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Fluß Vjosa Albanien

Zum Bier nach Korca

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Albanien -Einunddreißigster Tag, Freitag, 22.05.2026

Entlang der Vjosa

Nach dem Frühstück draußen im herrlichen Sonnenschein, übrigens erst das dritte oder vierte Mal, dass wir draußen frühstücken konnten, machten wir uns und den Wagen abfahrbereit.

Wir fuhren nun zunächst den gleichen Weg zurück bis Petran und bogen dann nach Süden ein, immer entlang der Vjosa. 

War das Wasser vorgestern schmutzig braun gewesen, leuchtete es heute herrlich blaugrün bis türkis. Die naturbelassene Flusslandschaft zeigte sich von ihrer ganzen Schönheit, dazu im Hintergrund mächtige Berge mit senkrechten Felswänden. Ein grandioser Anblick.

An einer alten Hängebrücke machten wir kurz Halt für einige Fotos. Es ging nun bis zur griechischen Grenze, die hier ein Stück mitten im Flussbett der Vjosa verläuft. 

Außer einem mit vielen Lampen bestückten Straßenübergang und Abfertigungsgebäude war allerdings sonst von einer Grenze nicht viel zu sehen. Unterwegs mussten wir zwei Schildkröten, eine große und eine kleine, von der Fahrbahn vor dem Überfahren retten und sie in sichere Straßenrandzonen setzen.

Kurvenreich durch die Berge

Die Straße schwenkte nun wieder nach Norden und wurde zu einer der bisher kurvenreichsten Strecke. Es gab kaum ein gerades Stück, Kurve an Kurve reihte sich, oft Haarnadelkurven, durch die sie sich in die Höhe schraubte oder wieder herunter. 

Die Landschaft nun eher lieblich, wie auf der Schwäbischen Alb oder dem Allgäu. Nicht sehr hohe, waldbestandene Berge und Hügel rings um uns her, aber auch sattgrüne Wiesen. Beate als Fahrerin hatte ordentlich zu tun, zum Glück war die Fahrbahn breit und mit sehr gutem Straßenbelag. So kamen wir recht komfortabel voran.

Unterwegs kaum Ortschaften oder Häuseransammlungen, erst der Ort Leskovik war ein einigermaßen großes Dorf. 

Hier wird auch mit Fremdenverkehr geworben, Wandern durch die sanfte Hügellandschaft oder auf dem Rücken der Pferde über die grünen Matten reiten. Wir wurden während der Vorbeifahrt an Leskovik von Regentropfen begrüßt, nicht lang anhaltend, aber dennoch aus grauem Himmel.

Fluß Vjosa Albanien
Berge im Vjosatal

Wir erreichen Korca

Der nächste Ort , den wir durchfuhren war Erseke, ein trostloses Nest. Ein paar wenige Leute auf der Straße und die aus wenigen Personen bestehende Dorfjugend waren zu sehen, dann erreichten wir schon das Ortsausgangsschild. 

Nicht verwunderlich, dass viele junge Albaner entweder in die Stadt ziehen oder ganz ins Ausland gehen. Hier scheint auch Großbritannien ein beliebte Land zu sein, wo man Arbeit und Brot findet, denn überall in Albanien begegnet man Autos mit britischen Kennzeichen. 

Viele Albaner arbeiten in Großbritannien und kaufen sich dort einen Gebrauchtwagen. Allerdings können Autos mit dem Lenkrad auf der rechten Seite in Albanien nicht dauerhaft angemeldet werden und fahren daher mit den britischen Originalkennzeichen im Land. 

Zudem dürfen private Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen in Albanien legal für maximal 180 Tage gefahren werden, bevor hohe Zollgebühren anfallen.

Danach allerdings müssen sie wieder raus, nach erneuter Einreise beginnt die Frist wieder.

Nach Erseke wurde die Straße wieder sehr schlecht, übersäht mit Schlaglöchern und brüchigem Asphalt. Nun rüttelte und schüttelte es den Wagen wieder gehörig durch.

Dann plötzlich mündete diese schlechte Straße in eine sehr gut und breit ausgebaute Neubaustraße, die irgendwo in der Nähe von Erseke beginnt, deren Zufahrt wir aber nicht gefunden hatten.

Doch gleich schon verließen wir die Straße wieder, wir wollten auf der alten, kurvenreichen Strecke weiterfahren. Nicht lange allerdings, dann waren wir wieder auf dem neu gebauten Streckenabschnitt.

