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Blick auf den Piva Stausee

Auf Umwegen nach Norden

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Montenegro- Sechsundfünfzigster Tag, Dienstag, 16.06.2026

Es geht nicht weiter

Nach einem Frühstück bei herrrlichem Sonnenschein verabschiedeten wir uns von unserem schönen Stellplatz und fuhren zurück Richtung Niksic und dann über die E 762 nach Norden. Eine gut ausgebaute Straße durch wunderschöne Landschaft, im Norden sah man schon wieder die hohen Berge des Durmitor Nationalparks.

Nach etwa 30 Minuten Fahrt sahen wir vor uns Fahrzeuge und eine Baumaschine quer über der Straße stehen. Am Rand stand ein Schild, für uns nicht lesbar, aber anhand der zwei Uhrzeiten 11 und 17 konnten wir erahnen, was es bedeuten soll. Straßensperrung von 11 bis 17 Uhr. Jetzt war es 11:15 Uhr, eine Viertelstunde zu spät. Ein Arbeiter kam zu uns und erklärte in bruchstückhaftem Englisch, dass wir über Savnik fahren müssten, um zu unserem Ziel Pluzine zu kommen. Die Straße ist wegen Bauarbeiten gesperrt.Text eingeben

Noch einmal Durmitor

So drehten wir dann um und fuhren nun nach Savnik und von dort die Strecke, die wir vor Kurzem von Zabljak herunter gekommen waren, um nach Podgorica zu fahren. Eine Kontrolle auf der Karte zeigte mir nun, dass wir noch einmal den südlichen Teil des Durmitor Rings fahren müssten, um zu unserem heutigen Tagesziel zu gelangen. Mich freute das, da wir jetzt die Strecke durch den Nationalpark in umgekehrter Richtung fahren würden und noch einmal die herrliche Bergwelt, diesmal aus anderer Perspektive, genießen können.

Die Strecke war am heutigen Dienstag Vormittag zum Glück nicht sehr stark befahren, Beate hatte da Samstag Nachmittag mehr zu leisten bei den vielen Ausweichmanövern. Hinzu kam, dass wir nun mehrheitlich am aufsteigenden Berghang fuhren und nicht achtgeben mussten, bei Vorbeifahrten den Hang hinunter zu stürzen.

So ging es recht flott bis nach Trsa, von wo es dann links ab auf eine für uns noch unbekannte Strecke ging. In Trsa machten wir wieder Kaffeepause, diesmal in dem anderen der zwei dort befindlichen Restaurants. Heute war wenig los, wir konnten unseren Kaffee draußen in der Sonne trinken.

Durch Tunnel zum Kloster Piva

Dann ging es hinunter nach Pluzine am riesigen Piva – Stausee, dem größten Süßwasserreservoir des Balkans. Von ober herab konnte man auf die in verschiedene Täler sich ausbreitende blaue Wasserfläche schauen. 

An einem guten Aussichtspunkt hielten wir und wurden sogleich auf Deutsch angesprochen von einem Ehepaar aus Bosnien. Sie hatten lange in Bingen am Rhein und Frankfurt gelebt und auch ihre Tochter ist dort geboren worden. Seit 25 Jahren hatten sie nun kein Deutsch mehr gesprochen, konnten es aber noch sehr gut. Ein nettes Gespräch entwickelte sich, dann verabschiedeten wir uns und es konnte weitergehen.

Die letzten Kilometer bis Pluzine ging es oft durch unbeleuchtete, in Kurven liegende Tunnel und man musste aufpassen, ob jemand entgegen kommt. Wir hatten Glück, niemand fuhr bergauf und so erreichten wir bald darauf den Ort Pluzine.

Wenige Kilometer südlich liegt das Kloster Piva, eines der drei bedeutendsten serbisch – orthodoxen Klöster in Montenegro und bautechnisch von besonderer Bedeutung. Die Klosterkirche lag früher weiter unten im Tal und als es zum Staudammbau kam entschloss man sich, sie Stein für Stein abzutragen und weiter oberhalb wieder aufzubauen. 

Eine besondere Leistung war hierbei das Ablösen der Fresken von den Wänden und das Wiederanbringen in der neu errichteten Kirche. Zwölf Jahre, von 1970 bis 1982 hat diese Aktion gedauert und ist hervorragend gelungen. Die Kirche selbst ist allerdings recht unscheinbar, ihre jüngere Geschichte aber lässt einen staunen.

Abschlussessen in Montenegro

Wir entschlossen uns nun, zurück nach Pluzine zu fahren und dort auf einem guten Stellplatz die Nacht zu verbringen. Auch ein gutes Restaurant gab es dort, zu dem wir kurz nach 18:00 Uhr aufbrachen, um unser Abschlussessen nach insgesamt zweieinhalb Wochen Montenegro einzunehmen.

Gut und reichhaltig war es, sodass wir am Wohnmobil draußen unter dem Vordach nur noch jeder ein halbes Glas Wein und einen Verdauungsschnaps zu uns nehmen konnten. Dann auch wurde es wieder kühl und wir zogen uns ins Bett im Wohnmobil zurück.

Touren – Informationen

Gefahrene Kilometer: 147,3 km

Google – Landkarte: Umweg nach Pluzine

 

Stellplatz – Koordinaten
Breitengrad: 43.155 478
Längengrad: 18.838 904

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