Albanien -Zweiunddreißigster Tag, Samstag, 23.05.2026
Zum billigen Bier
Nach dem bierseligen Abend waren wir heute etwas später dran und erst gegen 10:00 Uhr Abfahrfertig. Erste Station an diesem Morgen war noch einmal der Spar Markt in der Stadt, da ich noch Bier kaufen wollte.
Zwar hätten wir das auch in der Brauerei machen können, aber evtl. nicht so günstig wie vielleicht im Großmarkt.
Korca war heute morgen unwahrscheinlich geschäftig, viel Verkehr, Massen von Menschen auf den Straßen, überall Händler, die ihre Waren verkaufen wollten. Gegenüber gestern Nachmittag eine quirlige, lebendige Stadt.
Natürlich war es auch unmöglich einen Parkplatz zu finden, und wenn, wäre er kostenpflichtig gewesen. Überall liefen mit gelben Westen und Parkscheinblöcken ausgerüstete Parkwächter umher, um den Autofahrer sofort abzukassieren, sobald er das Auto am Straßenrand abstellt.
Wollten wir natürlich nicht, also stieg ich in der Nähe des Marktes aus und Beate fuhr mit dem Wagen herum, etwas später machte sie es dann den Albanern nach und stellte sich einfach mit Warnblickanlage in die zweite Reihe.
Ich besorgte das Bier bei Spar, das hier tatsächlich billiger war als in der Brauerei, aber nur einen Leke. Hätten wir noch Parkgebühr gezahlt wäre uns unser Sparversuch teuer zu stehen gekommen.
Abstecher nach Voskopoje
Es ging hinaus aus der Stadt, etwa 21 Kilometer weit nach Westen zum kleinen, abgelegenen Dorf Voskopoje. Ich hatte gelesen, dass es hier noch fünf bedeutende Steinkirchen aus dem 17. Jahrhundert geben soll, teilweise mit wunderbaren Fresken ausgestattet.
Über eine kurvenreiche Straße ging es hoch in die Berge, Voskopoje war dann auch Endort der Straße, man muss nach einem Besuch die gleiche Strecke nach Korca zurückfahren.
Das Dorf hat heute noch ca. 500 Einwohner, seine Blütezeit lag im 17. und 18. Jahrhundert, damals lag die Bevölkerungszahl verschiedensten Angaben zufolge zwischen 20.000 und 60.000 Einwohnern, genaues weiß man nicht. Im Jahr 1989 noch 3757 Einwohner.
Fünf alte Kirchen sind noch erhalten, die St. Nikolauskirche, die St. Marienkirche, die St. Michaelskirche, die St. Elija Basilika und die St. Athanasiuskirche. Einige davon wollten wir uns anschauen.
Beim Rundgang durch das Dorf merkt man, dass es dabei ist sich zu rüsten für den Fremdenverkehr, überall hübsche neue Häuser, alle mit Natursteinen verkleidet und wahrscheinlich als Gästehäuser gedacht. Einige Hotels gibt es sogar und zahlreiche Restaurants und Cafés.
Wir gingen zur St. Marienkirche, doch sie war geschlossen. In dem Moment, als Beate am Tor rüttelte, kam ein Wagen und die Insassen sagten uns, dass gleich jemand mit einem Schlüssel kommen würde, um aufzuschließen.
Wenn wir Interesse hätten, könnten wir zusammen mit der deutschen Besuchergruppe einen Blick ins Innere werfen.
So geschah es, wir mischten uns unter die Reisegruppe und konnten so auch ein paar Fotos vom Innenraum mit den schönen Fresken machen.
Dann ging es weiter zur St. Nikolauskirche, eine Kirche, die Beate ja besonders am Herzen liegt. Hier war geöffnet, die Bemalung im Inneren viel besser erhalten als in der vorherigen Kirche, leider alles ziemlich dunkel und nicht sehr gut zu fotografieren. Diese Kirche wurde noch nicht so restauriert.
Nach diesen Kirchenbesuchen spazierten wir noch etwas im Ort herum und waren erstaunt über die vielen Reisebusse, die hier ihre Menschenladungen entließen. Muss ja dann doch ein besonderer Ort sein.
Zum Ohridsee
Zurück ging es die gleiche Straße bis Korca, dann schwenkten wir ein nach Norden in Richtung der Stadt Pogradec am südlichen Ufer des Ohridsees.
Hier wollten wir aber nicht bleiben, hätten jetzt gleich nach Nord Mazedonien rüberfahren können oder noch etwas auf albanischer Seite dem Seeufer nach Norden folgen.
Wir entschieden uns für die Fahrt in die Nähe des am Westufer dicht an der Grenze liegende Dörfchen Lin, wo Beate auch schon ganz in der Nähe einen guten Stellplatz am See gefunden hatte.
