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Komplexi Memorial Adem Jashari

Im Norden des Kosovo

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Kosovo - Fünfundvierzigster Tag, Freitag, 05.06.2026

Gedenkorte es Kosovokrieges 1999

Im Kosovo gibt es überall und zu Hauf Denkmäler für die Helden des Krieges und Gedenkorte für dessen Opfer. Fast in jedem Ort steht ein Denkmal für der UCK, der Kosovarischen Befreiungsarmee und unterwegs überall Blumen, Fahnen und Gedenktafeln mit den Namen der getöteten Personen. 

Nicht alles waren Kämpfer oder Soldaten, auch viele Zivilisten waren darunter. Selbst in der paar Häuser umfassenden Ansiedlung, in der wir übernachteten, war in unmittelbarer Nähe ein Gedenkort, sogar das Auto der Kämpfer war dort mit ausgestellt.

Der Norden Kosovos war vom Krieg 1998 / 1999 besonders betroffen. So war denn auch unser erstes Ziel der Gedenkort „Kompleksi Memorial – UCK“, wo sich neben Grabstellen auch eine schwarze, glänzende Steinwand mit den Namen und Geburts- und Sterbedaten aller im Kosovokrieg gefallener UCK – Kämpfer befindet.

Danach ging es weiter zum wichtigsten Gedenkort des Krieges, dem „Komplexi Memorial Adem Jashari“. Hier hatten 56 Mitglieder einer einzigen Familie unter dem Kommando des Adem Jashari ihr Leben verloren. 

Zwei der hart umkämpften Häuser nebst zerstörtem Traktor sind noch so erhalten geblieben, wie sie aus den Kämpfen hervorgingen. Um sie vor dem Verfall zu schützen wurden sie mit einem zusätzlichen Dach darüber konserviert. 

Die Angriffe der Serben auf das Anwesen der Familie Jashari gilt als Beginn des Kosovokrieges. Wenn man die Ruinen betrachtet versteht man, warum es in großen Teilen des Landes nur Häuser nach dem Jahr 2000 gibt.

Ein kleines Museum zeigt Gegenstände aus dem Leben der Familie Jashari und viele Informationen, leider nur in albanisch.

In die geteilte Stadt

Die Fahrt ging weiter nordwärts durch kleine Ansiedlungen mit tatsächlich fast nur neuen Häusern, teilweise großen, modernen Villen. 

Unser Ziel war die nördlichste Stadt des Kosovo, die geteilte Stadt Mitrovica. Eigentlich eine Stadt wie jede andere auf dem Balkan auch, doch der durch sie fließende Fluss Ibar teilt sie in einen nördlichen, serbischen und einen südlichen, kosovarisch – albanischen Teil. 

Die beide Stadtteile hauptsächlich verbindende „Mitrovica – Brücke“ ist dauerhaft gesperrt und wird durch italienische Carabinieri bewacht. Hier dürfen nur Fußgänger und Fahrradfahrer hinüber.

Wir überquerten die Brücke und auf der anderen Seie erwartete uns eine andere Welt. Weniger geschäftig, weniger schmuck wie die Fußgängerzone auf der kosovarischen Seite und viele Werbebeschriftungen und Restaurantnamen in kyrillischer Schrift. Hier wird serbisch gesprochen und kyrillisch geschrieben, aber immerhin noch mit Euro gezahlt.

Einmal die kurze Fußgängerzone hinauf und dann wieder hinunter und über die Brücke zurück zum Auto.

Es ging nun noch einmal hinüber in den serbischen Teil, diesmal über eine offene, kleinere Brücke und über schmale Straßen hoch zum Denkmal der heroischen Bergarbeiter von Trebca

Vom Parkplatz aus mussten wir noch ein Stück zu Fuß eine Anhöhe hinauf, dann stand es da, ein riesiges Betontor, zwei mächtige, sich nach oben verjüngende Säulen und darauf ein halbrunder Querbalken, alles aus massivem Beton. Ging man drunten durch, kam man sich recht klein vor.

Es wurde 1973 errichtet, um an die einheimischen serbischen und albanischen Kämpfer zu erinnern, die in den Trepča-Minen in Mitrovica arbeiteten und sich tapfer gegen die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkrieges auflehnten.

Ursprünglich war es vollständig mit Kupfer verkleidet, doch das ist alles vermutlich entwendet worden.

Von einem Steg aus hat man eine wunderbare Aussicht auf die unterhalb liegende Stadt.

Erneute schwierige Stellplatzsuche

Unser Weg führte hinaus durch die mit Feierabendverkehr vollgestopfte Stadt Richtung Süden. Vor Erreichen der Hauptstadt Prishtina wollten wir einen Stellplatz anfahren, doch auch heute wie schon gestern gestaltete sich das äußerst schwierig. 

Für den Norden Kosovos liegen vom Auswärtigen Amt und wahrscheinlich auch anderen ausländischen Behörden wegen der spannungsgeladenen Situation zwischen Serben und Kosovaren Reisewarnungen vor, man sollte hierhin nicht fahren. 

Wahrscheinlich auch deshalb begegnete uns kein anderes Wohnmobil und auch die sonst oft anzutreffenden Motorradfahrer trafen wir nicht. Darum hat wohl auch fast niemand in den Womo–App geeignete Stellplätze verzeichnet.

Wir fuhren lange umher, das Glück wie gestern dann unterwegs doch noch etwas zu finden blieb heute aus. So mussten wir den einzigen verzeichneten Platz anfahren, einen kleinen Parkplatz neben einem Friedhof.

Wir standen noch nicht lange da näherte sich ein Auto, parkte und es entstiegen ihm Kinder und Jugendliche, die nun hier Fußball spielten und mit Rollern und Fahrrädern herumfuhren. Wahrscheinlich hatten sie uns gesehen und waren nun neugierig, wer da steht. Hier fahren Kinder mit Autos ohne Nummernschildern einfach so rum.

Irgendwann verschwanden sie wieder und wir konnten unser Abendessen einnehmen.

Den Tag beendeten wir wie so oft mit ein wenig fernsehen.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 103 km

Google – Landkarte: Umgebung von Mitrovica und Stellplatzsuche

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:738 117
Längengrad: 20:863 470

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