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Bären im Bärenwald Prishtina

Die Hauptstadt Prishtina und der Bärenwald

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Kosovo - Sechsundvierzigster Tag, Samstag, 06.06.2026

Wir verließen unseren einsamen kleinen Parkplatz relativ spät und steuerten nun die Hauptstadt Prishtina an. Da das Land nicht sehr groß ist kommt es vor, dass man an bestimmten Orten zuvor schon mal war. 

So fuhren wir heuten wieder an der UCK – Gedenkstelle mit den Namen aller gefallener Kämpfer vorbei, die wir gestern besucht hatten.

Ein ganzes Stück vor Prishtina mussten wir auf die Autobahn wechseln, die hier jedoch eher als vierspurige Schnellstraße zu bezeichnen ist. Schon von Weitem sahen wir die Hochhäuser der Stadt und es dauerte eine Weile, bis wir uns durch das Verkehrsgewühl der Vororte bis zum Zentrum vorgearbeitet hatten.

Ich bat Beate an einer Kreuzung abzubiegen und danach kurz zu halten, ich wollte ein Foto des Denkmals von Bill Clinton an der Straßenecke machen. 

Die Amerikaner werden ja hier ganz besonders verehrt und so findet man neben Bill Clinton an anderer Stelle auch noch eine Büste der damaligen amerikanischen Außenministerin Madeleine Albright. Die Clinton – Statue hält in der Hand ein Manifest mit Datum 24.03.1999, dem Tag, als die ersten Bombardierungen Serbeniens durch NATO – Streitkräfte erfolgten.

Nach diesem kurzen Fotostopp ging es weiter ins Zentrum und dort nahe der großen, im erkennbaren sozialistisch/kommunistisch Stil errichteten Sporthalle geparkt. Die Halle schien allerdings ziemlich heruntergekommen.

Zu Fuß ging es in die Stadt, zunächst zu zwei weiteren Gedenkorten an den Krieg und die Errichtung eines eigenen Staates, dem „NEWBORN – Monument“ und dem großen Relief „HEROINAT“, einem aus über 20.000 Metallstiften bestehendem Abbild des Gesichts einer Frau. 

Das gleiche Bild ist jeweils auf den Köpfen der nagelähnlichen Metallstifte zu sehen. Dieses Denkmal soll an die heldenhafte Leistung der Frauen im Krieg erinnern, aber auch an die massenweise verbrecherischen Vergewaltigungen durch die Serben während des Konflikts. Den alten Basar schenkten wir uns, da er sicherlich auch nicht anders ist wie in den zuvor besuchten Stätten.

Neue Kathedrale

Dann ging es weiter zur relativ neuen „Kathedrale der Heiligen Mutter Teresa“. Am Hauptportal recht weit oben war eine Tafel zu sehen, wer alles für diesen Bau Geld zur Verfügung gestellt hatte, darunter auch die Bistümer Köln, Augsburg und Speyer. Und da sag einer, die deutsche katholische Kirche hätte kein Geld.

Das Innere der Kirche recht schlicht, aber versehen mit wunderschönen Glasfenstern einer serbischen Kunstglaserei. Die Seiten- und Chorfenster zeigten Szenen aus dem Leben von Mutter Teresa und ein Fenster beide ehemaligen Päpste Franziskus und Benedikt.

Bummel in der Fußgängerzone

Wir schlenderten anschließend die breite Fußgängerzone hoch, auch hier rechts und links Straßencafés und Restaurants. Dazwischen immer mal wieder Wahlwerbestände unterschiedlicher Parteien, da am morgigen Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen stattfinden.

Wir gingen vorbei am relativ schlichten Gedenkstein für die Angehörigen der NATO, die im Kosovo ihren Dienst taten und die Opfer ihres Einsatzes geworden sind.

Auch hier ein „Mutter-Teresa-Platz“ mit Statue, die auch im Kosovo verehrt wird, zwar wurde sie in Nordmazedonien geboren, war aber Albanerin.

In einem kleinen, gut gefüllten Restaurant gönnten wir uns ein Bier und jeweils ein gut belegtes Sandwich.

Zum Bärenwald Prishtina

Dann ging es zunächst durch enge Gassen hinaus aus der Stadt zum berühmten Bärenwald Prishtina. Hier leben derzeit 18 Braunbären, die alle von der Tierrettungsstiftung „Vier Pfoten“ aus unwürdigen Verhältnissen gerettet wurden und denen hier eine relative Freiheit geschenkt worden ist. 

Die meisten Bären lebten jahrelang in kleinen Käfigen als Attraktion vor Restaurants, bevor sie da herausgeholt und ihr eingepferchtes Leben beendet wurde. Nun haben sie Platz, allerdings sieht man bei einigen Tieren noch Verhaltensstörungen, da sie immer nur auf der gleichen Spur am Zaun des Geheges hin- und herlaufen. 

Dennoch geht es ihnen hier insgesamt besser als in ihrem bisherigen Leben. Ausgewildert werden sie allerdings nicht, da hätten sie als ehemalige Käfigbären keine Überlebenschance.

Um Prishtina herum auf den Berg

Es ging nun in weitem Bogen östlich um die Hauptstadt herum und durch die vom Feierabendverkehr verstopften Vororte zu einem guten Nächtigungsplatz hoch oben auf einem Bergplateau nahe einer neuen, noch im Bau befindlichen Kirche. 

Hier fanden wir einen super Aussichtsplatz hinunter auf die Ortschaften im Tal. Wir genossen unser Feierabendbier und blieben lange draußen, bevor es wieder frisch wurde. Tagsüber erreichen die Temperaturen jetzt die 30 Grad Marke oder überschreiten sie, abends kann es in Höhenlagen doch noch recht kühl werden.

Wir spazierten in der Dämmerung hinüber zur Kirchenbaustelle und waren wieder fassungslos, wieviel Geld hier ausgegeben wird nur um eine Kirche auf einem Berg zu bauen.

Mit Sicherheit sind es teure Pflastersteine, mit der das ganze Areal um die Kirche herum belegt wird, dazu seitlich ein weiterer Gebäudekomplex unbekannter Nutzung. Auch eine Mutter-Teresa-Statue steht schon da.

Muss man soviel Geld ausgeben nur für den Glauben?

Das Abendessen ließen wir aus, das Sandwich heute mittag hatte gereicht. So gab es lediglich noch einen Abschlussraki, dann konnte der Tag beendet werden.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 130,7 km

Google – Landkarte: Rund um Prishtina

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 42:562 557
Längengrad: 20:872 165

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