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Kloster Sveti Naum

Auf in ein neues Land – Nordmazedonien

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Albanien / Nord Mazedonien Dreiunddreißigster Tag, Sonntag, 24.05.2026

Die verschwundenen Schuhe

An unserem herrlichen Übernachtungsplatz direkt am See war es tatsächlich heute wieder möglich, draußen zu frühstücken. 

Die Sonne zeigte sich in ihrer vollen Pracht, der Regen von gestern Nachmittag war vergessen. Wobei nicht ganz, denn Beate hatte ihre total durchnässten Wandersandalen vor dem Wohnmobil gelassen und heute morgen waren sie weg. 

Wir hatten schon davon gelesen, dass hier ein Hund lebt, der auch Schuhe wegschleppt, und der muss es wohl gewesen sein.

Später fand Beate dann einen völlig zerbissenen Schuh irgendwo weit entfernt vom Wohnmobil. Der andere blieb verschwunden. Der Verlust allerdings konnte verschmerzt werden, die Schuhe waren ohnehin geflickt und durch den Regen gestern ganz kaputt gegangen.

Problemloser Grenzübertritt

Es war nicht sehr weit bis zur mazedonischen Grenze, allerdings ging es zunächst noch eine Serpentinenstraße bergauf, weg vom Ohridsee. Dann kam der kleine Grenzübergang in Sicht, die frühere albanische Ausreisekontrollstation war unbesetzt. 

Etwas weiter dann die nordmazedonische Grenzstation, zwei Fahrzeugspuren waren geöffnet, langsam ging es voran, doch sehr viel Verkehr war nicht,

Die Kontrolle verlief unspektakulär, in ein Fensterchen reichten wir unsere Dokumente, Reisepass, Fahrzeugschein und Versicherungsnachweis, aus dem anderen Fensterchen wurden sie uns nach eifrigem Herumtippen auf der Computertastatur wieder herausgereicht. 

Dann am nächsten Häuschen ein freundlicher Herr vom Zoll, der sich in Deutsch nach unserem Befinden erkundigte und ob wir etwas zu verzollen hätten, was wir verneinten, dann konnten wir fahren.

Die ganze Prozedur hatte genau 25 Minuten gedauert.

Zur Polizei in Ohrid

Wir fuhren nun weiter auf der gut ausgebauten Straße am See entlang, zunächst durch die Ortschaft Struga, wo ich erstmal am Geldautomaten ein paar mazedonische Dinar zog, damit wir wieder finanziell flüssig sind. Dann ging es weiter in die Stadt, die dem See den Namen gab, nach Ohrid.

Hier parkten wir auf einem bewachten Parkplatz, da es sonst an diesem Sonntag nirgendwo ein freies Parkplätzchen gab.

Es ging zur Altstadt und schon wieder waren wir an einem Sonntag in einer Stadt, zudem noch Pfingstsonntag, doch das ist im Mazedonien kein besonderer Feiertag, lediglich für die ganz Gläubigen.

Ich hatte gelesen, dass es in Nordmazedonien Pflicht sei, sich nach der Einreise innerhalb von 24 Stunden bei einer Polizeibehörde anzumelden. 

Bei Hoteltouristen erledigt das das Hotel, Individualtouristen müssen sich selbst darum kümmern. So steuerten wir auf unserem Weg durch die sehr belebte Altstadt das Polizeirevier an und fragten dort nach.

Freundlich wurde uns erklärt, was zu tun sei, doch so dringend ist es nicht. Man muss dazu in einem Schreibwarenladen ein Formular kaufen, ausfüllen und bei irgendeiner Polizeistation wieder abgeben.

Da wir zuvor in der Fußgängerzone in einem Schreibwarenladen eine Straßenkarte des Landes gekauft hatten, wussten wir, wo wir solche Formulare bekommen können.

Anmeldeformular Nordmazedonien
Anmeldeformular Nordmazedonien

Zum Kloster Sveti Naum

Wir bummelten dann über die volle Seepromenade zurück zum Parkplatz. Überall waren Anbieter von Bootstouren bemüht, Passagiere für ihre Rundfahrten zu bekommen, und viele Pärchen, Familien oder Gruppen nutzten diese Angebote.

Wir hatten ein anderes Ziel, das berühmte Kloster Sveti Naum direkt an der südlichen Grenze zu Albanien.

Auf der Fahrt dahin mussten wir feststellen, dass es den Mazedoniern wohl immer schon etwas besser gegangen sein muss als den gegenüberliegenden Albaniern. 

Hier war viel mehr Fremdenverkehr festzustellen als drüben, schon zu Zeiten Jugoslawiens war es ja möglich, das Land vom Westen her zu bereisen und auch die Jugoslawen hatten selbst mehr Freiheiten als die im Nachbarland eingesperrten Albaner.

Der Weg nach Sveti Naum war nicht sehr weit, etwas abseits des offiziellen Parkplatzes stellten wir unseren Wagen ab und gingen dann zu Fuß zur Klosteranlage. 

Natürlich auch hier viel Rummel, zunächst mal zahlreiche dieser überall auf dem Balkan anzutreffenden Souvenirstände, einer nach dem anderen mit immer dem gleichen Zeug. 

Dann folgten Restaurants und Cafés und wieder Bootstourenanbieter zur den Quellen der Seezuflüsse. Wir strebten über Treppen hoch zum Klosterhof mit der kleinen, aus dem 11. Jahrhundert stammenden Kirche. Umgeben ist sie von nun als Hotel genutztem Bau der ehemaligen Mönchswohnungen, allerdings neu errichtet.

Das Kirchlein sehr schmuck, ein begehrtes Fotomotiv und Besuchermagnet. Das Innere recht klein und eng, im typischen orthodoxen Stil. 

Etliche Gläubige steckten zunächst Geld in die überall stehenden Opferstöcke, beküssten und berührten dann die Ikonen an den Wänden und auf hölzernen Sockeln, bekreuzigten sich vielmals und verließen dann wieder den Kirchenraum. Uns kam diese osteuropäische Frömmigkeit schon immer etwas seltsam vor, doch sie ist hier bei jung und alt weit verbreitet. Mazedonien ist ein überwiegend christlich orthodoxes Land, der Islam spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Über die Berge zum Prespersee

Vom Kloster machten wir noch einen längeren Spaziergang zurück zum Wagen, nahmen einen anderen Weg durch den Wald und vorbei an noch zwei kleinen orthodoxen Kirchen.

Unser Tagesendziel war ein Stellplatz am Nachbarsee, dem Prespersee, wozu wir aber wieder eine sehr kurvenreiche Straße zunächst den Berg hinauf und dann wieder hinunter zum See fahren mussten. Hierbei durchquerten wir den Galicica Nationalpark, wofür an einem Kontrollposten 600 Dinar, etwa neun Euro, entrichtet werden mussten.

Leider trübte es sich ein, über dem Ohridsee regnete es heftig, sogar Blitze sausten ins Wasser und die Sicht vom Scheitelpunkt der Passstraße war sehr getrübt. Dazu blies ein kalter, heftiger Wind.

Doch auf der anderen Seite des Passes war es besser, wir erreichten unseren anvisierten Stellplatz direkt am Ufer des Prespersees und konnten sogar noch unser Feierabendbier draußen trinken.

Zum Grillen allerdings wurde es dann später doch zu ungemütlich, sodass es heute wieder Spaghetti gab.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 103,5 km

Google – Landkarte: Von Albanien nach Nordmazedonien

Stellplatz – Koordinaten

Breitengrad: 40.968 999
Längengrad: 20.912 279

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