Bei herrlichem Sonnenschein fuhren wir immer entlang des Seeufers und bogen dann ein auf unseren ausgesuchten Platz am Wasser.
Von hier aus konnten wir nun eine kleine Wanderung rund um die in den See ragende Halbinsel und zum Dorf Lin machen. Es ging immer am Seeufer entlang unterhalb einer nicht allzu hohen Steilküste auf einem schmalen Pfad.

Zwischen Weg und See lagen viele Kleingärten, beplanzt mit Kratoffeln, Zwiebeln usw., wahrscheinlich von Bewohnern des Dorfes.
Die Sonne ließ uns heftig schwitzen, die Sicht über den See auf das Nord Mazedonische Ufer war herrlich. Wir umrundeten die felsige Spitze der Halbinsel und gelangten in den noch sehr ursprünglichen Ort Lin, weit abgelegen von sonstigen Dörfern oder Städten.
Doch es gibt hier sogar schon ein Hotel und man möchte wohl Fremde hierher bringen, auch einige Bed and Breakfast-Unterkünfte waren zu sehen. Lin ist noch ein sehr idyllisches Örtchen.
Bei einer Frau, die vor ihrem Haus selbst gebackenen Byrek verkaufte, erstanden wir ein sehr leckeres Stück und machten uns auf den Rückweg.
In Lin gibt es sogar eine bemerkenswerte Sehenswürdigkeit, ein altes Fußbodenmosaik in den Ruinen der ehemaligen Festung, doch das soll jetzt, wie ich las, unter Sand vergraben worden und nicht mehr sichtbar sein.
Nass bis auf die Haut
Der in Lin noch so herrliche Sonnenschein wurde alsbald leider von dunklen Wolken verdeckt und es begann leicht zu regnen. Nicht schlimm, vielleicht hört es ja bald wieder auf.
Doch kaum waren wir raus aus dem Dorf ging es heftig los, es schüttete regelrecht und wir ungeschützt und ohne Unterstellmöglichkeit.
Nun endete auch noch der Weg und es ging in Richtung abgezäunter Gärten, doch ein Gebüsch gewährte uns etwas Schutz. Tatsächlich wurde der Regen weniger, wir konnten weiter.
Dann auf dem Weg zum Wohnmobil plötzlich wieder Starkregen, uns blieb nichts anderes übrig als wie unter der Dusche uns nassregnen zu lassen.
Völlig durchnässt kamen wir am Wohnmobil an, wo wir uns nun wieder trockene Sachen anziehen konnten.
Leider hat man aber im Inneren des Fahrzeugs nicht soviel Platz, um die nassen Klamotten unterzubringen, so wurde jede Möglichkeit genutzt, die Sachen hinzuhängen.
Leider trocknen sie nun auch sehr schwer im Wagen ohne Sonne, aber irgendwann wird es schon werden.
Leckerer Fisch aus dem Ohridsees
Eine besondere Delikatesse für Fischliebhaber ist die Ohridseeforelle, ein Fisch, der nur hier im See vorkommt und leider durch Überfischung schon auf der roten Liste für Artenschutz stand.
Jetzt gibt es sowohl in Albanien als auch in Nord Mazedonien ein Fangverbot für kommerzialisierten Fischfang und Zuchtanlagen zur Wiederansiedlung des Fisches.
Ganz in unserer Nähe befand sich ein Restaurant, dessen Besitzer wir schon am Nachmittag am Beginn unserer Wanderung kurz kennengelernt hatten.
Jetzt begrüßte er uns freudig und wir bekamen ein leckeres Fischessen serviert, bestehend aus gegrillten Avocado- und Zucchinischeiben, Röstkartoffeln und gemischtem Salat sowie einem großen, halbierten und wunderbar gebratenen Fisch.
Hellrosa Fleisch wie bei einer Lachsforelle und wenig Gräten, alles sehr wohlschmeckend. Dazu zwei gute Korca Biere und zum Abschluss einen Raki. Hier stellte der Wirt uns einfach zwei Gläser hin und die Flasche, wir hätten uns also soviel einschenken können wie wir wollten, doch leider ist Raki für uns nicht das Getränkt erster Wahl.
Zurück im Wohnmobil noch etwas „Büroarbeit“, dann den Fernseher angemacht und gemütlich im Bett liegend eingeschlafen.
Touren – Informationen
Gefahrene Kilometer: 100,1 km
Gewanderte Kilometer: ca. 8 km
Google – Landkarte: Von Korca an den Ohridsee
Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 41.051 291
Längengrad: 20.645 770



























