Nordmazedonien Fünfunddreißigster Tag, Dienstag, 26.05.2026
Unruhige Nacht
So schön der Platz auch war und so nett der Betreiber und seine aus Deutschland angereisten Helfer, die Nacht war leider nur mit Ohrstöpseln einigermaßen zu ertragen.
Der direkte Nachbar hatte zwei Hunde und die fingen die ganze Nacht über ständig an zu kläffen und zu jaulen, der größere von beiden mit einem tiefen, durchdringenden Gebell. Ab halb zwei musste ich mit Ohrstöpseln schlafen, sonst hätte ich kein Auge zugetan.
Als die Hunde dann gegen ganz frühen Morgen endlich still waren, fing der Hahn an unentwegt zu krähen. Wir verzichteten auf eine Bewertung auf der App „Park 4 Night“, da wir dem netten jungen Mann nicht die Gäste vertreiben wollen.
Das anschließende Frühstück draußen zog sich lange hin, wir führten noch nette Gespräche mit den beiden Helfern auf dem Platz und machten uns dann auf in die nächste größere Stadt, nach Prilep
Hinauf auf den ersten Berggipfel
In Prilep erledigten wir erstmal in einem Supermarkt unsere Einkäufe und kauften beim örtlichen Metzger noch mächtige Schweinerippchen für das Abendessen.
Hier haben viele Metzgergeschäfte lediglich großen Fleischstücke und vielleicht ein paar Würste im Angebot, nicht aber wie bei uns auch jede Menge Aufschnitt, Schinken usw.. Hier verarbeiten die Metzger noch selber das Fleisch.
Danach gingen wir noch zum Gemüsemarkt und deckten uns da noch ein. Bepackt mit unseren Einkäufen kehrten wir zum Wohnmobil zurück und fuhren dann ein Stück an den Rand der Stadt und hinauf in Richtung der alten Bergfestung Markovi Kuli hoch oben auf felsiger Höh.
Ca. eineinhalb Kilometer vor dem Ziel parkten wir und gingen den Rest bis zum Gipfel zu Fuß. Oben angekommen hatten wir eine prächtige Sicht auf die Pelagonia – Ebene und die Stadt Prilep
Von hier aus konnten wir auch herübersehen zu unserem nächsten Ziel, dem Kloster Trescavec hoch oben unterhalb eines spitzen Bergkegels. Diese Bergspitze hatte ich schon von unserem Campingstellplatz aus gesehen und den Wunsch verspürt, dort oben zu sein.
Noch ein paar Kilometer nordwestlich von Prilep entfernt ging es hoch in die Berge. Die Straße war schmal aber in gutem Zustand.
Gegenverkehr hatten wir nicht und konnten so zügig fahren. Doch dann kamen die Kehren und es ging zum Teil sehr steil hoch, schätzen so 15 % Steigung, der Motor hatte ordentlich zu schaffen und Beate am Lenkrad zu drehen. Das Ziel kam näher und wenige hundert Meter unterhalb der Klosteranlage parkten wir. Die letzten Meter hinauf ging es zu Fuß.
Leider ist das Kloster völlig eingerüstet und nicht viel von ihm zu sehen. Auf Bildern im Internet sah ich auch schon diese Gerüste und Einhausungen und die waren schon zwei und mehr Jahre alt.
Es sieht so aus, als sollte das Kloster mal renoviert werden, aber schon lange tut sich da nichts mehr. Vielleicht wartet man ab, bis auch Nordmazedonien in der EU ist, um dann mit den reichlich fließenden Geldern weiterzuarbeiten. Das kann aber noch Jahre dauern.
Auch das Innere der Kirche ist überall mit Stützbalken versehen und dunkel, Fotos sind sehr schlecht zu machen.
Dennoch war der Aufenthalt oben auf dem Berg grandios, die Sicht in fast alle Richtungen gigantisch und nur durch ein wenig Dunst getrübt. Wir spazierten lange herum, genossen den phantastischen Blick und kehrten dann zum Fahrzeug zurück.
In die Weinregion
Vom Campingplatzbesitzer erhielt ich den Tipp, in der Stadt Kavadarci zum Weingut Tikvesh zu gehen und dort die leckeren mazedonischen Weine zu probieren. Da wir bisher weder in Montenegro noch in Albanien für uns schmackhafte Weine gefunden hatten war das ein guter Hinweis.
So fuhren wir nochmals etwas über eine Stunde in die Stadt Kavadarci und dort hoch hinauf zu einem Denkmal für gefallene Widerstandskämpfer. Hier fanden wir einen zwar nicht sehr idyllischen Stellplatz, aber er war ruhig, ohne ewiges Hundegekläffe und geeignet, unsere gekauften Schweinerippchen zu grillen.
Die Temperaturen begannen heute bis auf 30 Grad zu steigen und die Wettervorhersage prophezeit das auch für die nächste Zeit. Bislang war es angenehm, oft sogar sehr kühl gewesen, ab jetzt werden wir uns mit frühsommerlicher Hitze abfinden müssen und uns auf heiße Nächte im Wohnmobil vorbereiten.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 103,5 km
Google – Landkarte: Sveto Mitrani bis Kavadarci
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.432 231
Längengrad: 22.023 394
























