Du betrachtest gerade Ins östlichste Hinterland Nordmazedoniens
Denkmal

Ins östlichste Hinterland Nordmazedoniens

  • Beitrags-Autor:
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare
Nordmazedonien Sechsunddreißigster Tag, Mittwoch, 27.05.2026

Heiße, aber ruhige Nacht

Wie schon befürchtet war die Nacht bis gegen vier Uhr morgens recht schweißtreibend, dafür aber ruhig, kein irgendwo kläffender Köter oder krähender Hahn. Die Sonne leuchtete schon früh durch unsere Fenster, aber trotzdem lagen wir noch länger im Bett.

Das Frühstück konnten wir wieder vor dem Wagen im Freien einnehmen und dann losfahren zum ersten Ziel.

Stadt Kavadarci
Unser Stellplatz

Weingut Popova Kula

Wir wollten etwas mazedonischen Wein einkaufen und vielleicht auch eine Weinprobe in einem Weingut machen. 

Das vom Campingplatzbesitzer tags zuvor empfohlene Weingut hatte in letzter Zeit keine guten Bewertungen bekommen, sodass wir uns entschlossen, etwas weiter östlich das Weingut Popova Kula aufzusuchen. 

Wir verpassten den Abzweig und fuhren zunächst an der Ortschaft Demir Kapija vorbei, in der das Weingut lag, konnten dadurch aber noch einen Blick in ein felsiges Tal werfen, das für Kletterer hergerichtet worden ist.

Zurück am Weingut erfuhren wir, dass Weinverkostungen erst ab 15:00 Uhr durchgeführt werden dürfen, wir aber gern im Laden aus den verschiedensten Weinen, die das Weingut herstellt, Flaschen zum Kauf auswählen könnten. 

Die freundliche Mitarbeiterin gab zu jeder Flasche Erklärungen ab und wir wählten dann sechs unterschiedliche Weine aus. Im Anschluss zeigte sie uns noch den Weißweinlagerkeller und den Eichenfasskeller für die Rotweine.

Mit unseren Einkäufen verließen wir nach einem guten Cappuccino im Restaurant das Weingut.

Quelle und Wasserfall

Weiter ging es durch recht liebliche Landschaft mit sanften Hügeln und niedrigen Bergen durch eine weite Tiefebene Richtung Ostgrenze zu Bulgarien. 

Nordmazedonien ist anders als Albanien kein so bergiges Land, weniger abwechslungsreich und erinnert manchmal an Landschaften wie bei uns. Einige wenige noch mit Schnee bedeckten Berge sah man am Horizont, aber nicht vergleichbar mit denen im Norden Albaniens.

Auf dem Weg zum höchsten Wasserfall des Landes kamen wir an braunen Hinweisschildern zu einer Quelle vorbei und Beate entschied sofort, dass wir dorthin fahren sollten. 

Also abgebogen und die wenigen Kilometer gefahren. Direkt an der Straße in einem hübschen Wäldchen befand sich das Quellgebiet, wo überall Wasser aus den Steinen quoll. Viele Picknickplätze waren hier eingerichtet worden, an Wochenenden im heißen Sommer sicher gute Erholungsmöglichkeiten für die Menschen der Umgebung.

Wir spazierten etwas herum und fuhren dann weiter zum nicht weit entfernten Smolarski Wasserfall, der Beschreibung nach höchste Wasserfall Nordmazedoniens.

Die Temperaturen waren zwischenzeitlich auf über 30 Grad gestiegen und es war angenehm, nachdem wir den Wagen geparkt hatten, die 600 Meter im kühlen Wald bis zum Wasserfall zu laufen. Dabei mussten wir viele Stufen hochsteigen, ehe wir dann schon bald das Rauschen des herabstürzenden Wasser vernahmen. 

So sehr beeindruckend war der Ort nun auch nicht, da haben wir schon spektakulärere Wasserfälle gesehen, aber das Land bietet tatsächlich nur wenige Sehenswürdigkeiten, und dieser Wasserfall gehört dazu. 

Auch hier wie schon an anderen Orten wird mit Unterstützung durch EU – Mittel gebaut, aber einiges, was gebaut wurde, ist schon wieder zerfallen. So hatte man unterhalb des herabstürzenden Wassers eine Brücke über den Bach gebaut, um eine bessere Sicht zu haben, doch von dieser Holzkonstruktion sind nur noch ein paar im Bach liegende Balken und andere Trümmer übrig.

Tolles Abendessen in einem kleinen Dorf

Beate hatte auf unserem weiteren Weg nach Norden ein kleines Restaurant ausgesucht, das mit guten Bewertungen versehen war und auf google Bilder von leckeren Speisen zeigte. So fuhren wir zunächst erneut durch eine weite Tiefebene und überquerten dann auf einer hoch hinauf führenden Serpentinenstraße einen Gebirgszug.

Die Landschaft lies einen vergessen, wo man war. Es hätte überall sein können, so wie damals in unserer alten Heimat im Aartal oder im Allgäu oder Lippachtal.

Wir erreichten das Städtchen Berovo und auch dort fanden wir auf google ein gutes Restaurant mit Bildern von leckeren Gerichten. So steuerten wir zunächst dieses an, doch von außen sah es etwas Schickimiki aus und wir diskutierten, ob wir hierhin gehen oder noch 12 Kilometer weiter ins nächste Dorf fahren sollten.

Wir entschieden uns für Letzteres.

Budinarci hieß das Dorf und hier fuhen wir erstmal etwas herum, um einen geeigneten Stellplatz auch für die Nacht zu finden. In geringer Entferrnung von unsertem Parkplatz dann ein einfaches Häuschen mit großen Fenstern und Blechtür, die „Kafana Pausana sa Rakija“. Der junge Wirt saß draußen vor der Tür und als wir eintraten, folgte er uns sofort.

Drinnen ein einfacher Raum mit ein paar Tischen und Stühlen, einem Getränkekühlschrank und einer kleine Theke. Eine ganz einfache Dorfwirtschaft auf dem Balkan. Aber irgendwie typisch, wir fühlten uns gleich wohl.

Die Speisekarte nur auf kyrillisch, doch anhand der Bilder der Speisen im Internet bestellten wir einen üppig bestückten Teller mit Würstchen, Cevapcici, Schweinefleisch, Kassler und Kartoffelschnitzen. Zuvor noch einen leckeren Salat, zu dem nach nordmazonischen Brauch uns ein Glas selbstgebrannter Raki serviert wurde.

Sicher verirren sich hierher nur wenige Touristen, aber es hatte sich gelohnt, dieses Restaurant auszuwählen, denn das Essen war sehr lecker und reichhaltig und dazu noch sehr günstig. 

Wir nahmen noch eine Flasche des guten Raki mit und zogen uns dann in unsere Wohnmobil zurück.

Ob an anderen Tagen abends auch so viele Leute auf der Straße sind, wissen wir nicht, jetzt aber standen hier viele herum. Vielleicht war unser Aufenthalt mit dem Wohnmobil in Ortsmitte ein Ereignis. 

Kaum waren wir im Wagen hörten wir draußen Kinder spielen und lärmen und zweimal klopften sie gegen das Wohnmobil. Beim zweiten mal hörte ich eine energische männliche Stimme und sofort waren das Geschrei verstummt und die Kinder weg.

Einen guten Raki genehmigten wir uns noch, dann gingen wir schlafen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 221,6 km

Google – Landkarte: Östliches Hinterland Nordmazedonien

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.763 039
Längengrad: 22.774 539

Schreibe einen Kommentar