Von Dingle nach Dingle und auf den Ring of Kerry

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Achtunddreißigster Tag, Samstag, 18.06.2022

Das, was wir gestern eigentlich mit dem Fahrrad abfahren wollten, nahmen wir heute mit dem Wohnmobil in Angriff, die Rundfahrt um den Slea Head, die Spitze der Dingle Halbinsel. Das Wetter war heute morgen wieder wie gewohnt grau, aber wenigstens ohne Regen und die umliegenden Berge waren zu erkennen. Auf der Fahrt über die sehr engen Straßen wurde uns berwusst, was es bedeutet hätte, hier mit dem Fahrrad unterwegs gewesen zu sein. Nein, es war besser so, denn der Verkehr in beide Richtungen war nicht unereheblich. Wir waren hier jetzt in einem sogenannten Gaeltacht – Gebiet, in dem alles konsequent nur noch auf gälisch, also der irischen Sprache, ausgeschildert und bezeichnet ist. Aber wir hatten ja Karten und das Navi, um dorthin zu kommen, wo wir hin wollten. Es gab ohnehin nur eine Straße an der Küste entlang, und die war z.T. extrem eng bis einspurig. Interessant hier wie auch anderswo in Irland die Geschwindigkeitsbeschilderung. So sahen wir auf kleinen, engen Straßen Schilder mit einer 100 km/h Beschränkung – mehr als 40 – 50 km/h konnte man beim besten Willen nicht fahren, oder in einem Wohngebiet entlang von Häuserzeilen die Begrenzung auf 80 km/h. Ziemlich kurios, mit 80 km/h durch ein Wohngebiet zu rasen.

Dunquin Quay
Dunquin Quay
Irland
Dunquin Quay
Dunquin Quay

An mehreren Aussichtpunkten hielten wir an, genossen die atemberaubende Sich auf die Felsenküste oder unternahmen kleine Spaziergänge zu besonders spektakulären Aussichtspunken. Zwei im Reiseführer als sehenswert angegebene Ziele steuerten wir an, zum einen eine Töpferei mitten im nirgendwo, die ein bemerkenswertes Sortiment an Keramikwaren von Schälchen über Lampenschirme und Waschbecken bis hin zu riesigen Bodenvasen und z.T. gruselig anmutende Masken zum Kauf anboten. Nun, Töpferwaren sind nicht unsere große Leidenschaft, somit beließen wir es bei einem Rundgang und setzten dann unsere Fahrt fort zum zweiten erwähnten Ziel. Beim “Gallarus Oratory“ handelt es sich um ein kleiners Steinkirchlein aus dem 8. Jahrhundert. Obwohl der Eintritt nur vier Euro kosten sollte, vermieden wir eine Besichtigung. Die Bebauung und der Bewuchs vor dem Kirchlein war so angelegt, das man nicht mal einen winzigen Blick darauf werfen konnte. Also wieder weiter, immer der Straße entlang und jetzt wieder Richtung Dingle zurück. Schon bald hatten wir den Ort erreicht, fuhren an der Destillerie vorbei, erneut mitten durch die heute am Samstag recht verkehrsreiche Stadt und hinaus an der Dingle Bay entlang.

Westlichste Kaffeewagen Irlands
Westlichster Kaffeewagen Irlands
Töpferei
Irland
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Beim Ort Castlemaine hatten wir das Ende der Bucht erreicht, jetzt ging es auf den „Ring of Kerry“, und so war die weitere Route auch ausgeschildert. Die Sonne kam immer mehr hinter den Wolken hervor, der blaue Himmel zeigte sich zunehmend.. Ich wollte heute nur noch bis Cahirsiveen fahren, einen kleinen Ort kurz vor der Insel Valentia. Am dortigen Hafen sollte es Toiletten und Wasser geben und auch übernachten sollte dort möglich sein. Hier wollte ich den Tag beenden. Zunächst gab es aber erstmal einen Kaffee und Kuchen und dann hieß es umparken in die Nähe der Toiletten. Doch die waren für die Jachthafenbenutzer reserviert und auch Wasser gab es hier nicht. Also neue Planung, 16 Kilometer weiter nach Portmagee auf einen Parkplatz neben dem Friedhof. Dort ist es allgemein sehr ruhig, die „Bewohner“ machen eigentlich nie Ärger. Und Wasser gab es dort auch, ist auf Friedhöfen eigentlich normal.

Irland

Da das Wetter inzwischen herrlich geworden war, fast wolkenlos, schlenderten wir noch ein wenig durch den netten Hafenort, der im Wesentlichen vom Bootstourismus zu den vorgelagerten Skellig Michael Inseln, zwei Felsspitzen im Atlantik, lebt. Allerdings sind Ausflüge dahin mit Landgang so immens teuer, das wir darauf verzichteten. Wahrscheinlich hat der Hype um die Drehorte der Star Wars Filme, die z.T. auf den Skellig Islands gedreht wurden, zu einem Besucheransturm und damit zum exorbitanten Anheben der Preise geführt. Im Ort findet man an mehreren Stellen Hinweise darauf, dass hier die Star Wars Filme eine Rolle gespielt haben.

Wir beendeten den doch noch wettermäßig herrlichen Tag mit einen opulenten Mahl im Wohnmobil – Spaghetti mit Pesto und Parmesan.

Gefahrene Kilometer: 161 km

Irland

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ruth

    Habt Ihr Euch sone Vase 🏺 gegönnt?

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