Sechster Tag, Montag, 27.04.2026
Frühstück im Sonnenschein
Ich schaffte heute Morgen erstmal Stühle, Tische und alle für das Frühstück benötigten Sachen rauf auf unsere Dachterrasse für einen fantastischen Tagesbeginn.
Im Wohnmobil war es zu warm und aus unseren Fenstern schaute man nur auf öde Betonwände. Hier oben aber war es angenehm, ein leichter Wind ging und die Aussicht überwältigend. Besser konnte ein Tag nicht beginnen.
Grenzübertritt nach Montenegro
Kurz vor zehn Uhr waren wir mit allem fertig und konnten los. Es war schade, diesen Platz verlassen zu müssen, sowas finden wir so schnell nicht wieder.
Die Fahrt dauerte nicht sehr lange, da erreichten wir schon den kroatischen Grenzposten. Kurz wurden die Ausweise kontrolliert, dann konnten wir weiter. Ein ganzes Stück fuhren wir nun durch Niemandsland, dann tauchte der montenegrinischer Posten auf. Hier auch nur kurz die Reisepässe gecheckt, ein Stempel reingedrückt und ein Blick auf den Fahrzeugschein geworfen, schon konnte es weitergehen.
Montenegro ist seit 2012 Beitrittskandidat zur EU und man räumt dem Land großen Chancen ein, demnächst dazu zu gehören. Schon jetzt ist der Euro offizielle Währung.
Immer am Wasser entlang
Die Straße führte nun immer entlang der Meeresbucht von Kotor, eine der schönsten Gegenden Montenegros und teilweise UNESCO Welterbestätte.
In Herceg Novi, der ersten größeren Stadt, hielten wir an, hier wollten wir uns eine SIM-Karte besorgen, das EU – Roaming funktioniert hier noch nicht. Gleich beim Parkplatz sahen wir dann einen Kiosk mit Werbung für SIM-Karten. Es gab zwei verschiedene, eine ein Terabyte – Karte für 20,.- Euro und 30 Tage gültig und eine 500 Gigabyte für 15 Euro, ebenfalls 30 Tage gültig. Wir nahmen die große, so haben wir die nächste Zeit keine Probleme, zudem gilt sie balkanweit neben Montenegro noch für Albanien, Nordmazedonien, Bosnien-Hercegovina und Serbien.
Wir hatten uns auch über E-Sim erkundigt, aber da wir in der Türkei mit E-Sim keine gute Erfahrung gemacht hatten endschieden wie uns für eine normale Sim-Karte. Dazu ist eine normale Sim billiger als eine E-Sim.
Im Fahrzeug sofort aktiviert auf Beates altem Smartphone, das wir so als Router nutzen können, und dann weitergefahren.
Die Straße führte direkt am Wasser entlang und unser nächster Halt war ein Parkplatz oberhalb des Ortes Perast. Vor der Küste befindet sich eine kleine, künstlich aufgeschüttete Insel mit einer Kirche darauf, Maria auf dem Felsen. Dieses Kirchlein gilt als große Sehenswürdigkeit und Reisegruppe um Reisegruppe kommt hier her. Wir waren erstaunt, wieviel hier zu dieser Zeit schon los war.
Zahlreiche Parkplätze gibt es oberhalb von Perast die damit werben, kostenlos für Besucher der Insel zu sein. Doch will man dort parken, muss man 20 Euro pro Person berappen. Dafür gibt es allerdings auch Tickets für die Bootsfahrt und den Eintritt auf Insel und Kirche. Also legten wir 40 Euro hin, liefen viele Stufen, insgesamt 220, hinunter zum Wasser, wo schon das Boot zur Insel auf uns wartete.
Eine schnelle Fahrt übers Wasser brachte uns rüber, 30 Minuten Zeit wurden uns zur Besichtigung gegeben, eigentlich ausreichend, doch vor der Kirche staute sich gerade eine große deutsche Reisegruppe, die alle ins Kirchlein drängten.
Also gewartet und dann mit nur noch 15 Minuten Zeit hineingedrängt. Schmuck anzuschauen waren die Kirche und das angeschlossene kleine Museum, leider konnten wir aufgrund der Menge Leute und knappen Zeit nicht alles in Ruhe ansehen. Aber einen Eindruck haben wir bekommen.
Das Boot kam pünktlich und brachte uns zum Festland zurück. Hier hatten wir noch Gelegenheit, durch den Ort zu laufen und dann ins inzwischen aufgeheizte Wohnmobil zu steigen.
Mittelalterliches Städtchen Kotor mit riesigen Kreuzfahrtschiff
Nicht sehr lange mussten wir bis zum nächsten Ziel fahren, der Stadt Kotor an der gleichnamigen Bucht. Hier fanden wir zum Glück etwas abseits des Zentrums einen guten Parkplatz und konnten dann Richtung Altstadt gehen.
Plötzlich tauchte vor uns eine riesige Fensterwand auf, sieben Stockwerke hoch und scheinbar mitten in der Stadt. Am Hafenkai lag das ebenfalls Luxuskreuzfahrtschiff „Seven Seas Splendor“, riesig anzuschauen und doch für nur 750 Passagiere ausgelegt. Da gibt es größere.
Durch ein Tor erreichten wir die Altstadt mit kleinen, verwinkelten Gassen, ähnlich wie Dubrovnik, nur kleiner. Wir erkundeten die zum Teil sehr vollen Altstadtgassen, in denen überall Cafés und Restaurants angesiedelt waren und Menschen saßen, tranken und speisten und gelangten dann ziemlich abseits in ein kleines, ruhiges Gässchen, wo wir an einem Tischchen Platz nehmen konnten für ein Bier und einen Cappuchino.
Stellplatz auf der Farm
Dann ging es zurück zum Wagen und dort auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Recht schnell fand ich oberhalb von Kotor einen recht schön beschriebenen Platz auf einer Farm.
Über eine steile und enge Straße ging es hinauf und alsbald schon hatten wir das Ziel erreicht. Der Besitzer der Farm hieß uns willkommen, überall liefen frei die Hängebauchschweine mit ihren Ferkeln herum sowie Ziegen und jede Menge Katzen. Ich kaufte ein paar Eier bei ihm und schon hatten wir wieder einen wunderbaren Platz.
Abendessen gab es heute wieder im Freien, ich konnte noch ein nettes Gespräch mit einem alleinreisenden jungen Engländer führen, während Beate die Büroarbeit erledigte. Als die Abendkühle einsetzte zogen wir uns zurück

Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 67,8 km
Google – Landkarte: Ende von Kroatien bis Kotor in Montenegro
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.421406
Längengrad: 18.748 934















