Montenegro- Vierundfünfzigster Tag, Sonntag, 14.06.2026
Wir verlassen den Norden
Nachdem wir alle morgendlichen Arbeiten erledigt hatten ging es bei heute noch schönerem Wetter als gestern los. Unser heutiges Ziel war die Durchfahrt durch die Moraca – Schlucht und die Befahrung der Panoramaroute Nr. 4 ab Podgorica.
Vorerst allerdings lag noch ein kleiner Canyon auf dem Weg und ein Wasserfall. Noch einmal zeigten sich die herrlichen Berge des Durmitor Nationalparks, dann wurde die Landschaft sanfter.
Es ging immer leicht bergab und irgendwann kamen wir an den Abzweig Richtung Nevidio Canyon. Hier wollten wir uns mal etwas umschauen, parkten den Wagen und gingen hinunter Richtung Schucht.
Dort sahen wir schon zwei junge Männer, die sich ihre nassen Schuhe wieder anzogen. Wir kamen etwas mit ihnen ins Gespräch und sie erzählten uns, dass es ein schöner Canyon sei, aber man halt durch’s Wasser muss, teilweise bis zur Brust.
Hierzu hatten wir allerdings heute keine Lust mehr, solchen Abenteuer hatten wir hinter uns. Also liefen wir nur etwas herum, versuchten ein paar gute Blicke in den Canyon zu werfen und begaben uns dann wieder zum Auto.
Den noch anvisierten Wasserfall fanden wir nicht, suchten aber auch nicht lange danach, denn Wasserfälle hatten wir auch schon genug gesehen.
Kloster auf dem Weg
Nun ging es kurz vor der kleinen Stadt Savnik links ab in südöstlicher Richtung über einen Pass Richtung Moraca – Schlucht. Auf der sich in vielen Kehren nach oben und dann wieder hinunter schraubenden Straße war kaum Verkehr. Drei oder vier Fahrzeugen begegneten wir hier auf einer 30 Kilometer langen Strecke.
Zunächst ging es durch den Wald, dann beim Abstieg zeigten sich rechts in der Ferne wieder mächtig schroffe Bergmassive. Wir fuhren jetzt wieder auf einer als Panoramaroute 1 ausgeschilderten Strecke.
Am Weg lag das kleine Kloster Podmalinsko, ein serbisch – orthodoxes Frauenkloster mit Kirchlein aus dem 13. Jahrhundert mit 2004 neu gebautem Glockenturm. Das Kloster lag sehr idyllisch und friedlich im Tal abseits der Straße. Das Kirchlein innen sehr schön und vollständig bemalt, sogar die neu angebrachten Heizlüfter wurden in die Wandbemalung mit einbezogen.
Wir blieben nicht sehr lange und fuhren dann zurück auf die Hauptstraße.
Durch die Moraca - Schlucht
Nach einer ganzen Weile herrlicher Fahrt durch wundervolle Landschaft gelanten wir schließlich an den Abzweig Kolasin – Podgorica, an dem es für uns nach Süden weiterging hinein in die Schlucht.
Die Straße verläuft hier im Talgrund, rechts und links erheben sich teils mächtige Berghänge. Diese Schlucht hatten wir fünf Tage zuvor vom Zug aus gesehen, konnten von oben herab schauen. Nun fuhren wir unten und jetzt kam sie mir gar nicht mehr so spektakulär vor wie aus der Vogelperspektive.
Wir waren noch nicht weit gekommen, da kam auch schon das Kloster Moraca in Sicht, ebenfalls ein serbisch – orthodoxes Kloster und auch aus dem 13. Jahrhundert. Anders als im Kosovo brauchen die serbischen Klöster in Montenegro keinen speziellen Schutz. Es ist eine der meistbesuchten religiösen und kulturellen Stätten des Landes.
Auch hier ein kurzer Besuch, dann konnte es weitergehen.
Auf der alten Straße durch die Schlucht herrschte relativ wenig Verkehr, da die meisten Fahrzeuge von und nach Podgorica nun auf der neu gebauten Autobahn hoch oben dahinsausen. Sichtbar wird die Autobahn nur durch die hohe Brücke über die Schlucht ziemlich weit im Süden.
Wir erhofften uns noch einmal die hohe Eisenbahnbrücke zu sehen, aber sie lag zu weit abseits der Straße.
Die Temperaturen stiegen zusehends bis auf 34 Grad, so heiß hatten wir es auch am vergangenen Dienstag bei unserem Aufenthalt in Podgorica gehabt.
Auf der Panoramaroute 4 in die Berge
Von der Hauptstadt ging es nun noch einmal nach Osten in die Berge. Die „Runde über Korita“ ist nicht sehr lang, führt aber wieder in wunderschöne Berglandschaft. Über gute aber kurvenreiche Straßen ging es hinauf bis auf die Hochebene von Korita, einer kleinen, sehr verstreut liegenden Ansiedlung nahe der albanischen Grenze. Von hier aus hatte man auch wieder Aussicht auf mächtige Bergketten der albanischen Alpen.
Beate hatte ganz am Ende der Fahrstraße auf einem alten Militärgelände der ehemaligen jugoslawischen Armee einen gute Stellplatz mit Aussicht gefunden, den wir nun für die Nacht einnahmen. Von hier aus ist es Luftlinie nicht mehr sehr weit bis in den wunderschönen Bergort Theth, wo wir vor über einem Monat für zwei Tage gewesen sind.
Kaum standen wir dort, kamen auch schon neugierige Jugendliche, um uns mit immer den gleichen Fragen „Where are you from?“ zu begrüßen. Auch für unsere Länderfahnenaufkleber am Fahrzeugheck interessierten sie sich und wir kamen ein wenig mit ihnen ins Gespräch.
Dann waren sie auch schon verschwunden und wir konnten in absoluter Ruhe unser Abendessen genießen. Leider nicht draußen, denn schon der Name „Korita“ bedeutet „windige Ebene“, und so war es denn auch recht windig und kühl draußen.
Nach einem kleinen Fernsehabend und einem „Gute-Nacht-Schnaps“ legten wir uns schlafen.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 176,5 km
Google – Landkarte: Von Route 2 zu Route 4
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.490 840
Längengrad: 19.534 211























