Nordmazedonien Siebenunddreißigster Tag, Donnerstag, 28.05.2026
Schöne Fahrt durch die Berge
Wir wollten nicht länger in dem Dorf stehen, sodass wir nach dem Anziehen losfuhren, um irgendwo einen schönen Frühstücksplatz zu finden.
Die Fahrt durch die sattgrüne, sanfte Hügellandschaft beim goldenen Morgensonnenschein war herrlich.Wir hielten Ausschau nach einem geeigneten Platz und fanden ihn dann auch etwas abseits der Straße. Hier konnte nun in gewohnter Weise ausgiebig gefrühstückt werden.
Wir hatten gestern Abend schon darüber diskutiert, wie wir unsere weitere Reise durch Nordmazedonien gestalten wollen, da wir vor drei Tagen ein gelb aufleuchtendes Warnlicht bemerkt hatten, das darauf hinwies, dass die Bremsbeläge kontrolliert werden sollten.
Nun haben wir überhaupt keine Anhaltspunkte auf schlecht wirkende Bremsen, dennoch meldet sich dieses Licht immer wieder. So war Beate der Meinung, wir sollten so schnell wie möglich nach Skopje in eine Werkstatt, ich hingegen meinte, solange man noch nichts quietschen oder schleifen hört kann es nicht so schlimm sein. Früher hatte man auch keine solche Elektronik im Auto, die einen heute zum Sklaven macht.
Ein Weg durch die im Norden liegenden Berge und dann Richtung Skopje wird noch drin sein.
Über die Autobahn nach Skopje
Letztlich kamen wir gestern Abend zu keiner Gemeinsamkeit, so lenkte ich dann ein und schlug vor, auf direktem Weg nach Skopje zu fahren, doch auch Beate hatte ihre Meinung geändert und unterbreitete mir nun ihrerseits einen Vorschlag für eine Fahrt durch die Berge. So hatten wir doch noch zueinander gefunden.
So ging es denn erst nordwärts zur Stadt Makedonska Kameniza und vorbei am Kalimantsi Stausee und dann auf gut ausgebauter Schnellstraße zur Autobahn bei Stip. Diese führte uns nun auf schnellstem Weg nach Skopje.
Von der Bergwelt in Nordmazedonien hatte ich einen Eindruck bekommen, mehr brauchte ich nicht.
Die wenigen Autobahnen in Nordmazedonien sind mautpflichtig , und so wurden wir auf unserem Weg nach Skopje dreimal zur Kasse gebeten. Allerdings waren es immer nur kleine Beträge, insgesamt etwas über drei Euro.
Das Navi leitete uns nun direkt durch die Stadt mit dem entsprechenden Stop-and-go-Verkehr. Wir hatten in Skopje eine Fiat-Werkstatt ausgemacht, zu der wir wollten, um unser Problem vorzutragen.

Werkstattbesuch
Ganz am nordwestlichen Ende der recht langgezogenen Stadt Skopje lag die anvisierte Werkstatt. Der Weg dahin durch den starken Stadtverkehr zog sich. Endlich hatten wir sie erreicht, Fiat Werkstätten sind selten und diese wurde als sehr gut beschrieben.
Zu unserem Glück sprachen der Inhaber und sein Sohn recht gut deutsch, da er 40 Jahre bei Fiat in Deutschland gearbeitet hatte. Wir trugen unser Problem vor und sogleich wurde eine Sichtkontrolle der Bremsbeläge vorgenommen, allerdings konnte man nicht abschließend sagen, wie der Zustand ist.
Leider bestand heute keine Möglichkeit mehr, den Wagen zu reparieren und am morgigen Freitag ist ein Feiertag, der Freitag vor Pfingsten, traditionell arbeitsfrei in Nordmazedonien.
Nach dem gregorianischen Kalender ist Pfingsten eine Woche später als bei uns, allerdings war Ostern dieses Jahr zum selben Zeitpunkt wie in Deutschland.
Somit bleibt nur ein Reparaturtermin am kommenden Montag. Wir vereinbarten das so und überlegten nun, was wir machen könnten.
Zweimal nass im Matka Canyon
Beate schlug vor, in den nicht weit entfernten Matka Canyon zu fahren, eine der wenigen großen Sehenswürdigkeiten in Nordmazedonien. Nun liegt der Canyon nur ca. sechs Kilometer von der Hauptstadt entfernt und ist dadurch natürlich ein begehrter Ausflugsort für die Hauptstädter und Touristen.
Die Parkplätze vor Ort waren alle sehr gut gefüllt, zum Glück konnten wir noch einen guten Platz ergattern. Da es am Himmel inzwischen sehr schwarz aussah und auch zu regnen anfing, blieben wir erstmal im Fahrzeug und warteten den Gewitterguss ab.
Dann machten wir uns auf den Weg Richtung Canyon, doch weit kamen wir nicht, da fing es wieder an, vom Himmel herunter nass zu werden. Also schnell zurück zum Wagen und dort erstmal abgewartet.
Gegen 17:00 Uhr machten wir einen erneuten Versuch, die Sonne schien wieder und auch die Besucherzahl verringerte sich zusehends.
So gingen wir wieder hoch zum Canyon, an dessen Eingang eine Staumauer den Fluss aufstaut und es so möglich ist, in der engen Schlucht mit Motor- oder Paddelbooten auf dem Wasser bis zu einer Höhle zu fahren. Andererseits führt etwas oberhalb ein Wanderweg entlang.
Wir nahmen den Wanderweg und liefen ihn bis 18:00 Uhr entlang, dann drehten wir um und schon wieder regnete es von oben auf uns herab. Zum Glück wurde es nicht so schlimm und hörte bald wieder auf, sodass wir fast trocken zum Wohnmobil zurückkehren konnten.
Der gesamte Besuchs- und Busverkehr verschwand nun nach und nach und schließlich standen wir ganz allein und ruhig am Fluss.
Morgen früh allerdings wird es wieder losgehen mit den Trubel.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 196,9 km
Google – Landkarte: Fahrt vom Hinterland in die Hauptstadt
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41:960 923
Längengrad: 21:296 347









