit italienischen Liedern die Zuschauer.

Zum Abschluss nochmal fulminanter Blechbläsereinsatz und nach dem Ausmarsch der Kostümträger gab es sogar noch eine nicht eingeforderte Zugabe. Ein wunderschöner Abend.

Der Rückweg zum Wohnmobil wurde von uns schnell bewältigt, wollten wir doch nicht allzu lange der Kälte ausgesetzt bleiben. Im Wohnmobil dann sofort die Heizung angemacht, noch ein heißes Getränk eingenommen und dann den Tag beendet.

Gefahrene Kilometer: 232 km

Zweiter Tag, Freitag, 27.03.26

Sonne und kalt

Für das Frühstück holte ich erstmal vom nicht allzu weit entfernten Bäcker ein frisches französisches Baguette und ein Croissant. Danach hieß es los in die Innenstadt bei wunderschönem Sonnenwetter, aber immer noch ziemlich lausiger Kälte. 

In der Rue da la Franche-Pierre nahe der Abteikirche waren die gestern noch leer stehenden Zelte mit Händlern bestückt, die dort allerhand venezianische Masken und Zubehör für aufwändige Kostüme verkauften. Ich erstand eine traditionelle weiße venezianische Dreiecksmaske, eine sogenannte Bauta Mefon.

Nicht viel los in der Stadt Remiremont

Eigentlich hatten wir erwartet, dass überall in der Innenstadt wie Ende Februar in Annecy kostümierte Personen herumlaufen, doch dem war nicht so. Vielleicht war es auch zu kalt.

Um halb zwölf stießen unsere Freunde Bernd und Monika, zu uns, die sich für ein paar Tage in Straßburg aufhielten. Gemeinsam durchstreiften wir nun Straßen und Gassen der Innenstadt in der Hoffnung, Kostümträger zu treffen. Doch leider zeigten sich keine. Die Enttäuschung bei unserem überraschenden Besuch wurde immer sichtbarer.

Da es doch recht kalt war zogen wir erstmal ein kleines Café vor, um uns bei einem Cappuccino und heißen Kakao etwas aufzuwärmen.

Doch noch Kostümierte – und wie viele

Im Anschluss ging es wieder hinaus auf die Straße und zur Abteikirche. Jetzt waren schon mehr Leute auf dem venezianischen Markt und nach einem Besuch einer kleinen Ausstellung zum Thema „Engel und Teufel“ sahen wir dann schon einige Personen in ihren Kostümen in der Ferne.

Und dann ging es Schlag auf Schlag, immer mehr Kostümträger und -trägerinnen strömten Richtung Kirche, ein Kostüm schöner und aufwändiger als das andere, man konnte gar nicht soviel fotografieren wie es schöne Kleider zu sehen gab. Die Enttäuschung war gewichen, wir konnten uns nicht sattsehen.

Gegen halb fünf traten wir gemeinsam den Rückweg zum Parkplatz unserer Freunde an, verabschiedeten sie und strebten dann unserem Wohnmobil zu. Auf dem Parkplatz hatten sich inzwischen noch mehr Mobile eingefunden, wahrscheinlich alles Besucher der venezianischen Karnevalstage.

Restaurantbesuch und Defilé

Wie auch in Annecy musste auch hier in Remiremont ein Restaurant zum Abendessen aufgesucht werden. Allerdings gibt es hier keine so für die Region typischen Lokale mit regionalen Spezialitäten. 

Wir hatten ja schon gestern Abend in einem sehr gut bewertetes Restaurant im Zentrum der Stadt reserviert und hierhin brachen wir gegen halb sieben auf. Das Essen war dort tatsächlich sehr gut. Kurz vor halb neun brachen wir auf zur nur wenige Meter entfernten Abteikirche, wo auf den Laufstegen um die Kirche herum um halb neun das Defilee der Kostümträgerinnen und -träger stattfinden sollte.

Also warteten wir etwas und ließen langsam die Kälte in uns hochkriechen, bis dann endlich die Musik einsetzte und die ersten schwarzen Männer mit den traditionellen weißen Bautas auftauchten. Danach folgten die ersten Kostüme. Herrlich anzuschauen, eins schöner als das andere, man wusste gar nicht mehr, welche Fotos man noch machen sollte.

Viele der Kostüme hatten wir noch nicht gesehen und viele Kostüme, die wir am Nachmittag bereits vor die Kamera bekommen hatten waren auf dem Laufsteg nicht mehr zu sehen.

Eine Stunde dauerte der beeindruckende Vorbeimarsch, dann zog es uns schnellen Schrittes durch die schneidende Kälte ins warme Wohnmobil. Dort schnell die Heizung angemacht und etwas später das Bett aufgesucht.

Gefahrene Kilometer: 0 km

Dritter Tag, Samstag, 28.03.26

Der Fotos sind genug gemacht

Der Blick aus dem Wohnmobilfenster zeigte grauen Himmel, durch den etwas die Sonne hervorlugte. Das angekündigte Winterwetter mit Schnee und Regen hatte sich zumindest noch nicht eingestellt.

Ich holte frisches Baguette und nach dem Frühstück beschlossen wir, nicht noch einmal in die Stadt zu gegen, da wir bereits genug Fotos der köstümierten Personen gemacht hatten. Zudem waren ja das Licht und der Himmel nicht mehr so strahlend wie gestern.

So brachen wir kurz nach 10:00 Uhr auf und fuhren ins Stadtzentrum zum dortigen Metzgereifachgeschäft. Ich wollte noch eine für die Region typische Wurst kaufen, eine Andouille fumé. Dazu kamen dann noch zwei französische Salamis und ein Lachstörtchen.

Käse für daheim und der super Markt

Die Heimreise führte uns heute zunächst nach Gerardmer, wo wir vor neun Jahren zum Wandern gewesen waren und den berühmten Narzissenkorso angerschaut hatten, über den Pass Col de la Schlucht nach Munster. Von hier kommt der berühmte Munsterkäse (gesprochen „Münsterkäse“) und hier gibt es auch ein Käsehaus, wo reichlich von dieser Spezialität erworben werden kann. Natürlich machten wir einen kurzen Stopp und ich deckte mich mit etwas Käse ein.

In Wintzenheim, einem Vorort von Colmar legten wir noch einen kurzen Stopp bei einem E. Leclerc – Supermarkt ein. Diese Märkte in Frankreich sind einfach unfassbar groß und das Angebot kaum überschaubar. Es erschlägt einen fast.

Über Freiburg ging es dann die bekannte Route durch den Schwarzwald und gegen 15:30 Uhr waren wir wieder zuhause.

Die Fahrt zum venezianischen Karneval in Remiremont hatter sich gelohnt, ebenso wie die Reise nach Annency Ende Februar. Beide Veranstaltungen sind ähnlich und doch nicht gleich, jede für sich hat seine Berechtigung.

Gefahrene Kilometer: 242 km

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