So ging es nun hinein nach Korca, einer Stadt mit 75 000 Einwohnern. Sie ist das unbestrittene historische, kulturelle und administrative Zentrum des Südostens.

Stadtbummel und Brauereibesuch

Wir parkten den Wagen etwas außerhalb des Zentrums und besuchten es dann zu Fuß. Der historische Stadtteil mit dem alten Basar ist sehr osmanisch geprägt mit vielen kleinen Geschäften und hübschen Restaurants und Cafés. 

Kleine Häuser drängen sich an engen, natursteingepflasterten Straßen. Viele Teppichgeschäfte sind hier angesiedelt, da die Teppichherstellung in Korca eine lange Tradition hat. Hier findet man neben handgewobenen Stücken natürlich auch die massenweise industriell hergestellte Ware.

Wir suchten einen kleinen Laden auf und ließen uns einige Teppiche zeigen, sehr farbenfroh und mit traditionellen Mustern. 45 Euro sollte so ein handgewobener Teppich kosten, in Gjirokaster hätten wir Industrieware für 40 Euro bekommen, allerdings weniger schön.

Auf’s Handeln ließ sich die Verkäuferin nicht ein, also wechselten 4500 Leke und der Teppich den Besitzer.

Nun ging es weiter durch die doch sehr provinziell wirkende Innenstadt zu den wenigen Sehenswürdigkeiten als da wären die orthodoxe Auferstehungskirche, 1994 fertiggestellt, die Iliaz Bej Mirahorit Moschee aus dem 15. Jahrhundert, eine der ältesten Moscheen in Albanien und das rumänische Haus.

Der Aussichtsturm „Red Tower“ am Ende der Fußgängerzone war geschlossen, wie es aussah wohl für immer, alles mit Vorhangschlössern gesichert und der Kassenbereich mit Pappe abgedeckt.

Das war es auch schon in Korca, wir suchten erneut die historische Altstadt auf und tranken dort in einem hübschen Café einen Cappuchino. Dann ging es zurück zum Wagen und hinaus an den Stadtrand dahin, wofür Korca in ganz Albanien bekannt ist, zur Bierbrauerei Korca.

Langer Abend beim Bier

Hier konnten wir den Wagen hinter der Brauerei parken, wo auch schon zwei andere Wohnmobile standen. Sehr praktisch für einen Brauereibesuch.

Innen wenig los, auch der riesige Biergarten menschenleer, dafür reichlich Bedienungspersonal. Bei unserem Eintritt sprach uns sogleich auch eine jüngere Frau aus München an, ob wir Österreicher seien. Nach einem kurzen Gespräch suchten wir uns aber einen separaten Tisch.

Bier ist hier unglaublich billig, der halbe Liter Helles einen Euro, das Dunkle 1,20. Die umfangreiche Speisekarte wurde uns gebracht, doch von dem, was wir bestellten, war nichts mehr da. 

Also was anderes rausgesucht, doch das gibt es nur im Winter. Ja was es denn überhaupt gäbe, fragten wir und es wurden uns neben Salat lediglich zwei weitere Speisen genannt. 

Naja, so etwas Ähnliches hatten wir schon in Bewertungen auf google gelesen. Aber egal, das Essen, „Dish of the House“, kleingeschnittenes Schweinefleisch in Sahnesoße, war sehr lecker und außerdem waren wir ja hier zum Biertrinken.

Im Laufe des Abend baten wir die Münchnerin an unseren Tisch und führten ein sehr nettes Gespräch. Dann machte sich noch ein deutsches Ehepaar nach dem Essen bemerkbar und auch die baten wir, bei uns Platz zu nehmen. 

Und nun wurde der Abend sehr angenehm gesprächig, ein Bier nach dem anderen wurde geordert und mit Wohnmobilisten kann man sich unendlich lang über Reisen und Erlebnisse unterhalten.

So wurde es dann auch fast halb zwölf, als wir uns verabschiedeten und ein jeder sein rollendes Heim aufsuchte.

Auf den rituellen Raki vor dem Schlafengehen verzichteten wir heute.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 135,9 km

Google – Landkarte: Petran bis Korca

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 40.611 789
Längengrad: 20.790 399

Müllentsorgung in Albanien
Müllentsorgung in Albanien

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