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Stellplatz mit Blick ins Tal der Rugova

Vom Wein, Höhlen und der Fahrt in die Berge – Kosovos

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Kosovo - Dreiundvierzigster Tag, Mittwoch, 03.06.2026

Zum größten privaten Weingut Europas

Ganz in der Nähe unseres Stellplatzes befand sich eines der größten privaten Weingüter Europas, und da wir Weinliebhaber sind, durfte ein Besuch nicht fehlen.

Nach unserem Frühstück bei herrlichem Sonnenschein draußen machten wir uns heute wieder recht spät auf den Weg. Nur 16 Kilometer später sahen wir schon rechts einen großen roten Bau, der wie ein riesiges Hochlager aussah und links auf der anderen Straßenseite den Eingang zum „Stone Castle“. 

Rechts daneben etwas erhöht thronte ein riesiger, schlossähnlicher Bau mit der Inschrift „Stone Castle Resort“. So ganz fertig schien er noch nicht zu sein, aber bald schon wird er Gäste aufnehmen können.

Wir gingen zum Eingang, wo schon viele Menschen standen, fragten einen Weingutsmitarbeiter, ob eine Besichtigung mit Weinprobe möglich sei und er führte uns sogleich in den Verkaufsraum. 

Leider war es heute nicht mehr möglich, für die große Gruppe vor der Tür hatte man bereits eine Veranstaltung geplant. Aber wir könnten uns gern im Shop Weine aussuchen.

Die waren hier im Gegensatz zu Albanien und Nordmazedonien gar nicht mal so teuer. So deckten wir uns mit vier Flaschen Rotwein und zwei Flaschen Weißwein für insgesamt 27,- Euro ein. 

Gerne könnten wir in den nächsten Tagen wiederkommen, um eine Weinprobe mit Kellerbesichtigung zu machen.

Nun, unsere Pläne sahen anders aus, obwohl das Land nicht groß ist, wird uns der weitere Weg wohl nicht nochmal dahin führen.

Stinkender Höhlenbesuch

Ich hatte auf google nicht weit entfernt eine Höhle entdeckt, die wahrscheinlich ohne Eintritt zu besichtigen sei. Wir steuerten unseren Wagen in die ins Navi eingegebene Zielrichtung, doch kurz vor Erreichen versagte die Navigation, wir mussten anhand der Karte zum Ziel finden. 

Hier in der Einöde im Wald überall an der Straße Beleuchtung durch solargespeiste Straßenlaternen. Etliche davon waren allerdings schon umgefallen oder standen schief. Gepflegt wird auch hier nichts.

Kurz vor der Höhle dann ein Hinweisschild auf diese, der Weg weiterhin gut asphaltiert, doch plötzlich steil abfallend. 

Ich fuhr den Wagen dort hinunter doch nach einer leichten Kurve war Ende. Nun standen wir recht schräg, geschätzte 15 Grad Steigung nach unten ohne eine Möglichkeit, den Wagen zu wenden. Hier kamen wir nur rückwärts wieder heraus.

Also eingekuppelt, Vollgas gegeben, der Motor wurde abgewürgt. Noch ein Versuch, wieder nach einem Meter Motor aus. Jetzt wurde es kritisch, zumal rechts ein hoher Absatz war, den ich nicht überfahren durfte, sonst würden wir festhängen.

Also nochmal versucht und mit schleifender, ruckelnder und am Ende stinkender Kupplung den Berg wieder hinauf. Es war geschafft, doch sicher nicht kupplungsbelagschonend.

So gingen wir dann zu Fuß hinunter zur Höhle, die mit Treppen und Laufwegen versehen, aber stockdunkel war. Zudem stank es fürchterlich darin durch die dort lebenden Fledermäuse. 

Dennoch wagte ich mich mit Lampe bewaffnet bis zum Ende des Laufweges und konnte im Lampenlicht die Fledermäuse herumschwirren sehen. Beate blieb lieber draußen, der stinkende Geruch störte sie doch sehr.

Gegenüber eine weitere, kleinere Höhle, das war es auch schon.

An anderer, nicht weit entfernter Stelle parkten wir erneut, da es auch hier eine kleine Höhle zu sehen gab. Wir folgten dann einem Wegweiser zu weiteren Höhlen und einem Wasserfall, allerdings wurde uns der Weg zu weit und wir kehrten um. Dieser Abstecher hat sich nicht wirklich gelohnt.

Schneiderbrücke – historische Steinbogenbrücke

Unser weiterer Weg führte uns ein wenig zurück und dann zur historischen Schneiderbrücke, einer alten Steinbogenbrücke über den Fluss Drin. 

Hier wie auch anderswo fielen uns zahlreiche Gedenksteine mit Fahnen an im Krieg 1999 gefallene UCK – Kämpfer auf, aber auch von getöteten Zivilisten. Selbst ein dreijähriges Kind kam an dieser Brücke ums Leben.

Das erste Opfer des Krieges ist immer die Unschuld.

Weiter ging es mit Blick auf hohe, schneebedeckte Berge durch die Stadt Gjakova zum ersten Klosterbesuch im Kosovo.

Kloster mit KFOR – Bewachung

In der Ortschaft Decan bogen wir ab zum Kloster Visoki Decani. Kurz vor Erreichen des Ziels Straßensperren und neben einem Militärkontrollposten der KFOR, der Kosovo Force, ein riesiges Militärfahrzeug. 

Wir hielten an, doch mussten wir unsere Ausweise nicht zeigen, erst beim zweiten Posten unmittelbar von dem Klostereingang. 

Dieses Kloster ist das bedeutendste serbische Kloster und liegt nun im Kosovo, einem Land, das Serbien immer noch als sein Staatsgebiet betrachtet und nicht anerkennt. Aus Furcht vor Anschlägen wird es nun von NATO-Truppen beschützt. 

Der am Kontrollposten tätige Soldat aus Kroatien war recht freundlich, etwas mussten wir noch warten, bis geöffnet wurde, dann bekamen wir nach Abgabe unserer Ausweise eine Berechtigungskarte und konnten hinein.

Das Kloster sieht von außen recht unscheinbar aus, die Kirche ist Innen jedoch unwahrscheinlich reich mit Freskenmalerei verziert, die auch sehr gut noch erhalten sind, ein herrlichen Anblick. Wir schauten uns alles intensiv an und fuhren dann nach der weiteren Besprechung der Route weiter.

Beeindruckender Rugova – Canyon

Durch die verkehrsreiche Stadt Peja ging es nun ins Tal der Rugova und durch einen beeindruckenden und engen Canyon hinauf in die Berge. 

Hier hatten wir auf 1400 Metern Höhe eine Stellplatzmöglichkeit neben einem Restaurant gefunden. Über eine gegen Ende zum Teil sehr steile Straße, die manchmal nur im ersten Gang bezwungen werden konnte, ging es aufwärts zum Restaurant Guri i Kuq, wo wir unterhalb des Gebäudes auf einer großen Fläche mit wunderbaren Blick ins Tal und auf die Berge unser Fahrzeug abstellen durften.

Ein Restaurantbesuch mit gutem und günstigem Essen und einem leckeren Honigraki schlossen diesen erlebnisreichen Tag ab.

Leider bezog sich der Himmel und als wir ins Bett gingen fing es an zu regnen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 112,4 km

Google – Landkarte: Von Stellplatz zu Stellplatz

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:684 379
Längengrad: 20:082 055

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