Von Eiern, dem Pass, der Sonne und Holzkirchen in Maramures

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Neunundvierzigster Tag - Dienstag, 21.09.2021

Sonne, blauer Himmel und die Eier

Wir verließen den Parkplatz in der Nähe des Voronet – Klosters kurz nach zehn Uhr, die Sonne schien und der Himmel war blau mit weißen Wolken. Die Welt sah gleich ganz anders aus und es machte auch wieder viel mehr Spaß, sie vom Auto aus zu betrachten.

Wir fuhren zunächst ein Stück der Straße zurück, die wir gestern Richtung Voronet gefahren sind. In der Stadt Vama dann trafen wir auf den gestrigen Abzweig. Die Bergwelt glänzte im Sonnenschein und es sah aus, wie im italienischen Alpenvorland, dort, wo die Berge noch nicht so hoch sind und die Baumgrenze noch nicht erreicht ist.

Wir sahen ein Transparent über der Straße mit Hinweis auf das Eiermuseum, eine private Sammlung von über 7000 bunt bemalten Eiern aus der Region und der ganzen Welt. Die Bukowina ist berühmt für die bunt verzierten Eier aller Größen, wir hatten ja bereits vier Stück davon in den Klostern für geringes Geld erstanden.

Obwohl wir gestern keine Lust verspürten, das Museum zu besuchen, entschieden wir uns heute bei der Durchfahrt durch Vama, es doch anzuschauen. Und es hat sich gelohnt. Diese filigran bemalten Eier und die unendliche Motivvielfalt zu beschreiben ist gar nicht möglich. Ein ganzes Haus ist gefüllt mit Eiern, sie alle einzeln anzuschauen würde Stunden dauern. Wir trafen auch die Eignerin des Museum und Künstlerin, die einen Großteil der Eier gestaltet hat. Sie war auch schon öfter in Deutschland bei Ausstellungen, auch sogar im Kloster Eberbach im Rheingau, wo wir sie früher wahrscheinlich auch gesehen haben. Ein Foto von ihr zusammen mit Beate war natürlich Pflicht.

Über den Pass

Dann ging es weiter Richtung Prislop – Pass. Diesmal bestand tatsächlich die Möglichkeit, ihn bei gutem Wetter und Sonnenschein zu befahren. Doch zunächst ging es noch über einen niedrigeren Pass, nur ca. 1000 Meter ü.NN. Eine kurze Pause dort, einige Fotos, dann ging es weiter. In der folgenden größeren Stadt wurden nochmal die Vorräte aufgefüllt, immer wieder sind wie erstaunt, wie viel wir hier für wenig Geld bekommen.

Der Weg zum Prislop-Pass zieht sich ziemlich lang hin, es geht nur langsam aufwärts und durch viele schmucke Dörfer. Die Häuser waren mit schmuckvolle Verzierungen mit geometrischen Mustern wie auf den Eiern als Bordüren rund um die Fassaden versehen. Sehr schön anzusehen, Beate hätte am liebsten alle fotografiert.
Die Landschaft wurde grandios, hohe Berge ringsum und wunderschönes Wetter. Auf der Scheitelhöhe bei über 1400 Metern dann Rast. Es war ziemlich kalt, acht Grad und recht windig. Auf der Passhöhe steht eine großen Kirche, die wir natürlich besuchten. Offensichtlich handelt es sich um einen Neubau, im Inneren war nämlich noch viel roher Beton.

Prislop – Pass

Die Kirchen der Maramures - Region

Auf der anderen Seite des Passes beginnt die Region Maramures, von vielen als der schönste Teil Rumäniens bezeichnet. Typisch für diese Region sind die vielen Holzhäuser in den Dörfern und ganz spezielle Holzkirchen. Einige davon wollten wir uns anschauen. Dazu mussten wir die Hauptroute verlassen und kleinere Nebenstraßen fahren, alle erstaunlich gut in Schuss. Es ging gut voran, fast vergessen sind die schlechten Rüttelstraßen und die Schlagloch übersäten Strecken. Im Ort Ieud dann der erste Halt direkt am Friedhof unterhalb der Kirche. Sie stammt von 1300 noch was und ist komplett in Holzbauweise ohne jegliche Nägel erbaut worden und steht immer noch. Leider konnten man nicht hinein, hätte eine Telefonnummer anrufen müssen, aber das wollten wir nicht.

Noch `ne Kirche

Weiter ging es in den nächsten kleinen Ort, auch dort eine der typischen Holzkirchen mit dem Friedhof rundherum. Auch sie war geschlossen, doch durch die kleinen Fenster konnte man hineinsehen, es sah nicht sehr spektakulär aus. Neben dran befand sich ein für den relativ kleinen Ort mächtiger Kirchenneubau, auch er geschlossen.

Da es nun schon nach 18:00 Uhr war mussten wir uns Gedanken über eine nächtliche Bleibe machen. Heute kam mal wieder ein Campingplatz in Betracht, also den nächsten angesteuert. Unser ursprünglich für den Tag angepeiltes Ziel Sapanta mit dem fröhlichen Friedhof lag noch zu weit weg, es wird ja nun schon immer früher dunkel.
Wir hatten heute nochmal Glück gehabt mit dem Wetter, die Vorhersage für die kommenden Tage bleibt schlecht. Somit ist es zu verschmerzen, dass unserer Reise sich dem Ende nähert.

Gefahrene Kilometer: 200 km

Landkarte: Durch die Berge und das Eierland

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