Scotland the brave

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Neunter Tag, Freitag, 20.05.2022

Wunderbar ruhig war die Nacht, der Morgenhimmel leicht bedeckt, aber es sah nicht nach sehr schlechtem Wetter aus. Wichtiger Punkt für den Vormittag war die Toilettenent- und die Frischwasserversorgung. Hierfür machten wir einen Stellplatz aus, der diesen Service anbot. Dort angekommen, sah ich eine Frau mit einer gefüllten Toilettenkassette im Schlepp auf dem Weg zum Entsorgungspunkt. Ich sprach sie gleich an und sie gab mir gute Infos, auch wo es Frischwasser gab. Dieser Platz war nicht von einem Betreiber bewacht sondern alles ging über Vertrauen. Wer hier übernachten will zahlt entweder die 18 Pfund per online Überweisung oder fährt 1 ½ Meilen zum nächsten Farmhaus, legt das Geld dort in bar auf eine Bank und fährt wieder. Alles unkompliziert und sicher wird kein Camper die Zeche prellen.

Schnell waren Toilette entleert, ein nettes Schwätzchen mit der Frau geführt und dann noch Frischwasser aufgefüllt. Da ich die Frau etwas über den Hadrianswall gefragt hatte, der hier in der Nähe verläuft, kam sie kurze Zeit später wieder zu mir mit einem Buch über sämtliche altertümlichen Sehenswürdigkeiten in England. Da es die Ausgabe 2019/2020 war, bekam ich sie geschenkt. Einfach nette Leute, diese Engländer.

Weiter ging es über englische Landstraßen, heute hatte Beate mal das Steuer übernommen. Manchmal kam man sich vor wie auf einer Achterbahn, die Straße stieg steil an, über die Kuppe konnte man nicht sehen, dann ging es wieder steil hinunter. Hinweisschilder wie „Blind Summit“ oder „Hidden Dip“ warnten vor unübersichtlichen Kuppen oder tiefen, schlecht einsehbaren Senken.

Schottland
Schottland
Grenze zu Schottland

Dann die Grenze zwischen England und Schottland, eine große schottische Fahne und ein dicker Felsbrocken, auf der einen Seite in Stein gemeißelt die Worte „Scotland“, auf der anderen „England“. Natürlich auch ein Souvenirverkäufer und ein Verkaufswagen für Kaffee und Snacks. Viele Motorradfahrer parkten hier, auch eine Gruppe aus Deutschland. Leider fing es genau hier an zu regnen, dunkle Wolken zogen über uns hinweg und ließen ihre nasse Ladung auf uns herunter. Kalt war es, sodass wir recht schnell diesen Ort verließen. Kaum waren wir wieder unterwegs, hörte der Regen auf.

Schottland
Schottland

Nächster Halt Jedburgh, sehenswert hier die Ruine der großen Kathedrale, Besichtigung kostenpflichtig. Naja, müssen wir uns nicht antun, wir konnten auch über den Zaun sehen, dass in der Ruine nichts zu sehen war.

Somit weiter zum nächsten interessanten Punkt, der „Scott`s View“. Enge Straßen, gesäumt mit gelb blühendem Stechginster führten zu einem herrlichen Aussichtspunkt auf vulkanische Bergkegel und satte, grüne Wiesen. Hier soll der schottische Schriftsteller Sir Walter Scott, geb. 15. August 1771 in Edinburgh, gestorben 21.September 1832 in Abbotsford, oft verweilt und die Aussicht genossen haben. Auch wir taten ihm gleich und blieben hier eine Weile.

Schottland

Die Dryburgh Abbey stand nun auf dem Programm, doch Beate streikte schon mal, es kam ihr vor, wie auf einer Busreise, raus aus dem Bus, rein in den Bus. Also ging ich allein zur Ruine dieser Abtei, in der sich das Grab Sir Walter Scotts befindet.. Leider war die Ruine abgesperrt, da das Gemäuer zu bröckeln beginnt. Das Grab des genannten Herrn konnte ich somit nicht besuchen, aber einige gute Fotos schießen. Die Sonne zeigte sich und verwandelte die Umgebung in einen wunderschönen Landschaftspark mit riesigen Mammutbäumen.

Dryburgh Abbey
Dryburgh Abbey

Nun hieß es, einen Platz für die Nacht zu suchen. Ich fand einen an der Küste bei Eyemouth, den wir dann nach ca. 50 Minuten über enge und engste Straßen erreichten. Wir fuhren hinunter zum Hafen und wurden dort von einem Ehepaar zum Halten aufgefordert. Sie erklärten uns, dass am Hafen keine Parkmöglichkeit besteht und wir doch oberhalb auf einem Parkplatz stehen sollten. Also kehrten wir und und steuerten diesen Platz an. Hier stehen zwar Schilder, dass parken über Nacht verboten sei und Fahrzeuge, in denen man kochen, campieren und schlafen kann, hier nicht stehen dürfen und mit einer Strafe von 20 Pfund belegt werden, doch wer sollte zu dieser Zeit hierher kommen und das kontrollieren?

Ein Bummel durchs Städtchen folgte, verbunden mit einem Besuch im örtlichen Pub. Ein gutes Bierchen gezischt, dann ging es wieder zurück zum Wohnmobil. Kaum waren wir zurück, fing es an zu regnen, allerdings nicht lange, schon bald zeigte sich ein wunderschöner Abendhimmel.

Heute gab es dann mal Spaghetti mit Shrimps, nachdem es ja schon Spaghetti mit Pesto und Käse gegeben hatte. Und gestern dann Essen im Restaurant, doch allabendlich kann man sich das in Großbritannien nicht leisten.

Gefahrene Kilometer: 165 km

Landkarte

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