Eisernes Tor -Donaudurchbruch in Serbien

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Sechzehnter Tag -Donnerstag, 19.08.2021

Die Sonne blendete kurz nach sieben Uhr genau durch einen Schlitz der oberen Dachverdunkelung und weckte mich so. Beate schlief noch, ich schlich mich so leise es ging hinaus zur Dusche.

Später dann draußen Frühstück, leider überhaupt kein Strom auf dem Campingplatz. War übrigens bei Park4Night total überbewertet, zwar wird er betrieben von einer sehr gut englisch sprechenden netten Serbin, aber sonst….Naja, wir sind ja nicht anspruchsvoll.

Halb elf ging es los, zum wohl schönsten Teil unseres Donautrips. Das Eiserne Tor, der Donaudurchbruch durch die Karpaten, stand heute auf dem Programm. Die Fahrt immer entlang des Donauufers war grandios, immer wieder hielten wir für Fotostopps an und konnten uns nicht satt sehen. Die Wachau in Österreich wird als besonders schöner Abschnitt der Donau beschrieben, hier aber war es fantastisch. Selbst Beate musste zugeben, dass das Donautal zwischen Beuron und Sigmaringen es schwer hat hier mitzukommen.

Eisernes Tor

Die Straße entlang des Flusses ist gleichzeitig auch als Donauradweg ausgewiesen, wenn ich mir vorstelle, wir wären hier mal langgeradelt, wie wir es vor Jahren mit Freunden vorhatten, so graust es mich. Relativ viel Verkehr, zum Teil große Lastwagen, die dicht an einem vorbeirasen, denn die Straße ist nicht gerade breit. Höhepunkte des Grauens sind die vielen unbeleuchteten Tunnel, teilweise noch in einer Kurve. Wenn da ein Radfahrer drin ist und ein LKW mit Dampf durchbrettert, möchte ich der Radler nicht sein.

Eisernes Tor Tunnel Straße
Donauradweg R6
Eisernes Tor

In dem Städtchen Donji Milanovac, wo auch Donaukreuzfahrtschiffe anlegen, machten wir über Mittag halt. Beate schlug vor, den Höhepunkt des Eisernen Tores auch mit einem Boot zu durchfahren und so fragten wir in einer Touristeninformation nach Möglichkeiten. Uns wurde einiges genannt, auf das wir während der Weiterfahrt achten sollten. Am ersten Parkplatz mit Hinweis auf Bootstouren parkten wir, gingen etwas die Böschung zur Donau hinab und trafen dort auf einige Leute, die auch auf eine Bootsfahrt warteten.

Eiserne Tor
Eisernes Tor
KLoster Mraconia
Eisernes Tor
Tabula Traiana

Bald schon ging es los, zunächst die Donau aufwärts, dann rüber auf die rumänische Seite und weiter donauabwärts Richtung engster Stelle. Hier ist die Donau am schmalsten, aber auch am tiefsten, ca. 80 Meter. Wir passierten das fast am Felsen klebende kleine Kloster Mraconia und fuhren zur Tabula Traiana, einer großen Marmorplatte, die ca. 100 vor Christi Geburt von den Römern zu Ehren ihres Kaisers Trajan an dieser Stelle angebracht worden ist, um ihm für den Bau der Straße im Donautal zu danken. Damals allerdings ca. 40 Meter tiefer, denn durch das weiter abwärts 1974 gemeinsam von Jugoslawien und Rumänien gebaute Donausperrwerk wurde die Donau aufgestaut und die Tafel wäre im Wasser versunken.

Eisernes Tor
Bildnis König Decebals auf rumänischer Seite
Serbische Bootstour am Eisernes Tor

Zurück ging es in schneller Fahrt, fast zwei Stunden waren wir auf dem Wasser. Ich hatte mir in Vorbereitung unserer Reise vorgestellt, hier mit unseren Schlauchkanu entlang zu paddeln, doch jetzt beim Anblick der riesigen Donau, der Fließgeschwindigkeit und der Entfernung der einzelnen Besichtigungspunkte zueinander muss ich zugeben, dass ich die Lage falsch eingeschätzt habe. Aber damit bin ich ja aktuell nicht allein. (Sarkasmus aus)

Nach diesen herrlichen Erlebnissen auf dem Wasser ging es mit dem Wohnmobil auf der Straße weiter. Diese stieg nun an, erklomm eine Höhe, von der aus man noch einmal einen fantastischen Blick auf diese unglaublich schöne Naturkulisse hatte. Immer wieder waren wir froh, dass wir keine Radfahrer sind. Weiter ging es am Donausperrwerk vorbei, auf dem die Grenze zwischen Rumänien und Serbien verläuft, in den kleinen Ort Novi Sid. Hier wollten wir noch in ein Restaurant, unsere letzten serbischen Dinar ausgeben, fanden aber keins. Als wir kurz hielten, kam ein alter Mann auf uns zu, fragte, wohin wir wollten und erzählte auf deutsch, er sei „Koch Meister“ und könne uns ein Restaurant in Kladovo, 5km entfernt empfehlen. Selbst durch diesen kurzen Kontakt konnten wir die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Serben Fremden gegenüber spüren.

Also fuhren wir nach Kladovo, parkten unser Wohnmobil und gingen in die Fußgängerzone, wo sich Restaurant an Restaurant mit Sitzplätzen im Freien aneinanderreihte, jedes gut besucht.

Wir aßen gut, tranken gut, waren sehr gut gesättigt und hatten umgerechnet 12,-€ ausgegeben.

Nachdem wir unser Wohnmobil auf einen guten Parkplatz direkt an der Donau umgeparkt hatten gingen wir erneut ins Stadtzentrum, um noch etwas Geld auszugeben und ein Feierabendbier zu trinken.

Da wir am Wohnmobilparkplatz gutes WLAN hatten, setzten wir uns später mit Tablett und Laptop ans Donauufer, wo es windig war wie am Meer und erledigten unsere Hausaufgaben für die Daheimgebliebenen, damit sie immer was zu lesen haben.

Ein, zwei Gläschen Brombeerwein versüßten und verkürzten die Arbeit, ehe es zurück ins Wohnmobil ging zu guten Nacht.

Gefahrene Kilometer: 107

Landkarte: Donaudurchbruch auf serbischer Seite

Eisernes Tor
Eiserne Tor

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Manuela Slatner

    Ich verfolge euch jeden Tag. Bin gespannt was ihr noch alles erleben dürft.

    1. Beate

      Hallo,
      Schön dass wir euch mitnehmen können auf unsere Reise.
      Lg
      Beate

  2. Beate

    Hallo Ihr Lieben,

    Wir sind in Hermannstadt, Bulgarien und da gibt es noch weniger freies WLAN als in Serbien.
    Heute gibts mal wieder was neues.
    Grüße euch
    Beate

  3. Rita und Josef Glasenhardt

    Jeden Tag warten wir gespannt auf euren täglichen Bericht. Wir reisen mit, sitzen mit am Tisch bei den Mahlzeiten, usw. Auf, auf ein neuer Tag erwartet euch.

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