Auf dem Wild Altlantic Way

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Sechsunddreißigster Tag, Donnerstag, 16.06.2022

Nach ruhiger Nacht dann doch wieder am morgen leichter Regen auf´s Wohnmobildach. Doch schon kurz nach dem Frühstück wurde es besser, wir konnten unsere Tour fortsetzen.Heute ging es fast immer entlang des „Wild Atlantic Ways“, gekennzeichnbet durch ein blaues Schild mit symbolisierter Welle, aus der man auch die Buchstaben WAW herauslesen kann. Erste Station war wieder mal die Suche nach der Kloentleerung und der Wasserversorgung, hier wurden wir fündig an einem öffentlichen Toilettenhäuschen mit integrierten Duschen und Wasserhahn. Schnell die Gießkanne fünfmal gefüllt, schon hatten wir wieder 50 Liter Wasser mehr im Tank.

Ein ganzes Stück vor der Ortschaft Kilkee fiel mir in der Ferne ein riesiger Klotz aus Fels vor der Küste auf, den ich unbedingt aus der Nähe anschauen wollte. Also verließen wir die geplante Route und fuhren dort hin. Abgesetzt von der wilden Steilküste ein mächtiger, riesiger rechteckiger Felsklotz in der tosenden Brandung. Nachdem wir einige Fotos geschossen hatten, wollte ich nun wieder zurück auf die Hauptroute, doch wir schauten im Reiseführer nach, wie es auf dieser Straße weiter geht und Beate meinte, wir sollten doch die Küste entlang zum Loop Head, der äußersten Spitze dieser Landzunge fahren.Also nahmen wir die 16 Kilometer unter die Räder und erreichten alsbald den Leuchtturm am Loop Head.

Steilküste Irlands

Die Steilküste hier war grandios, wild und brandungsumtost. Wir schauten uns um, keinerlei Absperrungen, keine angelegten Wege oder Verbotsschilder jedweder Art. Hier war die Natur noch unversehrt und authentisch.

Das Wetter hatte sich schon am Vormittag sehr gebessert, die Sonne schien, dennoch war der Himmel leicht wolkenverschleiert. Ungewohnte Temperaturen stellten sich ein, bis zu 23 Grad, die uns bei unserem Rundgang um die Spitze der Landzunge des Loop Head doch etwas schwitzen ließen. Auf den zum Teil weit ins Meer hinausragenden Felsen konnte man herrlich entlang der Klippen sehen und schöne Fotos machen. Nur wenige Leute hielten sich hier auf, kein Vergleich zum gestrigen Besuch der Cliffs of Moher. Hätten wir das vorher gewusst, dass hier eine so schöne und wilde Steilküste anzutreffen ist, hätten wir uns die anderen Klippen mit dem Touristenrummel erspart.

Loop Head
Loop Head
Loop Head
Loop Head
Loop Head
Loop Head
Loop Head
Loop Head

Nach einer ganzen Zeit des Aufenthalts am Loop Head ging es zurück und nach einigen Kilometern entlang des Wild Atlantic Ways zur Fähre über den hier doch schon recht breiten Shannon River nach Tarbert. Von dort dann schnurstracks zum Tagesziel Dingle auf der gleichnamigen Halbinsel. Die heute befahrenen Straßen waren allgemein sehr schmal, trotz zweier Fahrspuren viel schmaler als sonst und der Gegenverkehr kam uns stets gefährlich nahe. Um nicht noch einmal einen Spiegelschaden zu erleiden, fuhren wir schon seit gestern mit eingeklapptem Beifahrerrückspiegel und das war auch sehr gut so. Nicht nur einmal hätte es uns heute den Seitenspiegel weggerissen, so dicht fuhren entgegenkommende Fahrzeuge an unserem Wohnmobil vorbei. Auf dem Mittelstreifen und auf dem Randstreifen sind hier in regelmäßigen Abstanden Reflektoren für die Nachtfahrt in den Boden eingelassen, die beim Überfahren jeweils zweimal rumpeln, wenn Vorder- und Hinterrad darüber rollen. Entweder man überfährt die Reflektoren des Mittelstreifens oder des Randstreifen, zwischen beiden zu fahren ist mit unserem breiten Wagen fast nicht möglich.

Irland

Die Landschaft änderte sich, Berge türmten sich auf und teilweise erinnerte die Szenerie an Schottland. Nur die grünen Hänge, durchzogen mit dunkelgrünen Hecken, die die Landschaft in unterschiedliche Quadrate und Rechtecke aufteilten, erinnerten uns daran, nicht dort zu sein. Hier sah das Land aus wie aus einem Reiseprospekt für Irland, unterschiedliche saftige Grünfärbung durchsetzt mit kleinen Häusern, Bäumen und Hecken. Überhaupt ist Irland unglaublich zersiedelt, überall stehen Häuser oder Häusergruppen, es gibt kaum Regionen, wo man nicht irgendwo in der Nähe oder Ferne Häuser sieht. Bei uns in Deutschland konzentriert sich die Bebauung fast ausschließlich auf Dörfer und Städte, nur selten findet man so willkürlich in der Landschaft verstreute Häuser.

Bei schönstem Sonnenschein und zur Hauptverkehrszeit rollten wir in Dingle ein, Beate musste den Wagen geschickt durch die enge und zugeparkte Hauptstraße lenken, dann noch zwei noch kleine Nebenstraßen und wir hatten einen recht großen Parkplatz neben der Kirche erreicht. Es gibt im Städtchen nur wenige Möglichkeiten, mit dem Wohnmobil über Nacht zu stehen, hier war eine.

Gleich nach Ankunft machten wir uns auf, den Ort zu erkunden und mal wieder einen guten Pub aufzusuchen und auch unseren Hunger zu stillen. Beate war nach Fisch, mir nach deftigem, traditionellen Irish Stew zu Mute. Da der angesteuerte Pub keine Fischgerichte im Angebot hatte, sollte heute dann Fleischtag und morgen Fischtag sein. Im Pub gute irische Live Musik, gutes Essen und natürlich gutes Guinness.

Zum Abschluss des Tages suchten wir noch einen in einer Seitenstraße liegenden Biergarten einer kleinen Brauerei auf, tranken noch zwei gute selbstgebraute Biere und kamen mit einem am Tisch sitzenden Ehepaar ins Gespräch. Alsbald verabschiedete sich dieses und ein anderes Ehepaar setzte sich zu uns an den Tisch. Auch hier entwickelte sich wieder schnell eine Unterhaltung, sie gaben uns einige gute Tipps für die weitere Fahrt Richtung Dublin und nachdem wir unser Bier geleert hatten, verabschiedeten wir uns und kehten zu unserer Heimstatt zurück. Der Abend im Biergarten war recht angenehm gewesen, erstmalig, dass man so lange draußen sitzen konnte.

Gefahrene Kilometer: 236 km

Beef Pie
Beef Pie
Prost
Prost
Irish Stew
Irish Stew

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