Fünfter Tag, Sonntag, 26.04.2026
Dubrovnik, kroatische Perle an der Adria
Wunderschönes Wetter begrüßte uns heute morgen, so wie auch die Tage zuvor. Kurz vor 10:00 Uhr konnten wir los, wir hatten wieder kostenlos auf einem absolut ruhigen Platz übernachten können.
Erneut nahmen wir die Adriamagistrale unter die Räder, immer entlang am blauen Meer auf der rechten Seite und den hohen Bergen zur Linken. Irgendwann tauchte dann die blaue Grenzstation von Bosnien in der Nähe der Stadt Neum auf.
Hier hat Bosnien einen drei Kilometer breiten Streifen Land mit Zugang zum Meer, der den Süden Kroatiens vom Rest des Landes abtrennt. Damit man nicht ständig im eigenen Land, wenn man nach Dubrovnik will, diesen Grenzübergang queren muss haben die Kroaten einige Kilometer vorher eine Brücke übers Wasser zur Halbinsel Korcula gebaut. Die Straße verläuft dann weiterhin auf kroatischem Gebiet und trifft südlich von Neum bei Ston wieder auf das kroatische Restland im Süden
Grenzkontrolle - Kroatien - Bosnien
Der kroatische Grenzposten wollte lediglich unsere Personalausweise sehen, ebenso der bosnische Posten. Dann ging es vorbei an den Häusern der Stadt Neum und kurze Zeit später waren wir wieder an der bosnisch-kroatischen Grenze.
Hier das gleiche Procedere, doch beim kroatischen Zoll, der nun insgesamt vierten Kontrollstelle, wollte die Frau im Häuschen noch mehr wissen, ob wir Alkohol dabei hätten, Fleisch oder Milchprodukte. Ich gab an lediglich etwas Bier zu haben, eine Flasche Wein und keine Milch oder Milchprodukte. Letzteres stimmte zwar nicht, aber es ersparte Probleme und schließlich hatten wir die Milch ja teilweise in Kroatien gekauft.
Schwierige Parkplatzsuche in Dubrovnik
Es war uns klar, dass am heutigen Sonntag viele Leute in Dubrovnik sein werden, trotz Vorsaison, aber dennoch waren wir guter Dinge, für unseren Wagen einen Parkplatz zu finden. Doch alle Plätze, die Beate herausgesucht hatte, waren belegt. Zudem schraubte sich die Straße immer höher, ein Fußweg in die Stadt wäre gar nicht zu finden gewesen. Schon resignierten wir, müssen halt den Besuch der Stadt ausfallen lassen, schließlich hatten wir sie vor 25 Jahren schon mal besucht.
Doch so ganz wollte ich noch nicht aufgeben, einen letzten Versuch musste es noch geben.
Also gewendet und wieder Richtung Zentrum gefahren. Dann tauchte an der linken Straßenseite ein großer Parkplatz auf mit viel Freiraum, also wieder umgedreht und dort geparkt
Neben uns parkte ein PKW aus Bosnien und als wir uns aufmachten Richtung Stadt sprach uns der Mann auf Deutsch an, dass man sich uns anschließen wolle, wir würden wohl den Weg in die Stadt kennen. Es stellte sich heraus, dass das Ehepaar aus Kempten stammte, in Bosnien auf Reisen sei, da er früher als Dienstellenleiter der Polizeidirektion Kempten dienstlich länger in Mostar gewesen war. Es entwickelten sich auf dem ganzen Weg bis zur Stadtmauer der Altstadt interessante Gespräche, dann verabschiedeten wir uns und jeder ging seinen Weg.
In Dubrovniks Altstadt war trotz Vorsaison wahnsinnig viel los. Die engen Gassen gefüllt mit Touristen aus aller Herren Länder. Wir durchstreiften viele der kleinen Straßen und Gassen, besuchten die Kathedrale und versuchten dann einen Zugang zur Stadtmauer zu finden, um die Stadt von oben zu besichtigen, so, wie wir es vor 25 Jahren im Hochsommer mit den Kindern gemacht hatten. Unsere Tochter als sechsjährige hatte seinerzeit durch die Sonne und Hitze ein so rotes Gesicht bekommen wie ihr Kleid, das sie anhatte. Unvergesslich.
Am Zutrittspunkt zur Stadtmauer angekommen lasen wir da 40,-€ Eintritt pro Person, ein irrer Preis. Es stellte sich allerdings heraus, dass diese 40,-€ für einen Dubrovnikpass zu entrichten sind, der neben der Stadtmauerbesichtigung noch andere Eintrittsgebühren umfasst. Da wir aber weder weitere Museen noch andere kostenpflichtige Sehenswürdigkeiten besuchen wollten, verzichteten wir auf einen Kauf.
Dafür spazierten wir lieber runter zum Hafen, wo in der Ferne ein riesiges Kreuzfahrtschiff lag, wie sich herausstelle das Ultra Luxus Kreuzfahrtschiff „Silver Muse“, wo Fahrpreise von mindestens 10.000 € pro Person zu entrichten sind, um eine kleine Reise damit zu unternehmen. Schön anzuschauen, aber absolut gar nichts für uns.
Zurück in der Altstadt nahmen wir in einem kleinen Café in einer engen Gasse je einen Cappuccino ein und kehrten dann zum Wagen zurück.
Traumhafter Stellplatz im Wald
Nun stand wieder die Suche nach einem Übernachtungsplatz an. Ich hatte zuvor schon einen ganz im Süden des Landes im Auge, der als traumhafter Spot beschrieben wurde. So steuerten wir den nun an. Südlich von Dubrovnik änderte sich alles, der Tourismus war fast verschwunden, wenige Ferienbungalows rechts und links der Straße, alles ziemlich ländlich, man fühlte sich wieder allein.
Am Flugplatz von Dubrovnik vorbei ging es kleinere Straßen durch Nadelwälder hindurch, bestanden mit sehr vielen Zypressen, bis hin zum Abzweig hinein in den Wald. Hier ging es auf einer schlechten, engen aber asphaltierten Straße bis zu zwei verfallenen ehemaligen Militärgebäuden. Dort parkten wir den Wagen und erkundeten den Ort.

Eine Treppe ging es hinauf auf’s Dach des größeren Gebäudes und von hier hatte man eine atemberaubende Aussicht auf das Mehr und die Umgebung.
Der gefühlt schönste Stellplatz für die Nacht den wir je hatten. Ich holte Stühle heraus, Gläser, Wein, Oliven und Prsut, dalmatinischen Rohschinken, und brachte alles auf die Dachterrasse. Hier saßen wir nun, genossen die absolute Ruhe und die fantastische Aussicht, dazu guten Wein und Schinken. So etwas erlebt man nur mit dem Wohnmobil.
Wir saßen hier oben bis die Sonne im Meer versunken war, keine Wolke störte den Anblick des untergehenden roten Feuerballs. Dann wurde es frisch und wir zogen uns in Wohnmobil zurück.
Aus dem Dunkel des Waldes tönte Geheule zu uns rüber, Kojoten, die sich des Nachts im Walde herumtreiben. Ein schauerlich schönes Heulen, leider verstummte es alsbald wieder und erst zu späterer Stunde konnten wir sie noch einmal höhren.
Ein sagenhaft schöner Abschluss eines schönen Tages.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 175,3 km
Google – Landkarte: Drvenik bis ans Ende von Kroatien
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.420 612
Längengrad: 18.498 504

















