Kosovo - Vierundvierzigster Tag, Donnerstag, 04.06.2026
Eindrucksvolles Grand Hotel
Die vorhergesagte heftige Gewitterfront blieb aus. Zwar donnerte es etwas und regnete auch in der Nacht, aber am Morgen sah der Himmel schon wieder recht freundlich aus.
Nur frühstücken konnten wir nicht draußen mit Blick hinunter ins Tal und auf die Bergwelt. Das musste im Wagen geschehen.
Die steile Straße, die wir gestern hier hinaufgefahren sind mussten wir nun wieder hinunter. Das ging ganz gut mit dem eingebauten „Hill Descent System“, das das Fahrzeug bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h sicher auch den steilsten Berg hinunterführt, ohne dass man selbst die Bremsen betätigen muss.
So gelangten wir wieder sicher hinunter und fuhren im Tal der Rugova in Richtung Peja. Unterwegs sahen wir wieder dieses Hinweisschild auf ein Grand Hotel Belushi in ca. acht Kilometer Entfernung.
Das Schild zeigte ein pompöses Hotelgebäude und wir konnten uns nicht vorstellen, dass so etwas hier inmitten der Berge abseits größerer Zivilisation steht. Also abgebogen und die acht Kilometer, die sich auf zehn verlängerten, gefahren.
Was wir dann am Ende der Straße hoch oben in den Bergen sahen, verschlug uns die Sprache. Genauso wie auf dem Bild stand es da, strahlend weiß mit schwarzen Dächern, palastähnlich mit rotem Teppich hinauf zur Eingangstür.
Auch ein französisches Paar, das wir gestern vor dem Kloster fotografieren sollten, ist extra deswegen hierher gefahren, weil auch sie nicht glauben konnten, dass hier ein solches Gebäude steht.
Der Direktor persönlich
Als wir uns so etwas unterhielten stoppte ein schwarzer Range Rover neben mir, ein im blauen Anzug gekleideter Herr stieg aus und sprach mich gleich in Deutsch an, wie es uns ginge und ob es uns gefällt.
Sofort waren wir etwas im Gespräch und er stellte sich als Eigentümer des Hotels vor und lud uns ein, das Haus im Inneren zu besichtigen.
Wir gingen durch die Lobby und das exklusive Restaurant und ließen es uns dann natürlich nicht nehmen, hier mit herrlicher Aussicht auf die Berge einen Kaffee zu trinken und ein Stück Kuchen zu essen.
Als wir fertig waren kam Herr Beslushi wieder zu uns, erkundigte sich, ob alles recht war und führte uns dann noch in dem von ihm so schwärmerisch beschriebenen Wellnessbereich mit Swimming Pool, Saunen und Fitness Center.
Wir waren geflasht, damit hatten wir nicht gerechnet, am liebsten wären wir tatsächlich eine Nacht geblieben, doch andererseits wollten wir weiter. Nach einer herzlichen Verabschiedung begaben wir uns auf den Rückweg.
Ein absolut eindrucksvoller Tagesbeginn.
Zum Sitz des Patriarchen in Pec
Es ging wieder hinunter ins Tal der Rugova und dort, wo wir gestern hielten, um Fotos zu machen, stoppten wir erneut. Es taten sich wieder andere Blickwinkel auf den engen Canyon und den dahintosenden Fluss auf. Eine schwindelerregende Hängebrücke führte über die Schlucht, leider nur geöffnet für Klettergruppen, die den an der mächtigen Felswand hochführenden Klettersteig begehen möchten.
Kurz vor Peja dann wieder ein bedeutendes serbisches Kloster, hier diesmal keine militärische Bewachung, nur Polizei, die nach Ausweiskontrolle die Schranke zum Klosterparkplatz öffnete.
Das Kloster, ganz in rot auffällig bemalt, ist der Sitz des Patriarchen der serbisch orthodoxen Kirche. Das Innere wieder herrlich bemalt, die Fresken noch besser erhalten als im gestern besuchten Kloster Visoki Decani.
Die Sonne leuchtete vom Himmel, es war warm und der Aufenthalt innerhalb der Klostermauern beeindruckend. Die Kirche selbst besteht aus vier aneinander gebauten Kirchen, die kleinste die St. Nikolauskirche.
Peja, Stadt des Bieres
Nach ausgiebiger Besichtigung fuhren wir weiter in die nahegelegene Stadt Peja, bekannt für das angeblich beste Bier der Welt. Wir werden es probieren.
Der übliche Stadtbummel folgte, auffällig hier wie im ganzen Land die vielen Denkmäler für die Helden der UCK und die zahlreichen amerikanischen Fahnen. Selbst eine „Rruga Bill Klinton“ gibt es hier und eine „Rruga Toni Bleri“, die Dankbarkeit für die Hilfe der NATO im Krieg 1999 ist überall zu spüren.
Der Weg führte uns durch den alten Basar, wie überall nur Schmuck, Kleidung und Souvenirs.
Dann ging es zurück zum Wagen und hinaus aus der Stadt. Unser nächstes Ziel sollte die Stadt Mitrovica am nächsten Tag werde
Schwierige Stellplatzsuche
In der nördlichen Region des Kosovo gibt es sehr wenige Stellplätze für Wohnmobile, die in der App „Park4Night“ verzeichnet sind.
Daher mussten wir nun selbst nach etwas Geeignetem suchen, was sich als sehr schwierig herausstellte. Die Landschaft war sehr hügelig, es ging immer rauf und runter, keine ebene Fläche zu finden und jede kleine Straße führte nur zu Häusern. Auch abseits der Siedlungen war keine Möglichkeit zu finden, den Wagen abzustellen, zumal wir heute Abend ja auch noch grillen wollten.
Erst in einer aus wenigen Häusern bestehenden Siedlung irgendwo im Nirgendwo fanden wir einen flachen Platz, wo wir die Nacht verbringen konnten.
Kosovarische Gastfreundschaft
Am Abend, wir waren gerade dabei etwas Fernsehen zu schauen, klopfte es an der Tür und ein gegenüber wohnender Mann fragte uns per google Übersetzer, ob wir einen Kaffee trinken und mit hinüber in sein Haus kommen wollten.
Wir nahmen dankend an und gingen mit ihm. Er führte uns in einen Raum ohne Möbel, nur mit Sitzkissen an den Wänden, wo wir auf dem Boden Platz nehmen konnten.
Dann brachte er zwei türkische Kaffees und wir versuchten so gut es ging etwas Konversation mit Hilfe des google Übersetzers zu führen. Später kam noch seine Frau hinzu und es schien, als wollten sie uns gar nicht mehr gehen lassen.
Sie boten uns weitere Getränke an, wir hätten auch zu essen bekommen und wenn wir gewollt hätten, wäre auch eine Übernachtung bei ihnen im Haus möglich gewesen.
Zum Schluss zeigte er uns noch seine Hühner und Traktoren und begleitete uns zurück bis zum Wohnmobil. Seine Frau folgte mit Gläsern und einer großen Flasche Fanta, doch wir lehnten dankend ab. Eine Packung Kekse mussten wir aber noch nehmen, dafür bekamen sie von uns eine Tüte schwäbische Spätzle.
Ein großartiges Beispiel der grenzenlosen Dankbarkeit und Gastfreundschaft der Menschen hier im Kosovo.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 97,4km
Google – Landkarte: Vom Tal zum Kloster nach Turicec
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:709 232
Längengrad: 20:665 232





































Tolles Hotel 👍 wäre doch was für‘s nächste Ladies Wellness,… aber die Preise????