Kosovo - Siebenundvierzigster Tag, Sonntag, 07.06.2026
Kosovo - Siebenundvierzigster Tag, Sonntag, 07.06.2026
Herrlichstes Wetter heute morgen, keine Wolke am Himmel und Frühstück vor dem Wohnmobil. Dann ging es los, aber nicht weit, wir sahen Autos vor der Kirche und einen Mann am Eingang. Ein Blick ins Kircheninnere folgte, eine relativ schlichte, moderne katholische Kirche. Hübsche, sehr bunte Malereien befanden sich an den Wänden, auch wieder ein Abbild von Mutter Teresa. In der Kirche trafen wir niemanden an, erst als wir gingen kam eine Ordensschwester mit Blumen, wahrscheinlich sollte noch ein Gottesdienst stattfinden.
Dieses Gebäude ist die Kirche des Heiligen Abraham in Llapushnik, Kosovo.
Die Kirche wurde im Oktober 2016 eingeweiht.
Sie liegt auf einem Hügel in der Region Drenica.
Von unserem Frühstücksplatz aus sahen wir am gegenüberliegenden Berghang eine recht steile, neue Straße, die wir nun hinauffuhren.
Es ging vorbei an einzelnen Gedenksteinen für gefallene UCK-Kämpfer, da hier in der Schlacht von Llapushnik vom 07. – 10. Mai 1998 der UCK gegen die Serben viele Kämpfer gefallen sind.
Wir hatten nur noch einen Besuchspunkt im Kosovo, die Mirushes Wasserfälle und den Canyon. Sehr weit sind die Entfernungen alle nicht in dem recht kleinen Land Kosovo, dennoch wurde es für uns eine recht lange Strecke.
Immer wieder kontrollierten wir unsere Route auf dem Navi und immer waren wir richtig. Dann an einer Abzweigung hielten wir, um noch einmal zu kontrollieren und es wurde uns der weitere Weg angezeigt.
Nur leider nicht der richtige. So hatten wir dann nochmal über 20 Kilometer im Kreis zu fahren, ehe wir wieder an der Abzweigung ankamen, an der wir gehalten hatten und dort hätten abbiegen müssen.
Toller Wasserfall mit Klettersteig
Nun ging es über einen Schotterweg bis zum Parkplatz kurz vor den Wasserfällen. Hier standen schon recht viele Autos und in dem Restaurant direkt am Wasserfall saßen die Menschen. Am heutigen Sonntag war wieder Ausflugszeit.
Die Mirushes Wasserfälle bestehen aus einer Reihe hintereinander liegenden Fälle, die über Terrassen aus dem Canyon heraustreten. Jeweils davor bildet sich ein Wasserbecken, in denen auch einige Leute badeten. Das letzte Becken ist das größte und hier tummelten und schwammen dann auch recht viele herum.
An der linken Seite der Wasserfälle kann man die Felsen hochsteigen, um in den Canyon hinein zu kommen. Große Teile sind mit Seilen versichert wie bei einem Klettersteig. Wir erklommen die ersten steilen Stücke des Weges und drangen immer weiter vor.
An einem der oberen Becken hatten Angler ihre Ruten ausgelegt und hier lagen leider auch Unmengen von leeren Plastikflaschen, die einfach so in die Natur geworfen wurden. Umweltschutz und Sauberkeit ist bei den meisten der Bewohner der Balkanstaaten in ihrem Bewusstsein vorhanden.
Je weiter wir den Klettersteig hinauf und hinunter kletterten, umso weniger Menschen waren zu sehen.
Dann ging es über eine schwankende Hängebrücke und wieder hinunter zu einem Wasserbecken. Hier badeten zwei junge Männer, mit denen wir etwas ins Gespräch kamen.
Dann sollte es weitergehen, doch hier nun versagte Beates Mut, man musste ja auch wieder an den Rückweg denken. Klettersteige sind grundsätzlich so gebaut, dass man nur hinaufsteigen kann, sie wieder herunter zu klettern ist ungemein schwieriger.
So ging ich dann noch ein kleines Stück allein weiter, der Steig wäre noch weit in den Canyon hinein gegangen und hoch auf die Felswände der Schlucht.
Weiterfahrt zur Grenze
Ich kehrte dann zu Beate zurück und wir kletterten wieder hinunter zum ersten großen Wasserbecken. Hier genossen wir im Garten des Restaurants noch ein kühles Erfrischungsgetränk und machen uns auf den Weg Kosovo zu verlassen.
Der Himmel hatte sich zwischenzeitlich stark bewölkt und über den Bergen im Westen sah es recht dunkel aus. Schade eigentlich, denn wir hatten für heute Abend wieder Grillgut eingekauft.
Es ging Richtung Peja und kurz vor der Stadt eine heftige Serpentinenstraße bergauf zum einzigen Grenzübergang vom Kosovo nach Mointenegro.
Der Wagen schraubte sich höher und höher und dann plötzlich nach einer Kurve der kosovarische Grenzkontrollposten. Ein Check der Ausweise und der Wagenpapiere, dann konnte es weitergehen. Keine Wartezeit, wir waren in dem Moment die einzigen Grenzgänger.
Auf der Seite des Auswärtigen Amtes hatte ich gelesen, dass man sich als Reisender im Kosovo spätestens nach drei Tagen polizeilich anzumelden hätte, genauso wie in Nordmazedonien.
Und seit Mitte März 2026 würde diese Pflicht strenger polizeilich kontrolliert. Nun hatten wir ja in Nordmazedonien die Erfahrung gemacht, dass es eigentlich niemanden interessiert, die Polizei gar nicht genau weiß, wie damit umgegangen werden soll und bei der Ausreise auch gar keine Meldescheine kontrolliert werden.
So hatten wir diese Anmeldepflicht im Kosovo ignoriert und tatsächlich hatte bei der Ausreise auch niemand danach gefragt. Reisehinweise des Auswärtigen Amtes kann man getrost ignorieren.
Übernachtung zwischen zwei Ländern
Es ging nun weiter durch die Berge, die am Nachmittag noch hohe Temperatur von 30 Grad sank nun kontinuierlich auf 19 Grad und wir befanden und zwischen den Grenzübergängen vom Kosovo und Montenegro.
Hier fanden wir dann auch etwas abseits der nicht stark befahrenen Straße einen guten Übernachtungsplatz. Zunächst bei herrlicher Panoramasicht das Fahrtabschlussbier, dann wurde gegrillt, leider mussten wir im Wagen essen, da es draußen dann doch zu kühl wurde. Die Wolken senkten sich langsam und verhüllten die Berge hinter uns.
Einer ruhigen Nacht stand nichts mehr im Weg.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 126,1 km
Google – Landkarte: Vom Kosovo wieder nach Montenegro
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:787 234
Längengrad: 20:225 416






















