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Matka Canyon

Erlebnis Matka – Canyon Nordmazedonien

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Nordmazedonien Achtunddreißigster Tag, Freitag, 29.05.2026

Die abgebrochene Wanderung

Wir hatten gehört, dass vor allem an Feiertagen und Wochenenden der Matka – Canyon von Besuchern überschwemmt wird. Wenn man also wandern will und dies möglichst ohne die vielen Touristen, sollte man früh aufbrechen. 

Also machten wir es so an diesem herrlichen Morgen, frühstückten zeitig und waren um viertel nach neun abmarschbereit. 

Tatsächlich aber waren noch gar nicht so viele Autos auf dem Parkplatz und auch Busse ließen sich nur vereinzelt sehen. Unser Vorhaben war, ein Stück des Matka – Trails hoch in den Bergen zu wandern, um schöne Ausblicke auf den Canyon und die Umgebung zu genießen.

Leider waren die auf Infotafeln angegebenen Hinweise nicht eindeutig, sodass Beate auf Komoot eine Tour aussuchte. Zunächst ging es wieder den gleichen Weg hoch bis zur Talsperrenmauer und dann dorthin, wo laut Karte nun der Weg abzweigen und in die Berge führen müsste. Doch er war weder markiert noch eindeutig sichtbar.

Hinter einer Reihe großer Müllcontainer schien es weiterzugehen, doch zunächst mussten wir dazu einen kleinen Hang erklimmen. Dann an viel Plastikmüll vorbei und einen einigermaßen sichtbaren Pfad entlang.

Äste und Gestrüpp hingen über dem Weg, hier ist anscheinend schon lange niemand mehr gegangen. Doch laut Karte bewegten wir uns auf der richtigen Route.

Dann aber wurde der Weg immer weniger deutlich sichtbar und das Gestrüpp unüberwindbar. Hier war kein Durchkommen mehr. Also Abbruch.

Bootsfahrt auf dem Matka - Canyon

Wieder auf dem Hauptweg angekommen liefen wir ein Stück am Wasser entlang und überlegten, was wir nun machen könnten. Angesichts der vielen Kajaks an den Bootsverleihstationen entschieden wir uns für eine Paddeltour.

Die angebotenen Motorboottouren führen immer einige Kilometer weit durch den Canyon bis zur Vrelo – Höhle, die man tatsächlich nur vom Wasser aus erreichen kann. Die war auch unser Ziel und nach entern des Bootes ging es los. Wir fühlten uns wie Winnetou auf den Rio Pecos, mit kräftigen Paddelschlägen kamen wir gut voran.

Die herrliche Bergwelt bei diesem strahlenden Himmel war fantastisch anzusehen, vom Wasser aus fühlte man sich mitten drin.

Einige Motorboote überholten uns, auch andere Paddler waren in der gleichen Richtung unterwegs, doch irgendwann waren wir allein, nur hin und wieder ein mit Touristen besetztes Boot brummte an uns vorbei und lies uns schaukeln

Höhlenbesuch - Vrelo – Höhle

Nach einer knappen Stunde hatten wir den Anlegeplatz an der Höhle erreicht, machten das Boot fest und gingen ein paar Stufen hinauf. Hier waren auch wieder andere Besucher, die mit Motorkraft den Weg über den Canyon zurückgelegt hatten. 

Die Höhle selbst eine Karsthöhle mit ein paar dicken Tropfsteinen, aber nichts Besonderes. Viele Tropfsteine waren schon in früheren Zeiten abgebrochen worden, ehe man die Höhle dann sicherte. Sehr tief ging es auch nicht hinein, ein großer See war weiter hinten zu sehen. 

Da hatten wir schon beeindruckendere Höhlen zu sehen bekommen.

Umzug zur Matka – Farm

Die Rückfahrt von der Höhle auf dem Wasser war ebenso schön wie die Hinfahrt, sah man nun die Bergwelt aus anderer Perspektive. Immer wieder mussten wir unser Boot quer zu den durch die Motorboote erzeugten Wellen stellen, um keinen Wassereinbruch zu riskieren.

Nach insgesamt etwas mehr als zwei Stunden Gesamtzeit waren wir zurück, bezahlten unsere Fahrt und gingen dann zum Wohnmobil. Nun überlegten und suchten wir lange, wo und wie wir den Rest des Tages verbringen können. Stellplätze für Wohnmobile sind hier nicht allzuviele vorhanden.

Nicht weit entfernt lag ein kleiner, privater Stellplatz im Garten eines Hauses mit den üblichen Serviceeinrichtungen. Hört sich an wie unser Stellplatz bei uns zu Hause. Es erschien uns in dieser Gegend in der Nähe der Hauptstadt die beste Möglichkeit, den Nachmittag in Ruhe zu verbringen.

Wir wurden herzlich begrüßt, waren noch die einzigen Gäste und machten es uns gemütlich. Die Sonne hatte arge Kraft, es wurde richtig heiß.

Von der Wirtin hatten wir den Hinweis auf eine wunderschöne Wanderung zu einer Kirchenruine hoch über dem Canyon bekommen, die es absolut wert sei, sie noch am Nachmittag zu machen.

Matka Canyon
Unser Stellplatz in einem Garten

Sveti Nedelja hoch über dem Matka - Canyon

Nachdem Beate die Computerarbeit erledigt hatte und es auch nicht mehr so heiß war, brachen wir kurz nach fünf zur Wanderung auf. 

Zunächst ging es über einen breiten Weg gemächlich dahin, bis wir das alte Kirchlein Sveti Spas erreichten. Direkt daneben stand der recht große Neubau einer weiteren orthodoxen Kirche, Sveti Gregori. 

Warum wird hier soviel Geld ausgegeben für einen Kirchenneubau in den Bergen, der nur schwer erreichbar ist? Dafür fehlt uns wohl nicht nur das Verständnis sondern auch der nötige Glaube.

Weiter ging es nun über einen Wanderpfad hinauf. Wir sahen das Ziel und ich fragte mich, wie der Wegverlauf wohl sein wird so steil hinauf? Doch erst das letze Stück war felsig und man musste ein wenig klettern und steil bergauf steigen.

Von oben ein fantastischer Blick hinunter auf einen kleinen Abschnitt des Canyons und auf die Stadt Skopje. Die Bergwelt war grandios anzuschauen, der Weg hatte sich absolut gelohnt.

Tagesabschluss

Zurück am Wohnmobil bereiteten wir das Abendessen vor, hier konnten wir nun gut unsere restlichen zwei riesigen Schweinerippen grillen. 

Nachdem die Sonne hinter den Bergen verschwunden war wurde es doch recht kühl. Wir saßen zwar noch bis kurz vor halb elf draußen, resümierten diesen herrlichen und so gar nicht vorausgeplanten Tag, mussten uns aber warm anziehen. Zum Glück wurden wir nicht von Mücken und anderen Stechinsekten geplagt.

Ein rundum toller Tag.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 5,1 km
Gewanderte Kilometer: 9 km
Gepaddelte Kilometer: 16 km

Google – Landkarte: Vom Canyon auf den Stellplatz

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41:961 545
Längengrad: 21:277 588

Blick auf Skopje
Blick auf Skopje

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