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Bus auf dem Pass von Kotor

Hoch hinauf in die Bergwelt – Serpentinen von Kotor

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Siebter Tag, Dienstag, 28.04.2026

Frühstück mit Schweinen

Kaum hatte ich unseren Tisch und Stühle vor das Mobil gestellt und die Frühstückssachen aufgedeckt kamen schon die Hängebauchschweine zu uns und beschnüffelten erstmal alles. Eines biss mich sogar leicht in die Ferse, dachte wohl, da könnte etwas fressbares dran sein.

Heute morgen ließen wir uns viel Zeit, gingen nach dem Frühstück noch einen Wanderweg Richtung Kotor hinunter bis zu einem fantastischen Aussichtspunkt mit Blick direkt hinunter auf die Stadt und das am Hafenkai liegende Kreuzfahrtschiff „Viking Saturn“. Wohl täglich fahren riesige Schiffe die Stadt an und entladen ihre Passagierfracht dort.

Unheimliches Fort Vrmac

Auf dem Rückweg besichtigten wir noch das nicht weit von unserem Stellplatz befindliche Fort Vrmac, eine aus dem 19. Jahrhundert stammende ehemalige österreichisch-ungarische Festungsanlage. 

Man kann sie ungehindert betreten und alle Räumlichkeiten inspizieren und über den 3. Stock auf’s Dach gelangen. Jeder muss selbst auf sich achten, dass ihm nichts passiert, bei uns in Deutschland undenkbar. Hier wäre alles abgesperrt, betreten strengstens verboten. Aber vielleicht blüht das Montenegro auch, wenn sie dann EU-Mitglied sind.

Ich inspizierte die Festung ausgiebig, dann ging es zurück zum Wohnmobil und wir machten uns abfahrfertig.

Panoramaroute 3 in Montenegro

In Montenegro hat das Tourismusamt vier wunderschöne und unterschiedlich lange Panoramarouten durch das ganze Land zu den schönsten Punkten zusammengestellt und gut ausgeschildert. Wir entschieden uns, die Panoramaroute 3 „Das Meer und die Berge“ zu fahren. 

So ging es zunächst wieder hinunter nach Kotor und dann am Westufer der Bucht auf einem schmalen Strässchen entlang. Bei Gegenverkehr hieß es immer einen geeigneten Ausweichplatz zu finden und dann ganz langsam aneinander vorbeizufahren. 

Obwohl eigentlich gesperrt für Fahrzeuge über fünf Tonnen kam uns dann doch ein großer LKW entgegen. Oh je, was nun. Zum Glück befand sich gerade auf unserer Höhe links eine Einfahrt und etwas weiter wieder eine Ausfahrt, sodass wir den LKW mühelos umfahren konnten.

Immer wieder stoppten wir an geeigneter Stelle, um die hinter uns befindliche Schlange vorbei zu lassen. Die Fahrer bedankten sich stets freundlich mit Hupzeichen.

Tivat – Stadt der Reichen und Schönen

Wir erreichten Tivat und parkten den Wagen. Tivat gilt als Stadt der Schönen und Reichen und dies konnten wir bei einem Gang über die Promenade bestätigen. 

Überall nette und teuer aussehende Restaurants mit entsprechend nobel bekleideten Gästen darin und etwas weiter, im Ortsteil Porto Montenegro, dem Hafenviertel, lagen sie, die riesigen Yachten der Superreichen. Nahe heran konnte man nicht, alles abgesperrt, man will unter sich bleiben. In diesem Viertel auch teure Schmuck- und Uhrengeschäfte und noble Hotels.

Wir bummelten etwas herum und versuchten dann, das Altstadtzentrum zu finden, doch so richtig gab es das nicht.

Also zurück zum Wagen, Tivat war für uns eigentlich keinen Besuch wert.

Auf 25 Kehren hinauf auf die Berge - Serpentinenstraße Kotor

Nun ging es weiter auf der Route 3 hinein in die Berge. Hier erwartete uns eine sagenhafte Serpentinenstraße, wie wir sie vorher noch nicht erlebt hatten. 

Sie steigt einen annähernd 60 Grad steilen Berghang hinauf und ist eigentlich so eng, dass nur eine Fahrzeugbreite darauf Platz hat. Und dennoch kamen uns immer wieder Autos entgegen und immer wieder war es Millimeterarbeit am steilen Abhang oder felsigem Berghang den Wagen unbeschädigt an anderen Fahrzeugen vorbei zubekommen. 

Wir witzelten noch darüber, dass Busse es hier schwer hätten und wahrscheinlich sei die Straße auch für größere Fahrzeuge  gesperrt. Doch dann kamen uns tatsächlich zwei Busse entgegen, die wir jedoch an einer breiteren Stelle vorbeilassen konnten, bei einem dritten ging das nicht, wir mussten zurück und mit uns die Fahrzeuge hinter uns. Aber es ging, wir wurden vom Busfahrer und der Reiseleiterin beklatscht und konnten dann weiter. Man ist das hier gewohnt, jeder versucht entspannt und ohne Kratzer am anderen vorbei zu kommen.

Immer wieder hielten wir an geeigneten Stellen an, um die atemberaubende Sicht nach unten auf die Bucht von Kotor zu werfen. Von Mal zu Mal wurde die Stadt kleiner und kleiner, je höher wir kamen. Hier klettert man von Meereshöhe bis auf fast 1000 Meter hoch.

Schinken und Käse auf der Höhe

Schließlich, nach 25 Haarnadelkurven und schweißtreibender Lenkarbeit hatten wir die Anhöhe erreicht. Hier oben liegt weit verstreut die Ortschaft Negusi, bekannt für guten Prsut, geräucherten Rohschinken.

In einer kleinen Hausräucherei erwarben wir einige Packungen Prsut, dazu Käse und ein Fläschchen Raki, den typischen osteuropäischen und türkischen Schnaps.

Prsut - Schinken

Dann ging es erst etwas zurück, um wieder die Route 3 unter die Räder zu nehmen. Es ging jetzt durch den Lovcen Nationalpark und da hatten wir drei Euro pro Person Eintritt zu entrichten.

Käme man in Deutschland nicht drauf, in unseren Nationalparks Eintritt zu verlangen.

Unterhalb des wunderschön in der Sonne leuchtenden Berges Lovcen, ganzer Stolz und das Herz von Montenegro, fuhren wir durch den Nationalpark nach Cetinje, der alten Königshauptstadt von Montenegro. Dort ganz in der Nähe hatte Beate einen kleinen Campingstellplatz ausgemacht, den wir anfuhren, um hier in schöner Landschaft den Tag zu beenden.

Den ganzen Tag hatten wir den schönsten Sonnenschein und Temperaturen bis 23 Grad.

Schneeberge in Montenegro
Schneeberge in Montenegro

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 97,7 km

Google – Landkarte: Küsten und Serpendinenstraße bei Kotor

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.370 151
Längengrad: 18.953 741

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