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Bronzestatue in Budva

Schlechtwettertag mit Sonne am Abend

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Neunter Tag, Donnerstag, 30.04.2026

Pünktlicher Regentag

Bereits in der Nacht so gegen halb vier hörte ich die ersten Regentropfen auf unser Wohnmobildach fallen. Ich war zufrieden, konnte ich doch so die Aktualität und Genauigkeit meiner Wetter-App überprüfen, die genau dies voraus gesagt hatte.

Wir lagen bis nach acht Uhr im Bett, machten uns dann fertig und fuhren wieder ein Stück Richtung Cetinje zurück zu einem großen Schotterparkplatz. Wir wollten unser Frühstück nicht auf dem Platz vor dem Restaurant einnehmen, das selbst auch Frühstück anbietet.

Es regnete weiterhin heftig und so hatte Beate Muße, den aktuellen Bericht von gestern gleich auf unsere Homepage hochzuladen. Ich bereitete das Frühstück und danach ließen wir uns viel Zeit, bis wir dann weiter nach Cetinje zurückfuhren, um dort einzukaufen. 

In einem großen „Hippermarket“ deckten wir uns mit allem zur Zeit benötigtem ein. Diese Supermärkte unterscheiden sind in keiner Hinsicht zu den unseren, auch die Preise sind sehr vergleichbar, lediglich Grundnahrungsmittel sind recht billig. Ein Weißbrot kostest hier 50 Cent, ein Kilo Schweinenacken fünf Euro.

Stadtbesichtigung in Cetinje

Dann fuhren wir ins Zentrum von Cetinje, der einstigen Königshauptstadt von Montenegro. Wir parkten in der Nähe des einstigen königlichen Hoftheaters, des Zetki Dom, allerdings auf einem kostenpflichtigen Parkplatz.

Hier kann man dann entweder eine SMS mit dem Autokennzeichen an eine bestimmte Nummer schicken oder über einen QR-Code eine App herunterladen und dann zahlen. Mit meinem Smartphone funktionierte beides nicht, zudem ist eine SMS recht teuer, mit Beates Apple konnte sie wenigstens die App runterladen, jedoch funktionierte die Bezahlung mittels Kreditkarte nicht. Also egal, wird halt nicht gezahlt, wenn man es den Touristen auch so schwer macht, selbst Schuld.

Zunächst gingen wir zum Blauen Palais, eher versehentlich, da ich das Smartphone mit dem Fußgängernavi verkehrt herum gehalten hatte und wir so in die Gegenrichtung liefen. Doch das Blaue Palais war recht hübsch anzusehen und wir erfuhren, dass dies der Amtssitz des montenegrinischen Präsidenten ist.

Weiter ging es durch die Fußgängerzone von Cetinje, die auch irgendwo anders hätte sein können, so austauschbar sind heutzutage die Innenstädte und gelangten dann zum Gebäude der ehemals französischen Botschaft. Jetzt ist darin die zentrale Nationalbibliothek untergebracht.

Etwas weiter kamen wir vorbei am Nationalmuseum, dem größten Museum des Landes. In früheren Zeiten war dies das Regierungsgebäude, doch die sitzt jetzt in der Hauptstadt Podgorica.

Der nächste Besichtigungsort war das Männerkloster in Cetinje gegenüber dem eher unscheinbaren Königspalast Biljarda. Man kann im Kloster nur eine kleine Kapelle besichtigen und einen Raum, in dem eine heilige Reliquie aufbewahrt wird. 

In einem Kästchen ist eine braune, vertrocknete linke Hand mit abgerissenem Zeigefinger zu sehen, angeblich die Hand Johannes des Täufers. Daneben noch ein Splitter des Kreuzes, an dem Jesus gekreuzigt wurde und die Reliquie des 1830 verstorbenen Metropoliten von Montenegro, von dem aber auch nur die braune, vertrocknete Hand zu sehen ist, der Rest des Leichnams ist bedeckt.

Das Kloster selbst ist Sitz des Metropoliten von Montenegro, also des geistlichen Oberhaupts der montenegrinischen Kirche.

Nach diesen kulturellen Erlebnissen gingen wir zurück zum Wagen und traten unsere Weiterreise an. Das Wetter schien sich langsam zu bessern, die positiven Vorhersagen begannen wahr zu werden.

Durch die Berge ans Meer - Budva-Riviera

Wir fuhren nun Richtung Süden zum Meer. Unterwegs noch ein kurzer Stopp bei der alten Festung Kosmac, die nur zu Fuß erreicht werden konnte. Beate blieb im Wohnmobil, ich machte mich auf, die letzten paar hundert Meter hinauf auf den Berg zu Ruine des Festung zu laufen. Das Fort Kosmac war die südlichste Festung der österreichisch-ungarischen Monarchie und bewachte das südliche Ende der Grenze zu Montenegro.

Jetzt ist nicht mehr sehr viel übrig von dem recht großen Bau, im Inneren alles eingestürzt und auch außen herum arg ruiniert. Hier oben auf dem Berg blies der Wind derart heftig, das ich manchmal Mühe hatte dagegen anzukommen. Dafür verzogen sich die grauen Wolken immer mehr.

Oberhalb der Stadt Budva parkten wir auf einem guten Parkplatz, von dem aus direkt ein Weg hinunter zum Strand führte und von dort am Wasser unterhalb beeindruckender Klippen direkt zur Altstadt. 

Budva gilt als älteste Stadt an der Adria und ist im venezianischen Stil gebaut. Durch einen kleinen Durchlass in der Stadtmauer gelangten wir in die Altstadt mit ihren sehr engen Gassen. Auch hier überall Schmuck- und Souvenirläden und Gastronomiebetriebe. Das inzwischen wieder sehr schöne Wetter bewegte auch viele Leute dazu, in einem Café oder einer Bar Platz zu nehmen.

Wir durchstreiften die Stadt, besichtigten die Kirche und traten dann den Rückweg an. Es ging wieder steil den Berg hoch zum Auto und von dort nur wenige hundert Meter zur Festung Mogren, wo wir einen guten Stellplatz für die Nacht fanden.

Zum Glück waren wir nicht allzu spät hier, denn nach und nach kamen weitere Wohnmobile, um hier die Nacht zu verbringen.

Obwohl der Himmel inzwischen wolkenfrei war und die Sonne schien war es recht kalt und vor allem sehr stürmisch.

So blieb uns nur das Abendessen im Wohnmobil einzunehmen und den Rest des Abends drinnen zu verbringen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 52,2 km

Google – Landkarte: Von den Bergen an die Budva-Rivera

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42.275 048
Längengrad: 18. 827 383

Blick von der Mogren Festung
Blick von der Mogren Festung

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