Zu Besuch bei den Mac Reas – Eilean Donan und Isle of Skye

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Achtzehnter Tag, Sonntag, 29.05.2022

Eigentlich wollten wir nur über die Brücke und rund um das Eilean Donan Castle gehen, doch Beate hatte Lust, dieses Schloss einmal von Innen zu betrachten. Also ließen wir unser Wohnmobil am Stellplatz stehen und machten uns bei noch ganz leidlichem Wetter auf zum Castle. Dem Kartenkontrolleur am Eingangstor erzählte ich von meinem Besuch vor 45 Jahren und er meinte nur: Ja, die Zeiten ändern sich.

Stellplatz
Unser Stellplatz mit herrlicher Sicht auf das Castle

Das Schloss ist noch im Privatbesitz der Familie Mac Rae, deren Vorfahr 1912 die Idee hatte, das seit Anfang 1700 als Ruine dastehende Schloss wieder aufzubauen. 20 Jahre brauchte man, dann konnte es 1932 wieder eröffnet werden. Die Familienangehörigen der Mac Raes wohnen nur noch selten hier, sodass es der Öffentlichkeit zugänglich ist und auch für Hochzeiten angemietet werden kann.

Im Inneren ist es recht hübsch gemacht, man kann den Bankettsaal und eine Reihe Schlafzimmer und andere Räume besichtigen, sogar die Schlossküche, in der sehr liebevoll viele Speisen ausgestellt und das Küchengeschehen Anfang des 20. Jahrhunderts mit Figuren nachgestellt wurde. Leider war im inneren des Schlosses Fotografierverbot, sodass wir hier keine Bilder zeigen können.

Heute am Sonntag waren natürlich sehr viele Besucher unterwegs, an das bei uns, aber auch hier in Schottland immer wieder angemahnte Abstandhalten war nicht zu denken. Hier läuft das Leben wieder genau so wie vor der Pandemie. Und wer Angst vor Ansteckung hat, kann ja eine Maske tragen oder sich überhaupt nicht ins Getümmel begeben.

Eilean Donan Castle
Brücke von Eilean Donan Castle
Eilean Donan Castle
Blick vom Eilean Donan Castle auf die Berge

Nach dem Schlossbesuch ging es wieder hoch zum Wohnmobil und wir setzten unsere Fahrt fort. Leider hatte sich das Wetter wieder arg verschlechtert und es begann zu regnen, dennoch nahmen wir den Weg über Kyle of Lochalsh und die Brücke dort zur Isle of Skye. Ziel eigentlich die Stadt Portree, doch auf dem Weg dorthin wurde es so grau und regnerisch, dass es kaum Sinn machte, viel weiter zu fahren, man sieht ja nichts von den Schönheiten der Landschaft. Ich suchte einen geeigneten Stellplatz für die Nacht, angezeigt wurde mir ein guter in der Ortschaft Broadford neben einer Tankstelle. Hier war der Diesel günstig, heute muss man ja froh sein, einen Liter unter zwei Euro zu kriegen, in England und Schottland ist man froh, wenn der Preis unter umgerechnet 2,40€ liegt.

1 Pfund 78 Pence für den Liter, das war „günstig“ und wir tankten gleich. Jede Menge andere Wohnmobile steuerten diese Tankstelle auch an. Wie wir feststellten, sind es nicht nur Engländer, die mit Wohnmobilen herumfahren, sondern sicherlich auch viele Touristen, die sich im Land ein solches mieten.

Auf dem Parkplatz neben der Tankstelle konnte man zwar kostenlos parken, aber wie auf sehr vielen Parkplätzen auch, nicht über Nacht stehen. Also weiter.

Rhododendron
Straßen voll mit Rhododendron
Rhododendron
Rhododendron

Die Fairy Pools, die Feen Seen hatte ich mir als sehenswert in der Karte markiert, dort in der Nähe sollen auch gute Stellplätze sein. Also Eingabe ins Navi und los. Unterwegs dann am Abzweig zum Zielort fuhr Beate vorbei. Also auf dem Parkplatz bei den hier stehenden Häusern gewendet. Auffallend viele Autos und Wohnmobile standen dort und Beate sah einige Leute, die mit Bierflaschen unter dem Arm aus dem Haus kamen. Ich stieg aus und sah an der Giebelwand „Cuilinn Brewery“. Eine kleine Privatbrauerei mit angehängtem Shop und Restaurant. Sofort wurde geparkt, wir gingen in den Shop und kauften einen Karton mit fünf Flaschen unterschiedlichen Bieres. Dann ging es noch hinein in das Restaurant, hier mussten wir doch gleich einmal die hausgebrauten Biere testen. Ich genehmigte mir ein großes Dunkles, Beate als Fahrerin ein kleines Helles. Hier gibt es als Biermaß ein Pint oder eben ein Half Pint, gleich 0,568 Liter oder 0,284 Liter.

 

Bier

Nach einer gediegenen Pause bei wohlschmeckendem Bier ging es weiter, wieder über kleine einspurige Straßen. Wir mussten immer wieder an Passing Places anhalten, um den Gegenverkehr vorbei zu lassen. Oder der Gegenverkehr wartete auf uns. Beim Vorbeifahren stets ein freundlicher Gruß. Überhaupt sind die britischen Autofahrer sehr freundlich. Hat man hinter sich auf einer schmalen Straße ein Auto und fährt dann an den Rand, um den Hintermann vorbei zu lassen, bedankt sich dieser stets mit Hupzeichen oder dem kurzen Betätigen der Warnblinker.

Es ging durch wirklich einsame Gegend, die bei Sonnenschein überwältigend sein muss.

Bald schon erreichten wir den ausgewählten Stellplatz, ein Parkplatz in der Nähe der Fairty Pools am Waldrand. Im Gegensatz zu dem Besucherparkplatz direkt bei den Seen ist dieser hier kostenfrei und man darf sogar über Nacht stehen. Das hat natürlich neben uns noch andere Camper veranlasst, diesen Platz anzufahren. Auch waren noch zahlreiche PKW von Wanderern dort abgestellt, sodass wir Glück hatten, das Plätzchen eines gerade abfahrenden Wohnmobils zu übernehmen.

Ein kurzer Spaziergang wurde wieder durch aufkommenden Regen beendet, dann im Wohnmobil Abendessen. Ich muss nicht extra erwähnen was es gab, man ahnt es: Nudeln mit Tomatensoße.

Gefahrene Kilometer: 73 km

Landkarte

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Ruth

    Privatbrauerei liest sich gut 👍😊

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