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Berat Stadt der 1000 Fenster

Berat – die Stadt der 1000 Fenster

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Albanien -Fünfundzwanzigster Tag, Samstag, 16.05.2026

Zu den 1000 Fenstern

Wir verließen kurz vor halb zehn den Stellplatz am Friedhof und fuhren nur wenige Kilometer nach Berat, der „Stadt der 1000 Fenster“

Das alte Berat besteht aus drei Stadtteilen, Gorica, dem christlichen Teil, dem muslimische Mengalem auf der anderen Seite des Flusses Osumi, und der Festung hoch oben auf dem Berg. Daneben gibt es dann noch das neuere, moderne Berat, das ein riesiges Hotel im Stile des Kapitols in Washington dominiert.

Wir fuhren durch Gorica, parkten den Wagen und hatten von hier aus schon einen wunderschönen Blick auf die sich den Berghang hinaufziehenden Häuserfronten mit ihren unzähligen Fenstern. Diese vielen Fenster sind dann ja auch für den Beinamen der Stadt verantwortlich.

Es ging enge, steile Gassen hinauf in diesen Stadtteil, der wohl kaum noch richtig bewohnt ist, nur noch Hotels, Appartements und Restaurants sind hier anzutreffen, wahrscheinlich hat man alle alten Häuser umgewidmet für Touristen. 

Wir durchstreiften etwas die Sträßchen, versuchten weit hoch zu kommen, doch immer landete man letztlich vor der Tür eines Hotels oder Appartementhauses.

Hinauf zur Burg

Der Weg hinauf zur Burg war lang und steil. Immer gleichmäßig voran ging es aufwärts, der aufkommende kühle Wind sorgte dafür, dass er nicht ganz so schweißtreibend war. 

Überhaupt zogen von Westen her dunkle Wolken auf, die Wettervorhersage hatte ab 12:00 Uhr Regen und Gewitter angekündigt. Ich war mir nicht ganz sicher, ob wir bis hinauf zur Burg gehen sollten, es bestand die Gefahr, auf dem Rückweg recht nass zu werden. Doch wir gingen weiter.

Die Burg von Berat ist ein riesiges Areal, ebenfalls zum größten Teil noch eng bebaut mit Wohnhäusern an schmalen Gassen. Allein sieben christliche Kirchen sind hier zu finden und die Ruine einer Moschee. 

Viele Häuser sind jetzt auch hier zu Hotels und Gasthäusern umgewandelt worden oder stehen leer, die Tore verriegelt. Auf den Gassen jede Menge Souvenirverkäufer.

Am heutigen Samstag bevölkerten neben Touristen auch viele Kindergruppen das Areal. Eine orthodoxe Kirche schauten wir uns von Innen an, die Kirche der Hl. Sophie. 

Beim Weiterziehen durch die Gassen ging es am Museum vorbei, dem wir aber keinen Besuch abstatteten zu einem Wohnhaus, auf dessen Veranda die Hausherrin Kaffee und Kuchen anbot. Wir ließen uns neben dem Kaffee noch ein Stück Feigentorte, ähnlich einer Linzer Torte, mehr oder weniger schmecken.

Dann ging es weiter mit dem Rundgang über das Burggelände. Die ehemalige Kirche des heiligen Georg wurde Anfang der achtziger Jahre umgebaut zu einer Regierungsresidenz und Touristenattraktion. 

Dazu riss man den oberen Teil der Kirche ab und baute ein Haus im typischen Berater Stil darauf. Momentan sieht sie eher aus wie eine Ruine, doch im Erdgeschoss ist tatsächlich noch ein wenig des früheren Kirchenmobiliars vorhanden und man bemüht sich, den Raum als Kirche zu erhalten.

Lange verweilten wir auf dem Burggelände, auch weil das Wetter nicht schlecht wurde sondern schöner Sonnenschein uns weiterhin erfreute.

Aus der Stadt zur Küstenregion

Gegen 13 Uhr verließen wir Berat und nun zog es tatsächlich zu und es begann erst leicht und dann heftig zu regnen. Beate hatte heute morgen vorgeschlagen, einen Ruhetag einzulegen. Da es ohnehin jetzt regnete suchten wir auf unserer App einen schönen Platz am Meer aus, den wir ansteuern wollten.

Die Landschaft wurde flacher, es ging durch einige kleinere und größere Ortschaften und dann näherten wir uns der Küste und dem anvisierten Stellplatz. 

Doch durch den Regen heute und die Tage zuvor war der Sandweg ziemlich aufgeweicht und mit großen Pfützen übersäht. Ich ermutigte Beate mit Schwung durch die Wasserlöcher und den Matsch zu fahren, wobei unser schön gewaschenes Fahrzeug natürlich wieder verdreckt wurde. 

Doch vor einem riesigen Wasserloch streikte Beate und auch ich zögerte, ob wir da durchfahren sollten. Wir entschieden uns umzudrehen und woanders einen Platz zu suchen, auf dem wir zwei Nächte stehen können. Ein Steckenbleiben in dieser Gegend hätte zu Problemen geführt.

Ruhezeit am Nachmittag

Unweit der Küste in der Nähe der Ausgrabungsstätte der antiken Stadt Apollonia fanden wir einen einfachen Stellplatz mit etwas Infrastruktur, auf dem wir uns niederließen.

Der Regen hatte aufgehört, die Sonne zeigte sich wieder am Himmel und bald nachdem wir angekommen waren trafen weitere Wohnmobile ein. 

Ein niederländisches Ehepaar mit ihrem Kastenwagen fuhr beim Einparken zu weit rückwärts und landete mit den Hinterrädern im Graben. Ein Herauskommen ohne Hilfe war nicht möglich, zudem hatte der Mann überhaupt nichts an Bord, um den Wagen herausziehen zu lassen. 

So konnte ich behilflich sein mit der vorne an der Stoßstange einzuschraubenden Abschleppöse und einem stabilen Bergegurt, den wir schön öfter gebraucht hatten und uns dankenswerter Weise von Cousin Karl geschenkt wurde. Der Platzbetreiber holte sein Fahrzeug und so gelang es schließlich, den Wagen wieder auf alle vier Räder zu stellen.

Als Dank erhielten wir eine gute Flasche albanischen Weins.

Den restlichen Tag verbrachten wir am Wohnmobil, Beate stelle Berichte auf unsere Seite und ich beschäftigte mich mit der Planung der weiteren Reise.

Gemütlich ging der Tag zu Ende.

Touren – Informationen

Google – Landkarte: Von Berat an die Küste

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 40.716 691
Längengrad: 19.462 620

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