Nordmazedonien Vierunddreißigster Tag, Montag, 25.05.2026
Abseits des Weges nach Bitola
Das Frühstück genossen wir heute wieder bei Sonnenschein am See. Dann ging es zunächst zu einer Wasserstelle, um unseren Tank wieder mit dem benötigten Nass zu füllen und weiter in Richtung der zweitgrößten Stadt des Landes, nach Bitola.
Man kann dorthin über zwei verschiedene Straßen gelangen, die alte, enge und kurvenreiche Strecke oder die neu gebaute, gerade und breite Straße.
Wir lieben es natürlich, kleinere Wege zu fahren, nicht die gut Ausgebauten. So ging es denn zunächst den nicht ganz so guten, ungepflegten Weg entlang mit brüchigem und löchrigem Asphalt.
Gras wuchs auf der Straße und oft hingen Äste sehr weit hinein, sodass man viel ausweichen musste. War aber kein Problem, da hier ohnehin niemand anderes fuhr, kein Gegenverkehr, kein Folgeverkehr.
Dann wurde es ganz schlimm, der Straßenbelag wechselte zu altem Kopfsteinpflaster, teilweise schon ganz kaputt. Wir kämpften uns mit unserem Wagen weiter vorwärts, für solche Strecken habe ich ihn ja mit Zusatzfedern und besseren Stoßdämpfern ausrüsten lassen.
Ein Quadfahrer kam uns entgegen, hielt an und berichtete mir von dem Straßenzustand auf dem weiteren Weg. Alles kein Problem, irgendwann wird es dann sogar sehr gut zu fahren sein.
So war es denn auch und zügig fuhren wir in Bitola ein. Beate hatte mitten in der Stadt einen Parkplatz ausfindig gemacht, auf dem gerade noch ein Platz für unser Wohnmobil zu finden war.
Als zweitgrößte Stadt Nordmazedoniens ist hier natürlich entsprechend viel los, in der Fußgängerzone alle Cafés und Restaurants gut besetzt, vor allem mit jungen Leuten.
Obwohl der Pfingstmontag kein offizieller Feiertag ist haben wohl viele Geschäfte und Betriebe geschlossen, sodass sich die Menschen bei herrlichem Sonnenschein in der Stadt die Zeit vertreiben.
Zur Polizei in Bitola
Wir strebten durchs Stadtzentrum vorbei am Uhrturm und zwei Moscheen zur örtlichen Polizeistation, um unsere ausgefüllten Anmeldeformulare abzugeben.
Hier konnte der diensthabende Polizist erstmal gar nichts damit anfangen. Fragen folgten: woher haben sie das Formular, was hat es gekostet, wieso sind sie jetzt hier und nicht in Ohrid, wo sie das Formular gekauft haben, wie lange man im Land bleiben wolle und noch einiges mehr.
Schließlich kam ein Stempel auf den unteren, abzutrennenden Teil, der uns wieder ausgehändigt wurde. Die oberen, größeren Abschnitte legte er vor sich in einen Kasten, wahrscheinlich passiert damit nichts mehr.
Irgendwie erinnerte uns das dann auch an Abläufe in deutschen Behörden.
Alles geschlossen
Wir folgten jetzt Hinweisschildern in Richtung „Alter Basar“, einem früher riesigen Areal in der Stadt mit unzähligen Geschäften und Händlern. Heute sind nur noch wenige davon übrig und leider an diesem Montag alle geschlossen. So sahen die Straßen im Basar sehr verlassen und trostlos aus und für uns nicht interessant.
So gingen wir durch die hässlichen, heruntergekommenen Stadtviertel zurück zum Auto und kämpfen uns dann durch enge, mit parkenden Autos bestandene Straßen raus aus der Stadt.
Zum höchstgelegen Ort in Nordmazedonien
Die Straße führte nun teilweise über viele Kilometer schnurgeradeaus, bis es über Serpentinen hoch in die Berge ging. Hier musste Beate sich wieder als Schildkrötenretterin betätigen und einige dieser Tiere vor dem Überfahren bewahren.
Wir wollten nach Krusevo, dem höchstgelegen Ort des Landes. Er hat zudem für die Geschichte Mazedoniens eine besondere Bedeutung, hier fand 1903 ein Aufstand der Bevölkerung gegen die osmanische Herrschaft statt und für 10 Tage existierte hier eine freie und unabhängige Republik Krusevo.
Diesem Ereignis wird an zwei Stelle gedacht, einmal beim Mechkin-Kamen-Monument und einmal beim Ilinden – Denkmal.
Zufällig sahen wir den Wegweiser zu dem vor dem Ort im Wald liegenden Monument. Hier steht eine riesige, bronzene Statue, die einen großen Fels hinter dem Kopf zum Wurf bereithält. Erinnert wird damit an den Kampf der Aufständischen gegen die Osmanen, als sie keine Munition mehr hatten und den Feind mit Steinen bewarfen.
Ringsum viele schöne Picknickplätze und am heutigen Tag auch etliche Familien vor Ort.
Weiter ging es durch sehr enge Gassen des Ortes Krusevo zum futuristischen Bau des Ilinden-Denkmals oder auch Makedonium genannt. Dieses Gebäude wurde 1970 – 1974 errichtet, im Inneren ist außer einem Gedenkstein an den kurzzeitigen Präsidenten der Republik Krusevo, Nikola Karev, nichts zu sehen.
Die alltägliche Suche nach einem Stellplatz
Von Krusevo aus hatte man einen wunderschönen Blick in auf die Pelagonia – Tiefebene, ein weites Gebiet mit landwirtschaftlichen Flächen, wie wir sie so in Albanien nie gesehen hatten. In der Ferne einige höhere Berge, einer davon wird als Paraglider-Startplatz genutzt, denn das Fallschirmfliegen wird hier sehr intensiv betrieben.
Einen Stellplatz im Wald steuerten wir an, doch der war über den schlechten Zufahrtsweg für uns nicht zu erreichen. Ansonsten gab es keine geeigneten Stellplätze für uns, lediglich den kleinen Campingplatz „Flycamp Pelagonia“ im Dorf Sveto Mitrani.
Hierhin fuhren wir, wurden sehr freundlich vom deutschen Betreiber und seinen Mitarbeitern empfangen und konnten sehr gemütlich unseren Tag beenden. Endlich konnten wir auch unsere Würstchen grillen.
Nach einem Abendspaziergang durch das Dorf ging dieser Tag dann langsam zuende.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 129,7 km
Google – Landkarte: Vom Prespasee bis Sveto Mitrani
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.323 963
Längengrad: 21.308 404



















